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Der "Goldene Becher", eines der prägenden Gebäude in der Hochbrücktorstraße in Rottweil. Foto: Peter Arnegger

Kasse und Shuttlehaltestelle: Was die Landesgartenschau für die Hochbrücktorstraße bedeutet

Bürgermeisterin Ines Gaehn zur Lage des „Goldenen Bechers“ – und warum die Stadt keine Besucherzahlen nennen kann.

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Die Hochbrücktorstraße wird 2028 zu einem der Eingänge in die Landesgartenschau: Dort sind eine Kasse und eine Haltestelle des Shuttlebusses vorgesehen, auch der Bockshof gehört zum Ausstellungsgelände. Das teilt Bürgermeisterin und Landesgartenschau-Chefin Ines Gaehn auf Anfrage der NRWZ mit. Wie viele Besucher tatsächlich durch die Straße laufen werden, kann die Stadt allerdings nicht beziffern.

ROTTWEIL. Der Verkauf des „Goldenen Bechers“ hat den Blick auf eine Straße gelenkt, die in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen dürfte. Die NRWZ hatte berichtet, dass das denkmalgeschützte Gebäude in der Hochbrücktorstraße seit vergangener Woche für 449.000 Euro angeboten wird. Der Makler verwies dabei ausdrücklich auf die Landesgartenschau 2028. Wie die Stadt selbst auf das Umfeld blickt, hat nun Bürgermeisterin Ines Gaehn auf Anfrage beantwortet. Sie ist zugleich Co-Geschäftsführerin der Landesgartenschau-Gesellschaft.

Kasse, Shuttle und Kombiticket

Die Hochbrücktorstraße sei „ein wichtiger Ankunfts- und Verbindungsbereich für die Landesgartenschau“, schreibt Gaehn. Vorgesehen seien dort eine Haltestelle des Shuttlebusses und eine Kasse. Auch der Bockshof gehöre zum Ausstellungsgelände. Geplant seien zudem Kombitickets mit der Neckarline, der Fußgängerhängebrücke zum Berner Feld und Richtung Testturm.

Damit entstünden „mehrere Anlässe, die verschiedenen Angebote über einen Besuch der historischen Innenstadt miteinander zu verbinden“, schreibt Gaehn. Die Straße sei gezielt in die Besucherführung eingebunden.

Aufzug bleibt auch nach 2028

Eine zentrale Rolle spielt dabei der Aufzug, der derzeit an der Hochbrücke entsteht. Er schaffe eine direkte, barrierefreie Verbindung zwischen der historischen Innenstadt und dem Stadtgraben, so Gaehn. Über die anschließenden Wege würden auch das Neckartal und die dortigen Ausstellungsbereiche besser erreichbar. Die ergänzende Treppe zur Grafengasse verbessere die fußläufige Vernetzung zusätzlich.

Wichtig aus Sicht der Stadt: Diese Verbindungen bleiben dauerhaft bestehen. Sie kämen Einheimischen und Gästen auch nach dem Gartenschaujahr zugute.

Keine Zahlen zur Besucherfrequenz

Offen bleibt, wie stark die Straße tatsächlich frequentiert sein wird. Die geplante Shuttlehaltestelle, die Kasse sowie die Verbindungen zwischen den Ausstellungsbereichen und zur Hängebrücke ließen „zusätzliche Besucherbewegungen in der Hochbrücktorstraße erwarten“, heißt es. Eine belastbare Größenordnung könne die Stadt derzeit aber nicht nennen. Auch welcher Anteil der Gäste diesen Weg nutzen werde, lasse sich nicht verlässlich beziffern.

Für Eigentümer und Kaufinteressenten in diesem Bereich bedeutet das: Die Aufwertung der Lage ist politisch gewollt und baulich in Arbeit – rechnerisch untermauert ist sie bislang nicht.

Stadt begrüßt öffentliche Nutzungen

Zur Frage, ob eine gastronomische Nutzung des „Goldenen Bechers“ aus Sicht der Stadt interessant wäre, äußert sich Gaehn allgemein, aber deutlich: Man begrüße grundsätzlich „tragfähige gastronomische oder andere öffentlich zugängliche Nutzungen, die die Innenstadt beleben“. Das gelte auch für den „Goldenen Becher“. Wünschenswert seien Konzepte, „die über das Gartenschaujahr hinaus Bestand haben“.

Der Makler hatte gegenüber der NRWZ erklärt, er sehe im Erdgeschoss weiterhin Gastronomie, in den Obergeschossen Wohnen. Die Eigentümer wünschten sich, dass das Haus zur Landesgartenschau wieder im alten Glanz erstrahle.

Beratung durch städtische Stellen

Zu einzelnen Objekten äußert sich die Stadt nicht. Zu laufenden Gesprächen gebe man aus Gründen der Vertraulichkeit grundsätzlich keine Auskunft. Allgemein verweist Gaehn darauf, dass sich Eigentümer und Kaufinteressenten von den zuständigen städtischen Stellen beraten lassen können. Bauordnung, Denkmalschutz, Wirtschaftsförderung und Sanierungsstelle unterstützten bei der Klärung von Nutzungsmöglichkeiten, baulichen und denkmalrechtlichen Anforderungen sowie möglichen Förderungen.

An vielen Gebäuden der historischen Innenstadt werde derzeit gebaut und saniert, so die Bürgermeisterin. Diese Investitionen begrüße die Stadt ausdrücklich. Die Landesgartenschau biete „einen zusätzlichen Anlass, Gebäude herzurichten und neue Nutzungsperspektiven zu entwickeln“.

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