„Antigone“ kommt mit gut zwei Jahren Verspätung

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Am 13. Mai öffnet sich in der Aula des Gymnasiums der Vorhang für die Premiere von „Antigone“ von Jean Anouilh. Ursprünglich war diese Inszenierung für März 2020 geplant. Die Generalprobe fand noch statt, doch dann mussten alle Aufführungen von einem Tag auf den anderen abgesetzt werden.

Das berichtet Klaus Andreae von der Theaterwerkstatt. „Eine große Enttäuschung für das gesamte Ensemble“ sei das gewesen, so Andreae. „Sechs Monate lang an einem Stück zu arbeiten und dann kommt man nicht einmal dazu, es aufzuführen, das frustriert!“

Alle aus dem Ensemble seien sich einig gewesen: „Wir wollen dieses Schauspiel unserem Publikum unbedingt im Mai 2022 präsentieren.“ Natürlich war es nicht einfach, nach zwei Jahren die Truppe wieder zusammenzustellen.

Fünf Rollen mussten umbesetzt oder umgeschrieben werden. Das verändert natürlich auch die Inszenierung, die nun eine andere ist, als noch vor zwei Jahren. Entscheidend war dabei die Neubesetzung der Hauptrolle: Die Rolle der Antigone hat nun Lara Kiolbassa übernommen.

 Hoch aktuell

Es haben sich aber auch die Zeiten geändert, ist Andreae überzeugt. „Nach zwei Jahren Pandemie und all den gesellschaftlichen Konsequenzen, die sie mit sich brachte, muss man dieses Stück auch mit anderen Augen sehen: Wenn sich Antigone und Kreon bei Anouilh in ihrem Streit zwischen einem Streben nach einem Kompromiss und einem absoluten Gut-Böse-Denken aufreiben und zu keiner gemeinsamen Basis kommen können, finden sich Analogien zur Spaltung unserer Gesellschaft in den letzten Wochen und Monaten.“ Insofern sei  die Antigone „ein mehr als aktuelles Stück“.

Info: Die Vorstellungen in der Aula des Schramberger Gymnasiums sind am 13. Mai (Premiere) sowie am 14. und 15. Mai. Beginn jeweils 20 Uhr. Der Kartenvorverkauf findet bei der Buchlese statt. Telefonische Karten-Reservierungen sind möglich (Tel. 07422 3585).

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NRWZ-Redaktion Schramberg
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