Der Tatort in Rottweil. Foto: gg

Ende Juni ist der „Bas­tel­la­den” in Rott­weil über­fal­len wor­den – nun kommt der mut­maß­li­che Täter vor Gericht. Die Ankla­ge, die vor­ab per Pres­se­mit­tei­lung ver­brei­tet wor­den ist, nennt Details der Tat. Etwa, dass sich eine Elf­jäh­ri­ge im Laden vor dem bewaff­ne­ten Räu­ber ver­steckt hat­te. Und die Höhe der Beu­te.

Die ers­te Gro­ße Straf­kam­mer des Rott­wei­ler Land­ge­richts ver­han­delt ab Don­ners­tag, 10. Janu­ar, 9 Uhr, in Saal 201 ein Ver­fah­ren gegen einen zur Tat­zeit 25-Jäh­ri­gen wegen beson­ders schwe­ren Rau­bes. Der Ange­klag­te besitzt laut Gericht die deut­sche und liba­ne­si­sche Staats­bür­ger­schaft.

Ihm wird vor­ge­wor­fen, am 26. Juni gegen 9.40 Uhr – mas­kiert mit einer schwar­zen Mas­ke mit längs ver­lau­fen­den Seh­schlit­zen – den Bas­tel­la­den in der Rott­wei­ler Sta­di­on­stra­ße über­fal­len zu haben. Im Laden hat­ten sich dem­nach der Inha­ber und des­sen elf­jäh­ri­ge Enke­lin auf­ge­hal­ten. Als das Mäd­chen den mas­kier­ten Mann gese­hen hat­te, ver­steck­te es sich.

Der Ange­klag­te, der ein Mes­ser mit einer Klin­gen­klän­ge von etwa 25 Zen­ti­me­tern in der Hand hielt, ging direkt auf den Inha­ber zu. Er for­der­te ihn auf, das gesam­te Geld her­aus-zuge­ben und droh­te dabei mit sei­nem Mes­ser.

Der Inha­ber öff­ne­te laut Ankla­ge­schrift die Kas­se und über­gab zunächst die Tages­ein­nah­men in Höhe von 50 Euro. Der Täter aber for­der­te mehr. Daher habe der Inha­ber die ver­schlos­se­ne Schub­la­de der Kas­se mit den Ein­nah­men aus den Lot­to­ge­schäf­ten geöff­net und die­se – ins­ge­samt 455 Euro – auf den Laden­tisch gelegt.

Dann habe der Täter zuge­grif­fen und sei geflüch­tet.  Im Haus­flur habe er die Mas­ke aus­ge­zo­gen und sei dann geflüch­tet. Einen 50-Euro-Schein habe er dabei ver­lo­ren.

Die Staats­an­walt­schaft ist sich sicher, die Tat einem damals 25-Jäh­ri­gen zuschrei­ben zu kön­nen. Der Deutsch-Liba­ne­se ist rund einen Monat nach der Tat ver­haf­tet wor­den. 

Bei ihren Ermitt­lun­gen im Umfeld des Tat­or­tes stie­ßen Beam­te der Rott­wei­ler Kri­mi­nal­po­li­zei damals in einem Hin­ter­hof auf Klei­dungg­stü­cke und Schu­he, die zur Täter­be­schrei­bung gepasst hät­ten. Wei­te­re Nach­fra­gen hät­ten dann den Ver­dacht erhär­tet, dass es sich offen­bar um die Tat­be­klei­dung des Räu­bers han­delt. „Die dar­aus fol­gen­den Maß­nah­men der Kri­mi­nal­po­li­zei rück­ten den jetzt Fest­ge­nom­men ins Blick­feld der Poli­zei”, hieß es in deren Bericht im Juli.

Auf Basis die­ser Ermitt­lungs­er­geb­nis­se stell­te die Staats­an­walt­schaft Rott­weil dann Antrag auf Erlass eines Haft­be­fehls wegen des Ver­dachts des schwe­ren Rau­bes. Das Rott­wei­ler Amts­ge­richt ord­ne­te die Inhaf­tie­rung des mut­maß­li­chen Täters an, der bereits vor­läu­fig fest­ge­nom­men wor­den war. Nach der Vor­füh­rung beim Haft­rich­ter kam der 25-Jäh­ri­ge in Unter­su­chungs­haft.

Der Mann sei mehr­fach zuvor schon mit dem Gesetz in Kon­flikt gekom­men, berich­te­te Pres­se-Staats­an­walt Frank Grund­ke auf Nach­fra­ge der NRWZ. Der 25-Jäh­ri­ge habe bereits auch wenigs­tens eine Haft­stra­fe ver­büßt. Bis­her habe es sich um Eigen­tums- und Dro­gen­de­lik­te gehan­delt.