Die neue Brücke der Landesgartenschau 2028 wird künftig „BDT-Brücke“ heißen. Das haben die Landesgartenschau-GmbH und das Rottweiler Unternehmen BDT Media Automation GmbH am Mittwoch bekanntgegeben. Wie viel Geld hinter der auf zehn Jahre angelegten Namenspartnerschaft steckt, bleibt zunächst allerdings offen.
Rottweil. Noch bevor die neue Fuß- und Radwegbrücke über Neckar und Bahn gebaut ist, trägt sie bereits einen neuen Namen. Im Rahmen einer Sponsoring-Partnerschaft wird das Bauwerk künftig „BDT-Brücke“ heißen. Das Rottweiler Technologieunternehmen BDT Media Automation GmbH übernimmt nach Angaben der Landesgartenschau die Namenspartnerschaft als sogenannter Platinpartner für die kommenden zehn Jahre.
Die Brücke gilt als eines der zentralen Infrastrukturprojekte der Landesgartenschau 2028. Sie soll das Neckartal direkt mit der Innenstadt verbinden und künftig Fußgängern, Radfahrern sowie mobilitätseingeschränkten Menschen einen deutlich kürzeren Weg ermöglichen. Der Baustart ist nach Angaben der Landesgartenschau für den Herbst vorgesehen.
Mit der Namenspartnerschaft betritt die Stadt Rottweil zumindest in dieser Form Neuland. Während Unternehmen seit Jahren Sportarenen, Veranstaltungshallen oder Kulturprojekte als Namenssponsoren unterstützen, tragen öffentliche Brücken bislang nur selten den Namen eines Unternehmens. Entsprechend dürfte die Entscheidung auch eine Diskussion darüber auslösen, wie weit Sponsoring im öffentlichen Raum gehen sollte.
BDT-Geschäftsführer Dr. Holger Rath bezeichnet die Partnerschaft als Bekenntnis zum Standort Rottweil. Das weltweit tätige Unternehmen wolle einen Beitrag zur positiven Entwicklung der Stadt leisten und zugleich seine Sichtbarkeit erhöhen. Insbesondere junge Fachkräfte und Technikinteressierte sollen auf das Unternehmen aufmerksam werden.
Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf begrüßt die Vereinbarung ausdrücklich. Sie sei ein starkes Signal für die Stadt und die Landesgartenschau. Dass ein international erfolgreiches und zugleich in Rottweil verwurzeltes Unternehmen ein solches Bauwerk unterstütze und ihm seinen Namen gebe, sei ein Bekenntnis zum Standort.
Auch die Geschäftsführerin der Landesgartenschau-GmbH, Ines Gaehn, sieht in der Partnerschaft einen wichtigen Baustein für das Großprojekt. Die Landesgartenschau stärke den Wirtschaftsstandort, erhöhe dessen Sichtbarkeit und verbessere langfristig die Infrastruktur.
Wie viel ist der Brückenname wert?
Eine entscheidende Information bleibt die Mitteilung allerdings schuldig: Wie hoch der finanzielle Beitrag von BDT tatsächlich ausfällt, wird nicht genannt. Auch dazu, welche konkreten Leistungen mit dem Status als „Platinpartner“ verbunden sind oder wofür die Sponsorengelder verwendet werden, enthält die Mitteilung keine Angaben.
NRWZ hat die Stadtverwaltung und die Landesgartenschau-GmbH unter anderem gefragt, welchen finanziellen Umfang die zehnjährige Namenspartnerschaft hat, ob der Betrag in den Bau der Brücke fließt oder der Landesgartenschau insgesamt zugutekommt und welche Regelungen nach Ablauf der zehn Jahre gelten. Antworten lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor. Der Beitrag wird nach Eingang der Stellungnahmen ergänzt.
Hintergrund
Die BDT Media Automation GmbH wurde 1967 in Rottweil gegründet und beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 350 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt Speicherlösungen für große Datenmengen sowie Automatisierungssysteme für die Druck- und Verpackungsindustrie und ist mit Niederlassungen unter anderem in den USA, Mexiko, den Niederlanden, Singapur und China international vertreten.
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