Ein Kurierfahrer erleidet am Steuer einen medizinischen Notfall und verursacht einen Unfall – im Laderaum befindet sich Gefahrgut. Dieses Szenario haben die Feuerwehr Zimmern o. R. und Teile des Gefahrgutzugs des Landkreises Rottweil im Juli gemeinsam geübt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie gut die Übergabe von der örtlichen Wehr an die Spezialkräfte funktioniert.
Die Übung war Teil des Übungsdienstplans der Feuerwehr Zimmern. Neben der Abteilung Zimmern waren Einsatzkräfte der Feuerwehren Deißlingen und Rottweil beteiligt, die zum Gefahrgutzug des Landkreises gehören. Die fachliche Leitung lag laut Feuerwehr bei Fachberater Gefahrgut Oliver Wilbs, das Szenario hatte Patrick Bühl vorbereitet.
Erst ein normaler Verkehrsunfall – dann die Gefahrgut-Kennzeichnung
Für die zuerst eintreffenden Kräfte aus Zimmern begann der angenommene Einsatz wie ein alltäglicher Verkehrsunfall. Erst vor Ort zeigte sich, dass das Fahrzeug Gefahrgut geladen hatte. Die Wehr musste die Lage einschätzen, die Einsatzstelle absperren, die verunglückte Person retten und frühzeitig Spezialkräfte nachfordern.
Nach dem Eintreffen des Gefahrgutzugs übernahmen dessen Kräfte die bereits eingeleiteten Maßnahmen. Unter Schutzkleidung erkundeten sie die Ladung und stimmten das weitere Vorgehen ab. Die Einsatzleitung hatte Kommandant Frank Scherfer, der zwischen der örtlichen Wehr und den Spezialkräften koordinierte.
Nachbesprechung im Anschluss
Nach dem praktischen Teil folgte eine gemeinsame Nachbesprechung, in der die einzelnen Maßnahmen und Abläufe durchgegangen wurden. Nach Angaben der Feuerwehr Zimmern ging es dabei vor allem um klare Zuständigkeiten, eine strukturierte Übergabe und den Informationsfluss zwischen den beteiligten Einheiten – Punkte, die bei Gefahrguteinsätzen neben der technischen Ausstattung über den Verlauf entscheiden.
Hintergrund: Der Gefahrgutzug des Landkreises Rottweil
Gefahrguteinsätze gehören zu den Lagen, die eine einzelne Ortsfeuerwehr in der Regel nicht allein bewältigen kann. Dafür halten Landkreise überörtliche Facheinheiten vor. Der Gefahrgutzug des Landkreises Rottweil setzt sich aus Kräften mehrerer Wehren zusammen und wird alarmiert, wenn gefährliche Stoffe austreten oder auszutreten drohen. Weil solche Einsätze vergleichsweise selten sind, kommt gemeinsamen Übungen zwischen Ortswehren und Facheinheiten besondere Bedeutung zu.
Auf den Straßen im Landkreis ist Gefahrgut regelmäßig unterwegs – auch in kleinen Mengen in Kurier- und Paketfahrzeugen, die von außen nicht immer als solche zu erkennen sind. Genau darauf zielte das Übungsszenario ab.













