Die jungen Reben im Bürgerweinberg am Höllenstein haben sich über den Sommer gut entwickelt. Bei einem Besuch informierten sich Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf und Dr. Sarah Jotz von der Landesgartenschau Rottweil 2028 gGmbH beim Vorstand des Vereins CIVITIS Bürgerweinberg Rottweil e. V. über die Pflege der Anlage und die nächsten Schritte. Eine Kostprobe der ersten Trauben gehörte ebenfalls dazu.
Rottweil – Mit dem Bürgerweinberg wird eine historische Weinlage (laut Dr. Winfried Hecht wurden in Rottweil bereits im Jahr 1401 erstmals Reben angepflanzt) wieder bewirtschaftet. Die Fläche dient zugleich der ökologischen Offenhaltung der Landschaft. Die Bewirtschaftung als Weinberg knüpft an die frühere Nutzung an und trägt dazu bei, ein Zuwachsen der Fläche zu verhindern.
Die Pflege übernehmen die ehrenamtlichen Mitglieder von CIVITIS. Während der sommerlichen Hitze gehörte dazu auch das regelmäßige Bewässern der jungen Reben. Unterstützung erhielt der Verein dabei vom Betriebshof der Stadt Rottweil. „Die Mitglieder von CIVITIS bringen viel Zeit und persönlichen Einsatz in die Pflege der Weinberge ein“, sagt Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf. „Sie machen damit ein Stück Rottweiler Geschichte wieder sichtbar und übernehmen Verantwortung für die Bewirtschaftung der Flächen. Dafür danke ich allen Beteiligten.“
Die beiden Bürgerweinberge am Höllenstein und am Schwarzen Felsen sollen künftig stärker in das örtliche Wanderwegenetz eingebunden werden. Die dafür vorgesehene Ausstattung ist Teil der geförderten Erweiterung des Höllensteinsaumpfads. Geplant sind an beiden Standorten Ruhebänke, Beschattungselemente und Informationstafeln zum Thema „Wein in Rottweil“. Sie bieten Spaziergängerinnen und Spaziergängern sowie Wandernden Möglichkeiten zum Ausruhen und vermitteln Wissenswertes über die Geschichte der Rottweiler Kulturlandschaft. Am Höllenstein soll der bestehende Weidezaun zudem um zwei Durchgangstore ergänzt werden, um die Wegeanbindung zu verbessern.
Die Erweiterung des Wanderwegs und die ehrenamtliche Bewirtschaftung der Weinberge ergänzen sich damit: Der Weg erschließt die Landschaft für Erholung und Naturerleben, während der Verein die Weinbautradition aufgreift und die Flächen pflegt.
Auch zusätzliche Lebensräume sollen entstehen. Der Verein möchte im Herbst einheimische Beerensträucher pflanzen, die insbesondere Vögeln Nahrung und Schutz bieten. Am Schwarzen Felsen wurden bereits Steinriegel angelegt, die Reptilien und anderen wärmeliebenden Arten als Rückzugs- und Lebensräume dienen.
„Mit der Erweiterung des Höllensteinsaumpfads werden die Weinberge stärker mit den umliegenden Wegen verbunden“, sagt Dr. Sarah Jotz, zuständig für Baukoordination Daueranlagen und Entwicklung Grünflächen bei der Landesgartenschau Rottweil 2028 gGmbH. „Die geplanten Rastmöglichkeiten und Informationen kommen den Menschen zugute, die hier unterwegs sind. Zugleich wird anschaulich, wie historische Landnutzung und heutige Landschaftspflege zusammenwirken.“
Der Weinberg am Schwarzen Felsen wird 2028 als integrierte Teilfläche Bestandteil des Landesgartenschaugeländes sein. Von den Weinbergterrassen eröffnet sich der Blick auf den renaturierten Neckar und in Richtung Stadt. Für CIVITIS ist die Arbeit in den Weinbergen ein Gemeinschaftsprojekt. Der Verein freut sich über weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die sich für Weinbau, Natur und die gemeinsame Pflege der Flächen interessieren.
INFO: Weitere Informationen zum Bürgerweinberg und zur Mitarbeit im Verein gibt es unter www.civitis.de.
