Der NRWZ vom 21. September 2019 entnahm ich die Information, dass die Volksbank ihre Filiale in Lauterbach schließen wird. Diese Nachricht hat mich sehr nachdenklich gemacht: Wieder eine Institution weniger in Lauterbach! Was ist aus dem einst so blühenden Lauterbach geworden, in dem ich selbst eine glückliche Kinder- und Jugendzeit erleben durfte?
Ich erinnere mich an einst sieben (!) Lebensmittelläden in Lauterbach, an Bekleidungsgeschäfte, an mehrere Schuhgeschäfte, Friseursalons, an ein vielfältiges Angebot von Bäckereien und Metzgereien, welche sich vom Unterdorf bis zum Hölzle hinzogen, an eine Drogerie. Und an den schönen Minigolfplatz.
Nach der Sonntagsmesse hatte man für den Frühschoppen die Qual der Wahl: Gleich mehrere Gaststätten „den Felsen hoch“ luden zur Einkehr ein. Mit dem Hallenbad allerdings hatte sich Lauterbach wohl übernommen…
Und heute?
Einmal mehr schließt ein markantes Gebäude in der Dorfmitte seine Pforten. Wieder ein Seviceangebot weniger für die Einwohner. Was bleibt? Endlos lange währende Baustellen, wenn man nach Lauterbach kommt. Hätte man im Dorf nicht noch einige hochqualifizierte Handwerksbetriebe und – soweit ich es beurteilen kann – ein gut funktionierendes Vereinsleben, man müsste Lauterbach als „sterbendes Dorf“ bezeichnen.
Wenn ich des öfteren umliegende Dörfer wie Hardt, Aichhalden, Bösingen besuche, frage ich mich, warum diese Gemeinden den ganzen Strukturwandel offensichtlich viel besser bewältigt haben als das einst so lebendige Lauterbach. Als nunmehr Außenstehender fragt man sich schon, ob es an der fehlenden Präsenz, dem mangelnden Engagement, den vergebenen Chancen oder dem fehlenden Herzblut der Ortsführung liegt, dass Lauterbach heute so dasteht? Aber das zu beurteilen überlasse ich den „Insidern“ von Lauterbach…
Nur, was die Schließung der Volksbankfiliale betrifft: Auch wenn in Zeiten einer Null-Zins-Politik der Banken der früher umworbene Kunde längst nicht mehr „König“ ist, so kann er dennoch ein deutliches Zeichen „nach oben“ senden: Man wechselt einfach die Bank!“
Michael Fiedler, Schramberg
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