Am 10. Juli waren sie plötzlich weg: Zwei junge Bäume in großen Kübeln, die an der Oberndorferstraße vor der Bacchus Vinothek standen. Eine Anwohnerin wandte sich schockiert an die NRWZ, ihrer Ansicht nach waren die Bäume keineswegs so kaputt, dass man sie einfach hätte absägen müssen.
Rottweil – Das fand auch Michael Grimm, Inhaber der Vinothek, der kurzerhand die Zeilen der Sängerin Alexandra aufhängte: „Mein Freund der Baum ist tot – er fiel im frühen Morgenrot.“
Wir haben bei der Stadt Rottweil nachgefragt, ob das wirklich nötig war, die Bäume abzusägen – und nun endlich auch eine Antwort bekommen: „Die andauernde Hitzeperiode hat den beiden Bäumen sehr zugesetzt, deshalb konnten die Bäume leider nicht erhalten werden. Die übergangsweise angedachten ‚Baumkisten‘ sind aber auch nicht als dauerhafte Baumstandorte gedacht gewesen und dafür auch nicht geeignet“, schreibt Tobias Hermann, der städtische Pressesprecher. „Hiermit sollte vielmehr im Rahmen von Aktionen aufgezeigt werden, wie aus Verkehrsflächen attraktive Aufenthaltsflächen entstehen können.“
Als Beispiele nennt Hermann die Bäume beim Pauls im Sprengerort oder beim Felicitas im Johannserort. „Wie beim Friedrichsplatz oder bei der Neugestaltung des Heiligkreuzortes hat sich die Stadt Rottweil zum Ziel gesetzt, mehr Bäume dauerhaft im Stadtbild zu verorten. Diese neuen Bäume werden dauerhaft und an geeigneten Standorten in die Erde gepflanzt, damit eine optimale Entwicklung mit Kronenbildung gesichert ist. Insbesondere am Friedrichsplatz sind 14 neue Bäume geplant. Die mobilen Bäume werden dagegen in nächster Zeit immer mehr reduziert werden.“
Die Vorschläge von Anwohnern, für Bäume und Blumen Patenschaften zu übernehmen und sich ums Gießen zu kümmern, kommen bei der Stadt gut an. „Patenschaften für Staudenbeete und Bäume sind erwünscht. Interessenten dürfen sich gerne bei der Stadt, im Betriebshof, melden.“ so Hermann.
