DONAUESCHINGEN/VS-SCHWENNINGEN – Mit unterschiedlichen erfundenen Geschichten haben Telefonbetrüger am Donnerstag zwei Seniorinnen zur Herausgabe ihrer Wertsachen gebracht. In beiden Fällen nahmen unbekannte Männer die Beute ab. Die Kriminalpolizei Rottweil ermittelt und sucht Zeugen.
In Donaueschingen erhielt eine 85-Jährige mehrere Anrufe eines angeblichen Staatsanwalts und einer vermeintlichen Polizeibeamtin. Die Betrüger behaupteten, der Sohn der Seniorin habe bei einem schweren Verkehrsunfall eine Frau getötet. Nur durch das Hinterlegen einer Kaution könne eine drohende Haftstrafe verhindert werden.
Im Glauben, ihrem Sohn zu helfen, übergab die Frau am Donnerstagabend eine Tasche mit Wertgegenständen an einen unbekannten Abholer. Der Mann wird als 30 bis 40 Jahre alt und schlank beschrieben. Er habe mitteleuropäisch ausgesehen, kurze Haare und helle Kleidung getragen sowie Hochdeutsch gesprochen.
Die Polizei bittet Personen, denen zwischen 19 und 20 Uhr verdächtige Menschen oder Fahrzeuge im Bereich der Moltkestraße aufgefallen sind, um Hinweise.
Angeblicher Ermittler holt Wertsachen ab
Auch in VS-Schwenningen waren falsche Amtsträger erfolgreich. Ein vermeintlicher Staatsanwalt und ein angeblicher Polizist erzählten einer Seniorin am Telefon, eine Mitarbeiterin ihrer Hausbank arbeite mit flüchtigen Kriminellen zusammen. Diese habe auch die Nummer ihres Bankschließfachs weitergegeben.
Um die dort gelagerten Wertgegenstände zu schützen, solle die Frau das Schließfach leeren und den Inhalt nach Hause bringen. Dort werde ein verdeckter Ermittler die Sachen abholen und bis zur Festnahme der Täter sicher bei der Polizei verwahren.
Die Seniorin folgte den Anweisungen, holte ihre Wertsachen bei der Bank ab und übergab sie später einem unbekannten Mann. Dieser soll etwa 25 bis 30 Jahre alt, rund 1,80 Meter groß und von normaler Statur sein. Er hatte nach Angaben der Polizei aschgraue Haare und einen Spitzbart und trug ein graues Sweatshirt.
Zeugen, die am Donnerstagmittag im Bereich der Esslinger Straße verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, werden ebenfalls gebeten, sich zu melden.
Polizei warnt vor Herausgabe von Geld
Die Kriminalpolizei Rottweil hat in beiden Fällen die Ermittlungen übernommen. Hinweise nimmt sie unter Telefon 0741 4770 entgegen.
Die Polizei warnt erneut eindringlich vor solchen Betrugsanrufen. Echte Polizeibeamte, Staatsanwälte und andere Amtsträger forderten niemals Geld, Münzen oder Wertgegenstände und holten diese auch nicht bei Privatpersonen ab.
Betroffene sollten das Gespräch sofort beenden und Angehörige ausschließlich über eine ihnen bekannte Telefonnummer kontaktieren. Anschließend sollte über den Notruf 110 die Polizei verständigt werden. Insbesondere ältere Angehörige, Freunde und Nachbarn sollten regelmäßig über Schockanrufe, falsche Polizeibeamte und ähnliche Betrugsmaschen informiert werden.
