Sechs Mal pro Woche leeren Bauhofmitarbeiter alle 219 Müllbehälter in Schramberg. Foto: him

SCHRAMBERG – Immer wie­der heiß dis­ku­tiert: Müll in der Stadt. Wer ist zustän­dig, war­um  räumt die Stadt nicht schnel­ler auf, was tun gegen ille­ga­le Müll­ab­la­ge­run­gen wie jüngst beim ehe­ma­li­gen Schram­ber­ger Kran­ken­haus?

Für die Frak­ti­on SPD-Bunt­specht hat­te Mir­ko Wit­kow­ski im April einen Antrag gestellt und die Stadt auf­ge­for­dert zu prü­fen, “auf wel­chem Weg die Sau­ber­keit in der Gesamt­stadt ver­bes­sert wer­den kann“. Im Aus­schuss für Umwelt und Tech­nik des Gemein­de­ra­tes berich­te­te Fach­be­reichs­lei­ter Mat­thi­as Reh­fuß, dass schon bis­her in Schram­berg etli­che Dorf-Putz-Aktio­nen lie­fen: Die Grund­schu­le in Wald­mös­sin­gen sam­melt im Früh­jahr Müll. Die Angel­sport­ler und die Bach-na-Fah­rer küm­mer­ten sich um die Schiltach und den Lau­ter­bach.

Saubere-Stadt-Putzete“im nächsten Jahr

In Ten­nen­bronn wird regel­mä­ßig im Früh­jahr durch die Angel­sport­ver­ei­ne mit gro­ßem Auf­wand die Schiltach­aue von der Bach­wirt­schaft bis ober­halb des Dorf­wei­hers von Müll befreit.“ Die­se ein­zel­nen Aktio­nen möch­te die Stadt im kom­men­den Früh­jahr zusam­men­fas­sen und als „gesamt­städ­ti­sche Akti­on ange­hen“.

Bei die­ser „Sau­be­re-Stadt-Putze­te“ kön­ne das Enga­ge­ment und das Bewusst­sein der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in Bezug auf die Müll­pro­ble­ma­tik gebün­delt wer­den. Auf Anre­gung aus der SPD-Bunt­specht­frak­ti­on kün­dig­te Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog an, dass man auch die Schu­len und Ver­ei­ne in die­se Akti­on mit ein­be­zie­hen wer­de.

 Geklärt sei bereits, dass die Stadt­wer­ke Schram­berg Warn­wes­ten für die Teil­neh­mer zur Ver­fü­gung stel­len wer­den. „Und für ein gemein­sa­mes anschlie­ßen­des Ves­per wer­den wir auch noch sor­gen.“

Müll wegwerfen wird Ordnungswidrigkeit

Reh­fuß kün­dig­te wei­ter an, dass er im Herbst dem Rat eine neue Poli­zei­ver­ord­nung vor­le­gen wer­de. Dar­in wer­de dann erst­mals auch auf­ge­nom­men, dass das Weg­wer­fen von Müll, Kau­gum­mi oder Ziga­ret­ten­stum­meln eine Ord­nungs­wid­rig­keit dar­stellt und mit einem Buß­geld geahn­det wer­den kann. Reh­fuß ver­si­cher­te aber auch, dass der Voll­zugs­dienst da nicht all­zu viel aus­rich­ten wer­de. „Die Leu­te wer­fen ja nicht direkt vor des­sen Augen was weg.“

Bauhof im Dauereinsatz

Bau­hof­lei­ter Stef­fen Auber zeig­te den Rats­mit­glie­dern auf, welch umfang­rei­ches Rei­ni­gungs­pro­gramm die Bau­hof­mit­ar­bei­ter leis­te­ten: „An sechs Tagen in der Woche wer­den täg­lich 219 Papier­kör­be im Stadt­ge­biet geleert. Die Stadt­rei­ni­gung säu­bert an fünf Tagen pro Woche 33 Plät­ze und Anla­gen.“ Zudem sei­en von April bis Novem­ber zwei Kehr­ma­schi­nen an fünf Tagen in der Woche auf Stra­ßen, Plät­zen und Geh­we­gen unter­wegs.

Ste­fan Gai­sel­mann sorgt für Sau­ber­keit beim Ber­neck­sport­platz. Foto: him

Als Bei­spiel berich­te­te Auber, dass sechs sei­ner Leu­te am Neu­jahrs­mor­gen ab 6 Uhr in der Stadt unter­wegs waren und etwa zehn Kubik­me­ter Über­res­te von Rake­ten und Kra­chern, Fla­schen und Chips­tü­ten ein­ge­sam­melt hät­ten.

Rei­ne­ma­chen nach Sil­ves­ter. Archiv-Foto: him

In der Dis­kus­si­on wies Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Her­zog dar­auf hin, dass die Ent­sor­gung des Mülls natür­lich Sache des Ver­ur­sa­chers sei, “sonst zahlt die All­ge­mein­heit“. Oskar Rapp bat, erneut zu prü­fen, wie im Ten­nen­bron­ner Außen­be­reich die „Gel­ben Säcke“ zur Abho­lung bereit gestellt wer­den kön­nen, ohne dass sie von Tie­ren auf­ge­ris­sen wer­den. Patrick Fleig pflich­te­te ihm bei, das sei „ein Ärger­nis am neu­en Auer­hahn-Weg“. Her­zog ver­wies auf die Haus­halts­be­ra­tun­gen im Herbst.

Wilder Müll:  erst ermitteln, dann entsorgen

Zu den immer wie­der auf­tre­ten­den Sperr­müll­hau­fen in der Stadt erklär­te Reh­fuß, die Stadt müs­se zunächst ver­su­chen, den Ver­ur­sa­cher zu ermit­teln und zur Besei­ti­gung auf­for­dern. Erst wenn das nicht gelin­ge, kom­me der Bau­hof. „Dass es die Bür­ger stört, kön­nen wir gut ver­ste­hen“, so Reh­fuß, „aber wenn wir zu schnell  auf­räu­men, machen wir es dem Ver­ur­sa­cher zu leicht.“ Im Ergeb­nis stei­ge dann die Zahl der ille­ga­len Müll­hau­fen.

Hier lager­te bis Don­ners­tag ein Sperr­müll­hau­fen. Da der Ver­ur­sa­cher nicht zu ermit­teln war, hat die Stadt ihn nun besei­ti­gen las­sen. Foto: him

OB Her­zog appel­lier­te an die Bür­ger­schaft, die Sperr­müll­mög­lich­kei­ten zu nut­zen: „Nie­mand muss wild ent­sor­gen.“

Info: Im Jahr 2018  hat die Stadt für die Rei­ni­gungs­leis­tun­gen fast 365.000 Euro aus­ge­ge­ben. Das Lee­ren der Papier­kör­be kos­te­te gut 106.000 Euro, das Säu­bern Plät­ze und Anla­gen: 68.000 Euro Für den Ein­satz der bei­den Kehr­ma­schi­nen zahl­te die Stadt fast: 190.000 Euro. Die Ent­sor­gung des gesam­mel­ten Mülls und Keh­richts kos­te­te etwa 47.000 Euro. Die Besei­ti­gung des „wil­den Mülls“ kam mit 1192 Euro sehr güns­tig.