Im Landkreis Rottweil wurden 2025 mehr als 42.000 Autofahrer geblitzt, so viele wie seit Jahren nicht. Ein wesentlicher Grund dafür ist der „Blitzer-Anhänger“ des Landratsamts. Die Radarkontrollen brachten dem Kreis fast 1,5 Millionen Euro ein, gut doppelt so viel, wie sie gekostet haben. Die Zahl der Verkehrstoten ist dagegen deutlich gesunken. Am Montag, 5. Oktober, legt die Verwaltung dem Verwaltungsausschuss des Kreistags den Jahresbericht vor.
Kreis Rottweil. Das Straßenverkehrsamt hat 2025 mit seinen mobilen und stationären Anlagen zusammen mehr als 6,2 Millionen Fahrzeuge gemessen. 42.123 davon waren zu schnell unterwegs. Die meisten Verstöße waren gering: Bei den mobilen Kontrollen lagen fast 95 Prozent höchstens 20 km/h über dem Limit, bei den festen Anlagen knapp 93 Prozent. Bei mehr als 63 Prozent der mobil erfassten Verstöße ging es um höchstens 10 km/h.
Anhänger mit Wirkung
Den Unterschied macht der Enforcement-Trailer, den der Kreis im November 2024 angeschafft hat und der 2025 erstmals das ganze Jahr im Einsatz war. Mobil wurden 1.021.524 Fahrzeuge gemessen, im Jahr zuvor waren es 511.289, die Zahl hat sich also etwa verdoppelt. Die Zahl der Verstöße stieg von 9.093 auf 13.245. Nach Angaben der Bußgeldstelle wird der Anhänger meist dienstags aufgestellt und am folgenden Montag wieder abgebaut, damit die Batterien geladen werden können. Laut Verwaltung erfasst er gerade frühmorgens, spätabends und nachts „teilweise Verstöße im höheren Geschwindigkeitsbereich“. Zu diesen Zeiten rechneten Autofahrer nicht mit einer Kontrolle. Einen Gewöhnungseffekt wie bei festen Blitzern gebe es beim Anhänger nicht.
Weil der Anhänger auch nachts und am Wochenende misst, wenn insgesamt langsamer gefahren wird, ist die Quote der Beanstandungen bei den mobilen Kontrollen gesunken, von 1,77 auf 1,3 Prozent.
16 feste Blitzer im Kreis
Dazu kommen die stationären Anlagen: fünf ältere mit Messschleifen im Boden, zum Beispiel in Epfendorf, Sulz, Wellendingen, Beffendorf und Hopfau, und elf Laseranlagen, die in beide Fahrtrichtungen messen, etwa in Lauffen, Talhausen, Winzeln, Bochingen, Schiltach, Aichhalden, Seedorf, Mariazell, Fischingen und Schenkenzell. Die Kameras wechseln zwischen den Standorten. Mit den festen Anlagen wurden knapp 5,25 Millionen Fahrzeuge gemessen, 28.878 davon waren zu schnell. Das entspricht einer Quote von 0,55 Prozent, im Vorjahr waren es 0,53 Prozent.
Die Einnahmen sind gestiegen. Die Verwaltung erklärt das vor allem mit den umgerüsteten Anlagen in Schenkenzell und Sulz-Fischingen: Sie überwachen seit Sommer 2024 auch die Gegenrichtung, und „für die Verkehrsteilnehmer war es somit neu“.
Deutlicher Überschuss
| Kosten | Einnahmen | Überschuss | |
|---|---|---|---|
| Mobil | 360.199 € | 485.504 € | 125.306 € |
| Stationär | 316.670 € | 985.843 € | 669.173 € |
| Gesamt | 676.868 € | 1.471.347 € | 794.479 € |
Ein Verstoß kostete im Schnitt 36,66 Euro (mobil) beziehungsweise 34,14 Euro (stationär).
Weniger Verkehrstote
Nach Angaben des Landratsamts gab es 2025 im Kreis Rottweil 3.394 Verkehrsunfälle, zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, 2024 waren es sechs. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten stieg dagegen leicht auf 375. Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit bleibt die häufigste Unfallursache im Kreis.
Die Verwaltung will ihre Kontrollen wie bisher fortsetzen. Der Ausschuss soll den Bericht nur zur Kenntnis nehmen, einen Beschluss gibt es nicht.
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