Ermittler der Kriminalpolizeidirektion Rottweil haben eine mutmaßliche Bande von Autoschiebern mit Schwerpunkt im Raum Tuttlingen aufgedeckt. Nach einjährigen Ermittlungen und einer gemeinsamen Aktion mit rumänischen Behörden am 10. Juni sitzen inzwischen fünf Beschuldigte in Deutschland und sechs in Rumänien in Untersuchungshaft. Der Gruppe werden 37 Fälle von Hehlerei mit Fahrzeugen im Wert von rund 1,3 Millionen Euro zugerechnet.
Begonnen hatte alles im Juni vergangenen Jahres. Damals nahmen Kriminalbeamte in Rottweil eine Gruppe ins Visier, deren mutmaßliche Hauptakteure überwiegend aus dem Raum Tuttlingen heraus operierten. Der Verdacht: gewerbsmäßige Hehlerei mit Autos, Lastwagen und Transportern in großem Stil.
Die Fahrzeuge stammten den Ermittlungen zufolge aus Frankreich, Italien, Spanien, Ungarn und weiteren Ländern. Sie waren dort betrügerisch erlangt, unterschlagen oder gestohlen worden.
Neue Papiere für gestohlene Autos
Um die Wagen wieder in den legalen Handel zu bringen, sollen die Beschuldigten sie bei Zulassungsstellen vorgeführt, neue Hauptuntersuchungen veranlasst und Ausfuhrkennzeichen beantragt haben. Dabei halfen nach Angaben der Polizei bundesweit Strohmänner – und teilweise gefälschte Dokumente.
Anschließend gingen die Fahrzeuge zurück ins Ausland, zum Teil über eigens gegründete Scheinfirmen. Die meisten wurden am Ende in Rumänien neu zugelassen.
Ermittlungen liefen parallel in zwei Ländern
Während die Rottweiler Beamten die Strukturen der Gruppe weiter aufhellten und zusätzliche Verdächtige identifizierten, ermittelte die Kriminalpolizei der rumänischen Provinz Dâmbovița teils gegen dieselben Personen. Beide Verfahren wurden zusammengeführt.
Am 10. Juni durchsuchten rumänische Ermittler und mehrere Spezialeinheiten 16 Objekte. Zwei Beamte der Kriminalpolizeidirektion Rottweil waren vor Ort dabei. Acht Verdächtige wurden festgenommen, sechs von ihnen sitzen in Rumänien in Untersuchungshaft. Sichergestellt wurden sieben hochwertige Fahrzeuge und Bargeld in erheblichem Umfang.
Unterstützt wurde die Aktion durch das von der EU kofinanzierte Projekt „ISF LUMEN Expanded” des Landeskriminalamts Baden-Württemberg.
Ein Beschuldigter stellte sich in Rottweil
Zeitgleich klickten auch in Deutschland die Handschellen: Ein per Haftbefehl gesuchtes Mitglied der Gruppe wurde festgenommen. Ein weiterer Beschuldigter stellte sich von sich aus bei der Polizei in Rottweil und kam ebenfalls in Untersuchungshaft.
Von elf Beschuldigten in Deutschland sitzen inzwischen fünf Männer im Alter zwischen 23 und 46 Jahren in Untersuchungshaft. Gegen einen 33-Jährigen, der in Rumänien inhaftiert ist, liegt ein europäischer Haftbefehl vor.
Die Ermittlungen dauern an. Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
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