Wenn in Rottweil die Kleidle aus dem Schrank geholt werden, wird es auch bei der NRWZ närrisch – allerdings mit Tastatur statt Narrenwurst. Zur Fastnacht 2026 blicken wir in satirischen Texten und bissigen Glossen auf ein Jahr zurück, in dem die Stadt zwischen Sparkurs und Zukunftsversprechen lavierte: vom Millionenloch im Haushalt bis zur großen Hoffnung Landesgartenschau 2028. Und damit nicht genug: Auch außerhalb der historischen Rottweiler Stadtmauern tat sich so einiges.
2025 war in Rottweil das Jahr der großen Zahlen und noch größeren Fragen: Ein ambitioniertes Investitionsprogramm von 139 Millionen Euro traf auf die Erkenntnis, dass die Kasse eben doch nicht unerschöpflich ist. Gewerbe- und Grundsteuern rauf, Gebühren rauf, Haushaltsstrukturkommission an den Start – und trotzdem bleiben Fehlbeträge im Ergebnishaushalt. Kurz gesagt: Das „Stadtsäckel“ ist so leer, dass es inzwischen selbst zur Pointe in Bürgerfragestunden taugt.
Gleichzeitig träumt Rottweil groß: Landesgartenschau, neue Brücke, ehemalige ENRW-Flächen, Stadtmitte, Parkhaus Süd – wo man hinschaut, stehen Pläne, Visualisierungen und Beschlüsse im Raum. Sogar manch fertiggestellter Bau. Der Gemeinderat arbeitet sich durch Bebauungspläne, Flächennutzungsplan-Updates und Sporthallen-Entwürfe, während draußen schon diskutiert wird, ob es neben vorderem und hinterem auch wirklich noch einen seitlichen Münsterplatz braucht.
Genau hier setzt unsere Fastnachtsserie an: Wir nehmen die große Politik im Kleinen aufs Korn – die Haushaltskonsolidierung, bei der immer „niemand“ zahlen möchte, die Landesgartenschau als „Hauptgewinn“, der sich irgendwie auch finanzieren muss, und die ewige Rottweiler Kunstform, Projekte gleichzeitig zu feiern und zu fürchten. Unsere Glossen und satirischen Texte werden die Reden, Beschlüsse und „historischen Weichenstellungen“ des Jahres 2025 in Narrenspiegel und Holzschnitt verwandeln, immer mit einem Augenzwinkern und einem Schuss Erkenntnislust.
Diese Texte sind Einladung und Warnhinweis zugleich: Nichts darin ist wörtlich zu nehmen – und manches vielleicht ernster, als es auf den ersten Blick wirkt. Satire darf zuspitzen, übertreiben, verkürzen, damit sichtbar wird, was sich in Haushaltszahlen, Sitzungsvorlagen und Förderbescheiden so gut verstecken kann.
In diesem Sinne: Hu-Hu-Hu, Narri-Narro – denn auch Schramberg haben wir berücksichtigt -, willkommen zur NRWZ-Fasnet 2026. Einer Zeit, in der leere Kassen, volle Projektlisten und große Gartenschauträume endlich das bekommen, was sie verdient haben: eine ordentliche Portion Humor.



