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Zentimeter für Zentimeter: Zimmerer heben Schindelbrücke an – Sanierung für die Landesgartenschau

Historische Schindelbrücke in der Rottweiler Au wird aufwendig saniert: Zimmerleute heben die komplette Holzkonstruktion an, erneuern die Auflager und machen sie fit für die Landesgartenschau 2028.

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Zimmermann Hubert Nowack auf der historischen Schindelbrücke. Foto: Moni Marcel

Die historische Schindelbrücke in der Rottweiler Au wird derzeit aufwendig saniert. Dafür mussten Zimmerleute die komplette Holzkonstruktion anheben, um stark beschädigte Auflager zu ersetzen. Künftig soll die Brücke ausschließlich Fußgängern und Radfahrern dienen – und einer der Zugänge zur Landesgartenschau 2028 werden.

Rottweil – Die historische Schindelbrücke in der Rottweiler Au ruht derzeit nicht mehr auf ihrem ursprünglichen Fundament. Zimmermann Hubert Nowack und sein Team haben die gesamte Holzkonstruktion Schritt für Schritt angehoben, um die beschädigten Auflager zu erneuern. Eine Arbeit, die Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordert.

Die hölzernen Auflager der Brücke sind im Laufe der Jahrzehnte stark verfault. Um sie austauschen zu können, musste die Brücke zunächst einerseits , anschließend andererseits angehoben werden. Erst danach konnten die Zimmerleute die beschädigten Bauteile unter der Konstruktion erneuern.

Für Hubert Nowack sind solche Arbeiten nichts Ungewöhnliches. Sein Betrieb ist auf historische Holzkonstruktionen spezialisiert. Das Team hat bereits Dachstühle alter Bauernhäuser angehoben und sogar einen schiefen Kirchturm wieder ins Lot gebracht. Der Turm sei ähnlich schief gewesen wie der des Rottweiler Münsters, erzählt Nowack. Beim Münster entschied man sich bekanntlich im Zuge der Sanierung jedoch dafür, die historische Schieflage zu erhalten.

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Fotos: Moni Marcel

An der Schindelbrücke waren die Schäden deutlich sichtbar. „Die Auflager waren ziemlich abgesackt und verformt“, sagt Nowack. Nach Einschätzung der Beteiligten dürfte dazu auch beigetragen haben, dass die Brücke über viele Jahre nicht nur von Autos, sondern auch von Lastwagen befahren wurde. Künftig wird der motorisierte Verkehr über die neue Betonbrücke nebenan geführt. Die historische Holzbrücke bleibt Fußgängern und Radfahrern vorbehalten.Eine weitere Herausforderung für die Handwerker ist der Aufbau der Brücke. Ursprünglich bestand sie vollständig aus Holz. In den 1980er-Jahren erhielt sie jedoch eine Beton- und Asphaltschicht. Während der Asphalt entfernt wird, bleibt der Beton erhalten. Darüber entsteht eine neue Fahrbahn aus Holzbohlen.Zudem werden die Zimmerleute Verformungen der Brücke beseitigen und filigrane Stahlverspannungen einbauen, damit sich die Konstruktion künftig nicht erneut verzieht.

Mit der Sanierung soll die Brücke nicht nur dauerhaft erhalten werden. Sie wird in zwei Jahren auch einer der Zugänge zur Landesgartenschau sein. Für Fußgänger und Radfahrer bedeutet das mehr Sicherheit. Bislang war es in der Brücke selbst oft recht dunkel, sodass Autofahrer Menschen im Inneren leicht übersehen konnten. Künftig können Besucher dort ohne Verkehr mitten auf der Brücke stehen bleiben und den Blick durch die charakteristischen Sehschlitze genießen.

Darum wird die Brücke angehoben

  • Die hölzernen Auflager der historischen Brücke waren stark beschädigt und mussten ersetzt werden.
  • Dafür wurde die gesamte Holzkonstruktion nacheinander auf beiden Seiten angehoben.
  • Gleichzeitig werden Verformungen der Brücke korrigiert.
  • Eine neue Holzfahrbahn und filigrane Stahlverspannungen sollen die Konstruktion langfristig stabilisieren.
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