Insgesamt sechs Kindertagestätten im Kreis Rottweil sind derzeit von der Corona-Pandemie betroffen und teilweise komplett geschlossen. Das berichteten Vertreter des Gesundheitsamtes bei einem Pressegespräch per Telefon am Montag.
Der Schramberger Don-Bosco-Kindergarten ist geschlossen, weil sich estmals im Kreis ein Kind mit der noch seltenen südafrikanischen Mutante des Corona-Virus B 1.3.5.1 infiziert hat (wir haben berichtet). Bei dem Pressegespräch berichtete der Leiter des Gesundheitsamtes Heinz-Joachim Adam, dass das Kind derzeit noch keine Symptome der Erkrankung zeige.
Suche nach der Ansteckungsquelle
Dieser Fall sei für die Epidemiologen noch rätselhaft, denn die beiden Eltern des Kindes seien zwar auch infiziert, „jedoch nicht an dieser Variante“, so Adam. Das sei für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes spannend, weil man herausfinden möchte, „wo hat sich dieses Kind infiziert, wenn nicht im häuslichen Umfeld.“ Das private Umfeld sei bekanntlich die häufigste Infektionsquelle. Um die Infektionsquelle herauszufinden, sei das Gesundheitsamt auch in Absprache mit dem Landesgesundheitsamt „mit großzügigen Testungen unterwegs“, so Adam.
Im Fall des Don-Bosco-Kindergartens in Schramberg habe das Gesundheitsamt unverzüglich die Stadt Schramberg und die Kindergartenleitung informiert, so Stephan Vilgis vom Gesundheitsamt. Weil die Kontaktpersonen zum mit der südafrikanischen Mutante infizierten Kind nicht eindeutig nachvollziehbar gewesen seien, habe das Gesundheitsamt „sehr eindringlich empfohlen, die Einrichtung zu schließen“. Deshalb seien derzeit alle Gruppen in Absonderung, so Vilgis.
Am Dienstag seien die ersten PCR-Tests bei den betroffenen Familien und Betreuerinnen angelaufen. Mit Ergebnissen rechnet Vilgis frühestens ab Mitte der Woche. Das dauere etwas länger wegen der großen Anzahl der Proben. Aber auch, weil das Gesundheitsamt die genauen Ergebnisse der Analyse braucht. Auch müssten die Proben eventuell sequenziert werden, um den Virustypus herauszufinden.
Die Lage im übrigen Kreis
Stephan Vilgis berichtete von insgesamt sechs Kitas im Kreis, in denen es ein Ausbruchsgeschehen gebe. Darunter seien auch sehr kleine Ausbruchsgeschehnisse mit drei oder vier Erkrankungen. Weiterhin seien zwei Kindergärten in Dunningen betroffen. In einem seien 31 Kinder, Familienmitglieder und Erzieherinnen infiziert worden. Jetzt seien dort noch neun Fälle aktiv. In einem weiteren Kindergarten gebe es fünf positive Schnelltests. Da müsse man das endgültige Ergebnis der PCR-Tests noch abwarten, so Vilgis. Vorsorglich habe das Gesundheitsamt für die beiden Gruppen die Absonderung empfohlen.
Ein kleineres Ausbruchsgeschehen gebe es im Flözlinger Kindergarten und im Kindergarten in Hardt mit neun Fällen. Auch dieser Kindergarten sei geschlossen.
Beim Kindergarten Maria Königin in Tennenbronn könne er von einem Abschluss berichten. „Es werden zwar noch vereinzelt Fälle gemeldet. Aber man kann hier nicht mehr von einem größeren Ausbruchsgeschehen sprechen.“
Bei den Schiltacher Kindergärten sei nichts Neues mehr hinzugekommen, so Vilgis. Es seien weiterhin einzelne Gruppen in Absonderung, aber nicht der komplette Kindergarten geschlossen.
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