Die Volksbank Rottweil wird Platinpartner der Landesgartenschau 2028. Dafür erhält die Bank die Namensrechte an einem Zugang zum Ausstellungsgelände an der Hochbrücktorstraße sowie an der Kugelbahn im Hochturmpark, die auch nach 2028 bestehen bleibt. Wie viel die Volksbank zahlt, teilen Stadt und Landesgartenschau erneut nicht mit.
ROTTWEIL – Die Landesgartenschau Rottweil 2028 hat einen weiteren Platinpartner gewonnen: die Volksbank Rottweil. Die Genossenschaftsbank erhält im Rahmen der Partnerschaft die Namensrechte an zwei Objekten – am Landesgartenschau-Eingang in der Hochbrücktorstraße und an der Kugelbahn im Bereich des Hochturms. Das teilt die Stadt Rottweil mit.
Gemeint ist damit der Zugang zum Ausstellungsgelände im Bereich der Hochbrücktorstraße, wie Ines Gaehn auf Nachfrage der NRWZ erläutert. Die Bürgermeisterin ist zugleich Geschäftsführerin der Landesgartenschau gGmbH. Der Eingang liegt beim künftigen Aufzug, umfasst aber nicht das Bauwerk selbst. Vergleichbar sei das mit einer Bezeichnung wie „Eingang Nord”, die dann eben „Volksbank-Eingang” laute.
Der Zugang befindet sich nach Angaben der Landesgartenschau unmittelbar vor dem Gebäude der Volksbank und dürfte für viele Gäste ein wichtiger Zugang zum Gelände sein. Die Kugelbahn wiederum soll dem Hochturmpark dauerhaft erhalten bleiben. Sie werde „auch über 2028 hinaus bestehen bleiben” und als Treffpunkt für Familien dienen, heißt es in der Mitteilung.
Für die Bank ist das Engagement nach eigener Darstellung ein Bekenntnis zur Region. „Als genossenschaftliche Bank übernehmen wir Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung unserer Heimat”, sagt Vorstand Boris Braun. Sein Vorstandskollege Carsten Brüner erklärt, man wolle mit dem Engagement die enge Verbundenheit zur Region sichtbar machen. Oberbürgermeister Christian Ruf und Ines Gaehn verweisen darauf, dass die Namensrechte das Engagement der Bank für die Besucherinnen und Besucher sichtbar machten.
Der dritte Partner mit Namensrecht
Damit ist die Volksbank das dritte Unternehmen, dessen Name an einem Objekt der Landesgartenschau erscheinen wird. Im Juli war bekannt geworden, dass die neue Fuß- und Radwegbrücke über Neckar und Bahn für zehn Jahre offiziell „BDT-Brücke” heißen wird, benannt nach der Rottweiler BDT Media Automation GmbH. Die Hauptbühne ist bereits an die Sparkasse vergeben. Mit der Volksbank sind nun beide örtlichen Banken unter den Sponsoren.
Beide Objekte finden sich auf der Liste, die die Stadt der NRWZ Ende Juli auf ein förmliches Auskunftsverlangen hin genannt hatte. Die Kugelbahn führte die Verwaltung dort unter den Objekten für langfristige Partnerschaften auf, die nach ihren Angaben grundsätzlich zehn Jahre laufen. Die Eingänge zum Gelände nannte sie dagegen unter den Partnerschaften, die für den Zeitraum der Landesgartenschau vergeben werden.
Wie lange die Volksbank die beiden Namensrechte hält, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Ob der Name des Eingangs nur im Ausstellungsjahr gilt und der Name der Kugelbahn deutlich länger, bleibt damit offen. Der Aufzug selbst steht auf der Liste weiterhin als eigenes Objekt für eine langfristige Partnerschaft.
Summe erneut vertraulich
Zahlen nennen Stadt und Landesgartenschau auch diesmal nicht. „Zur Höhe des Sponsorings haben die Vertragspartner Vertraulichkeit vereinbart. Daher nennen wir die konkrete Summe nicht”, teilt Gaehn mit. Die Landesgartenschau begründet diese Praxis mit dem Schutz der Geschäftsinteressen der Unternehmen; auch andere Landesgartenschauen handhaben es so.
Bekannt ist lediglich der Gesamtrahmen. Die Landesgartenschau gGmbH kalkuliert mit Sponsoringeinnahmen von rund 1,5 Millionen Euro, die sich voraussichtlich auf 40 bis 60 Unternehmenspartnerschaften verteilen sollen. Darin enthalten sind nicht nur Geldzahlungen, sondern auch Sach- und Dienstleistungen. Das Geld fließt in den Durchführungshaushalt der Schau, nicht in den Bau der einzelnen Objekte.
Die Vergabe der Namensrechte hatte im Juli eine Debatte über den Umgang mit öffentlicher Infrastruktur ausgelöst. Das Regierungspräsidium Freiburg als Fördermittelgeber der Brücke teilte auf Anfrage der NRWZ mit, ihm seien keine vergleichbaren Fälle bekannt, in denen mit öffentlichen Mitteln geförderte Infrastrukturbauten über Sponsoring einen Unternehmensnamen erhalten haben. Die Angemessenheit der Summe hat die Behörde nach eigenen Angaben nicht geprüft – das sei nicht ihre Aufgabe.
Die Sponsorenakquise läuft weiter. Welche der übrigen Objekte am Ende einen Firmennamen tragen, ist offen.
