Am Ende waren sich die meisten im Ausschuss einig: Sie wollen, dass ein Glas-Kunstwerk von Tobias Kammerer in der Mitte des „Heimburger-Kreisels“ stehen soll. Die Fraktion der Freien Wähler hatte einen entsprechenden Prüfungsantrag gestellt.
Rottweil – Das Glas-Kunstwerk war im April 2018 aufgestellt worden, als Leihgabe des Künstlers. Nicht in der Mitte der Kreisverkehrs-Insel Schramberger-/Marxstraße, sondern auf dem benachbarten unbebauten Grundstück. Vor allem wegen Sicherheitsvorschriften sei das Aufstellen von Kunstwerken im Kreisverkehr nicht zulässig, hatte seinerzeit ein „Audit“ ergeben, in das auch die Stellungnahme der Polizei einfloss.
“Situation geändert”
Inzwischen, so argumentierten die Freien Wähler, habe sich die Situation geändert: Für den relevanten Zufahrtverkehr sei Tempo 30 verordnet worden, so dass keine Gefahr mehr für das Kunstwerk bestehe. Und das Werk sei auch für einen verirrten Fahrer nicht gefährlich. An der Stelle, wo das Werk jetzt steht, sei es von Bauzäunen mit Werbung „permanent verstellt“ (FWV). „Der Anblick ist nicht schön und dem herausragenden Kunstwerk von Tobias Kammerer nicht würdig“, fand er. Dem schlossen sich einige Redner an. „Ich habe mich über Ihren Antrag gefreut“, sagte beispielsweise Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf. „Wir viel Bauzaun braucht eine Stadt mit 25.000 Einwohnern wirklich?“ Aber: Es gehe nicht um die 99,999 Prozent der Verkehrsteilnehmer, die ordnungsgemäß über den Kreisverkehr fahren, der vielleicht mit drei Promille und hoher Geschwindigkeit darüber fahre.

Im Lauf der Diskussion schälte sich heraus, dass möglicherweise das Verbot von Kunst im Kreisel nur außerorts und an Ortseingängen bestehe. So kam die Idee auf, zunächst das Regierungspräsidium (RP) als Baulastträger zu befragen und ein Audit abzuhalten. Monika Hugger (CDU) fand, wenn das RP einverstanden wäre, bräuchte es kein Audit mehr. „Wenn das RP sagt, es ist okay, dann ist es auch für uns okay“, ergänzte OB Ruf. Aber wenn irgendwo eine Haftung im Raum stehe, „dann sage ich. Es wird nicht passieren.“ Einig waren sich die Rätinnen und Räte auch, dass die Versetzung des Kunstwerks kostenneutral bleiben müsse. Die Verwaltung hatte mit etwa 10.000 Euro Kosten gerechnet. Künstler Kammerer müsse auch einverstanden sein.
Dem schloss sich die Mehrheit von 13 Stimmen an. Dagegen waren Elke Reichenbach und Ralf Armleder (beide SPD/FFR)
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