Benachrichtigung

Stromausfall im Landkreis Tuttlingen: Katastrophenschutz übt den Ernstfall

Im Szenario fielen auch Telefon und Internet aus, der Sprechfunk trug die Kommunikation – Auslöser war ein Baggerunfall in Gosheim.

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Der Führungsstab trat in der Integrierten Leitstelle (ILS) zusammen. Foto: pm

Tuttlingen – Der Landkreis Tuttlingen hat in einer Stabsrahmenübung einen großflächigen, länger andauernden Stromausfall durchgespielt. Im Szenario fiel der Strom am Dienstagabend, 20. Oktober, ab 18:15 Uhr aus. Beteiligt waren Feuerwehr, THW, DRK, der Energieversorger und weitere Organisationen unter Führung der Katastrophenschutzbehörde. Wie der Landkreis mitteilt, sollten Führungsorganisation, Kommunikationswege und Zusammenarbeit unter erschwerten Bedingungen erprobt werden.

Wie gut ist der Landkreis auf einen großflächigen Stromausfall vorbereitet? Mit dieser Frage befasste sich der Landkreis in der Übung. Das Szenario sah einen länger andauernden Ausfall vor, der umfangreiche Maßnahmen von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Deutschem Roten Kreuz (DRK), Energieversorger und weiteren Organisationen erforderlich machte.

Im Szenario fiel am Dienstagabend, 20. Oktober, ab 18:15 Uhr großflächig der Strom aus. Später wurde eine außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen. Zusätzlich waren Telefon und Internet nicht verfügbar. Dadurch wurden Kommunikation und Koordination der Einsatzmaßnahmen stark erschwert.

Als angenommene Ursache lokalisierte der Energieversorger im Verlauf der Übung einen Schaden in Gosheim: Bei Baggerarbeiten wurde eine Hauptstromleitung beschädigt. Der Bagger stürzte in eine Grube, außerdem traten Betriebsstoffe aus. Die örtliche Feuerwehr übernahm im Szenario die Maßnahmen an der Schadensstelle. Die geschätzte Dauer des Stromausfalls betrug rund vier Stunden.

Der Führungsstab trat um 18:30 Uhr in der Integrierten Leitstelle (ILS) zusammen. Die Gesamteinsatzleitung lag bei Kreisbrandmeister Andreas Narr. Eine Verbindungsperson des Energieversorgers unterstützte die Abstimmung.

Weil Telefon und Internet ausfielen, konzentrierte sich die Kommunikation auf den digitalen Sprechfunk der Blaulichtorganisationen. Die Alarmierung der Feuerwehren blieb im Szenario uneingeschränkt verfügbar. 16 Feuerwehren waren dezentral aktiv in die Übung eingebunden und vor Ort eng mit den Hilfsorganisationen vernetzt.

Für die Bevölkerung wurden alle Feuerwehrhäuser im Landkreis als erste, besetzte Anlaufstellen eingerichtet, insbesondere für Notfälle. Zusätzlich bereitete man Notfalltreffpunkte in den betroffenen Gemeinden vor. Sie werden meist in örtlichen Hallen und in einer weiteren Phase eingerichtet. Dort gibt es Informationen und Erste Hilfe, außerdem können Notrufe abgesetzt werden.

Zur Warnung der Bevölkerung waren Cell Broadcast, die Warn-App NINA und der Rundfunk eingeplant. Als Bereitstellungsraum für überregionale Hilfskräfte war eine Fläche in Immendingen vorgesehen.

Die Übung diente dazu, die außergewöhnliche Führungsorganisation, die Kommunikationswege und -mittel sowie die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen unter erschwerten Bedingungen zu erproben. Die Erkenntnisse sollen helfen, bestehende Abläufe zu überprüfen, mögliche Schwachstellen zu erkennen und die Vorbereitung des Landkreises auf außergewöhnliche Einsatzlagen weiterzuentwickeln.

Die Übungsleitung nahm nach Angaben des Landkreises ein positives Ergebnis entgegen. Die umfassenden Einsatzvorbereitungen hätten sich bewährt und könnten in Details sinnvoll weiterentwickelt werden.

Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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