Baden-Württemberg und die Pflegekassen starten sechs Modellprojekte für eine wohnortnahe Pflege und stellen dafür rund 14,3 Millionen Euro bereit. Einer der ausgewählten Standorte ist der Landkreis Tuttlingen – der direkte Nachbar des Landkreises Rottweil. Der Landkreis Rottweil ist in der ersten Runde nicht vertreten. Weitere Vorhaben sollen im Laufe des Jahres folgen.
Menschen, die pflegebedürftig werden, sollen so lange wie möglich zu Hause bleiben können. Um dafür neue Wege zu erproben, hat das Land gemeinsam mit der sozialen und privaten Pflegeversicherung das Förderprogramm „OrtsNahePflege BW” aufgelegt. Die ersten sechs Modellvorhaben gehen jetzt an den Start.
Gefördert werden Projekte in Überlingen, im Landkreis Lörrach, in Mannheim, Schorndorf, Tübingen und im Landkreis Tuttlingen. Für diese erste Tranche stehen nach Angaben des Sozialministeriums rund 14,3 Millionen Euro zur Verfügung.
Bis 2029 insgesamt 31 Millionen Euro
Die 14,3 Millionen Euro sind nur ein erster Baustein. Insgesamt sollen bis Ende 2029 rund 31 Millionen Euro in das Programm fließen. Davon trägt das Land bis zu 15,6 Millionen Euro, den Rest die Pflegeversicherung. Die AOK Baden-Württemberg koordiniert als federführender Landesverband der Pflegekassen das Förderverfahren.
Im Mittelpunkt der Modellprojekte steht nach Darstellung des Ministeriums eine stärkere Rolle der Kommunen in der Pflege. Kommunen und Träger der Altenhilfe sollen eigene Versorgungskonzepte entwickeln und in der Praxis testen. Begleitet werden die Vorhaben wissenschaftlich; die Ergebnisse sollen zeigen, welche Ansätze sich bewähren.
Was das für die Region bedeutet
Für den Landkreis Rottweil hat die Entscheidung zunächst keine unmittelbaren Folgen – hier läuft kein gefördertes Modellvorhaben an. Ob und in welchem Umfang sich Kommunen oder Träger aus dem Kreis um eine Förderung beworben haben, geht aus der Mitteilung des Ministeriums nicht hervor.
Interessant bleibt die Entwicklung im Nachbarkreis Tuttlingen: Dort erprobte Konzepte könnten mittelfristig auch für den Landkreis Rottweil relevant werden, wenn sich die Ansätze in der Evaluation bewähren. Zudem kündigt das Land weitere Modellvorhaben im Laufe des Jahres an.
Was das Land dazu sagt
Staatssekretärin Petra Krebs (Grüne) vom Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit erklärte bei der Vorstellung am Dienstag in Stuttgart, gute Pflege brauche den Mut, neue Wege auszuprobieren. Die eingereichten Anträge zeigten nach ihren Worten, wie viel Engagement im Land vorhanden sei.
Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, bezeichnete Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Modellvorhaben leisteten aus seiner Sicht einen Beitrag zu tragfähigen Strukturen im Quartier.
Welche Schwerpunkte die einzelnen Projekte setzen und wie viel Geld jeweils fließt, hat das Ministerium in einer Übersicht angekündigt. Diese lag der Redaktion zunächst nicht vor.

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