Das Berufsschulzentrum Rottweil ist vorübergehend vollständig geschlossen. Neue Raumluftmessungen haben auf drei Ebenen Werte über dem Referenzwert ergeben. Der Landkreis Rottweil als Schulträger sperrt die betroffenen Bereiche vorerst bis Ende der Woche, die Schulen bereiten Fernunterricht vor.
Betroffen sind nach Angaben des Landratsamts die Ebenen 1, 3 und 5 im Altbau der Nell-Breuning-Schule sowie im angrenzenden Gebäudeteil der Erich-Hauser-Gewerbeschule. Dort lagen die Messwerte teilweise über dem Referenzwert, den das beauftragte Fachbüro festgelegt hat. Darüber berichtete das Landratsamt Rottweil am Dienstag gegen 18 Uhr.
Quellen vermutlich bei den Toiletten
Die vermuteten Asbestquellen liegen laut Landratsamt nach derzeitigem Stand nicht in den Unterrichtsräumen. Sie werden im Bereich der WC-Kerne gegenüber den Treppenhäusern verortet. Die Klassenzimmer auf den betroffenen Ebenen werden dennoch mit gesperrt.
Der Landkreis folgt damit nach eigenen Angaben der Empfehlung des Fachbüros. Zusätzlich sollen die Treppenhäuser zu den Ebenen 2 und 4 sowie unmittelbar angrenzende Räume und Flure gesperrt und überprüft werden. Die Folge: Im Gebäude wären keine Toiletten mehr erreichbar. Ein regulärer Schulbetrieb ist deshalb vorerst nicht möglich.
Messwerte schwanken
Die Werte innerhalb der betroffenen Gebäudeteile fallen laut Landratsamt unterschiedlich aus. Eine Raumluftmessung bilde jeweils nur die Lage zum Zeitpunkt der Messung ab und könne schwanken. Einzelne Räume ließen sich deshalb nicht dauerhaft anhand eines einzigen Messergebnisses beurteilen. Landkreis und Schulleitungen tragen die Sperrungen nach Angaben des Landratsamts gemeinsam mit. Ziel sei größtmögliche Sicherheit für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte.
Gutachten soll Klarheit bringen
Das Fachbüro erarbeitet derzeit ein Gutachten. Darin sollen die Messergebnisse fachlich eingeordnet und Empfehlungen für das weitere Vorgehen gegeben werden. Die zusätzlich gesperrten Bereiche werden ebenfalls untersucht, weitere Messungen sind in regelmäßigen Abständen vorgesehen. Auf Grundlage dieser Bewertung will der Landkreis über die nächsten Schritte entscheiden. Wann das Gutachten vorliegt und wann der Unterricht im Gebäude wieder beginnen kann, teilte das Landratsamt nicht mit.
Schulen planen Fernunterricht
Die Schulleitungen stimmen derzeit ab, wie der Unterricht während der Schließung als Fernunterricht laufen kann. Sobald die Planungen stehen, wollen die Schulen ihre Schülerinnen, Schüler und Eltern direkt informieren.
Die Vorgeschichte
Erhöhte Konzentrationen von Asbestfasern waren bei Raumluftmessungen Mitte September festgestellt worden. Der Landkreis hatte daraufhin zunächst weite Teile der Ebene 1 gesperrt. Am vergangenen Freitag blieb das gesamte Gebäude für weitere Messungen geschlossen.
Asbest wurde bis zum bundesweiten Verbot 1993 häufig in Baustoffen verwendet. Gefährlich sind vor allem eingeatmete Fasern, die freigesetzt werden, wenn asbesthaltige Materialien beschädigt oder bearbeitet werden. Gesundheitliche Folgen wie Asbestose oder bestimmte Krebsarten treten in der Regel erst nach vielen Jahren und meist nach längerer Belastung auf.
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