Die Gemeinde Dunningen vergibt ihr Stromnetz erneut an die bisherigen Betreiber. Bürgermeister Peter Schumacher hat am Donnerstag, 29. Oktober, die neuen Konzessionsverträge mit der ENRW Energieversorgung Rottweil und der Netze BW unterschrieben. Sie gelten ab 1. Juli 2027 für 20 Jahre.

Für die ENRW unterzeichnete der kaufmännische Geschäftsführer Stefan Kempf, für die Netze BW Jens Gehrt, Leiter Regionalmanagement Verteilnetz. Die Netze BW ist eine Tochter des Energiekonzerns EnBW. Die Unterzeichnung teilte sie am Freitag mit.
Was ein Konzessionsvertrag regelt
Mit einem Konzessionsvertrag erlaubt eine Gemeinde dem Netzbetreiber, Straßen, Wege und andere öffentliche Flächen für Bau und Betrieb von Stromleitungen zu nutzen. Im Gegenzug erhält die Kommune jährlich eine Konzessionsabgabe. Deren Höhe richtet sich nach der Strommenge, die im Gemeindegebiet geliefert wird.
Wie viel Dunningen daraus einnimmt, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Zur Einordnung: Nach dem Energiewirtschaftsgesetz dürfen Stromkonzessionen höchstens 20 Jahre laufen. Vor Ablauf muss eine Gemeinde das Vertragsende öffentlich bekanntmachen und die Konzession in einem transparenten Verfahren neu vergeben, an dem sich auch andere Netzbetreiber beteiligen können. Ob es in Dunningen weitere Bewerber gab, sagt die Mitteilung nicht.
„Für uns ist die Vertragsverlängerung vor allem ein Zeichen für Kontinuität und kommunale Verlässlichkeit“, sagt Bürgermeister Schumacher. Die Zusammenarbeit sei über viele Jahre gewachsen und beruhe auf gegenseitigem Vertrauen.
Die Netzbetreiber verweisen darauf, dass ihre Mitarbeiter rund um die Uhr erreichbar seien und in der Region wohnten. Bei Störungen hätten sie dadurch kurze Wege.
Gut 950 Ökostromanlagen und 171 Ladepunkte
Wie stark sich das Netz in Dunningen verändert, zeigen Zahlen der Netze BW. Demnach waren Ende September 2026 gut 950 Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie angeschlossen – 75 mehr als Ende 2025.
Im vergangenen Jahr erzeugten diese Anlagen nach Unternehmensangaben gut 15 Gigawattstunden Strom. Das entspricht mehr als 43 Prozent des Stromverbrauchs in der Gemeinde mit ihren knapp 6.600 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Dazu kommt die Elektromobilität: Ende September gab es in Dunningen 171 Ladepunkte.
Neue Ortsnetzstation, neue Leitungen in der Seestraße
In nächster Zeit will die Netze BW eine Ortsnetzstation erneuern. Das kostet nach ihren Angaben rund 125.000 Euro. Außerdem sollen in der Seestraße rund 130 Meter Niederspannungsleitungen ersetzt werden. Einen Zeitplan nennt das Unternehmen nicht.
Netze-BW-Regionalmanager Gehrt begründet die Investitionen mit den steigenden Anforderungen: Versorgungssicherheit entstehe nicht von allein, Netze müssten vorausschauend geplant und laufend modernisiert werden. ENRW-Geschäftsführer Kempf zufolge soll so sichergestellt werden, dass sich die wachsende Zahl von Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Ladepunkten zuverlässig ins Netz einbinden lässt.