Eine fast gelungene Premiere erlebte der Schramberger Gemeinderat im sanierten und umgebauten großen Sitzungssaal: Ein Fachmann war von auswärts zugeschaltet. Man konnte Jan Christophers zwar gut hören, aber nur winzig klein sehen. Christophers beschäftigt sich in Stuttgart mit seinem Team mit Fördermitteln und wie man die optimal bei Bauprojekten einsetzen kann.
Schramberg. Die Stiftung St. Franziskus hat in Schramberg-Heiligenbronn ein energetisches Quartierskonzept entwickelt und dafür über die Stadt Fördermittel beantragt. Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr erläuterte, diese würden dann von der Stadt an die Stiftung weiter gereicht. Davon müsse der Gemeinderat Kenntnis nehmen.
Quartierskonzept und Fördermittelmaximierung
Christophers erinnerte an den Beginn der Planung im Zusammenhang mit dem Schulhausneubau in Heiligenbronn. Zur Fördermittelmaximierung sei die Überlegung entstanden, ein Quartierskonzept zur Wärmeversorgung aufzustellen. Dabei würde neben der Stiftung auch die Bewohner in den umliegenden Bereichen mit Nahwärme versorgt.
In diesem Zusammenhang habe man die derzeitigen und zukünftigen Wärmebedarfe ermittelt und mit Stiftung und Anwohnern geredet. Die Fördermittel stammen aus dem Programm „Energetische Stadtsanierung“.

Dazu habe sich sein Büro den Ist-Zustand angeschaut: „Was ist sanierungsfähig, was ließe sich machen?“ Dann habe man geschaut, welche möglichen Wärme-Überschüsse es geben könnte und wie man diese verwendet. Dabei sei es um ein Leitungsschema, aber auch um Stadtplanung und Wegeführung auf dem Gelände gegangen, so Christophers. Abschließend werde man einen Kontraktor beauftragen, der den Anwohnern Angebote unterbreiten soll.

Wärmeplanung außen vor
In der Aussprache erkundigte sich Tanja Witkowski (SPD-Buntspecht), weshalb das Heiligenbronner Konzept keinen Eingang in die kommunale Wärmeplanung gefunden habe, denn die Konzeption habe ihre Fraktion „restlos überzeugt“.
Oberbürgermeisterin Eisenlohr erwiderte, man sei mit der Stiftung schon lange im Gespräch, um zu erkunden, wie die Verzahnung gelinge. Fachbereichsleiter Bent Liebrich betonte, das Konzept der Stiftung werde außerhalb der kommunalen Wärmeleitplanung umgesetzt, sei davon separat zu betrachten.
Der Rat nahm den Bericht einstimmig zur Kenntnis und stimmte damit auch für die Weiterleitung der Finanzmittel.
Im Namen der Stiftung dankte Tobias Schwarz vom Bau- und Gebäudemanagement der Stadt und dem Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit.

Info. Das Erstellen des Konzepts kostet knapp 123.000 Euro. Davon übernimmt der Energie- und Klimafonds 75 Prozent. Der Anteil der Stiftung beläuft sich auf knapp 31.000 Euro, die Stadt muss nichts bezahlen.
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