Mit Teamgeist, Wurzeln und Flügeln in die Zukunft

Realschule Rottweil verabschiedet ihre Absolventinnen und Absolventen der Klassenstufen 9 (Hauptschulabschluss) und 10 (mittlere Reife)

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Die „Sonderpreisträger“ Von links nach rechts: David Bühler (Schulbester und Sonderpreis „gelebte Haltung“), Luisa Schneider (Sonderpreis „außergewöhnliches Engagement für Schulchor und Band“), Laura Reinauer (Schulbeste), Robin Tetzner (Sonderpreis „gelebter Leitsatz“) und Luisa Günther (Schulbeste). Foto: Realschule Rottweil

Im Rahmen einer feierlichen Entlassfeier verabschiedete die Realschule Rottweil insgesamt 108 Absolvent. Zwölf Schüler der Klassenstufe 9 schlossen ihren Bildungsweg an der Realschule mit dem Hauptschulabschluss ab, 96 Schüler der Klassenstufe 10 hatten erfolgreich die Realschulabschlussprüfung abgelegt.

Rottweil – Musikalisch eröffnet wurde die Feier von Lilith Hercigonja mit dem Solostück „La Vaguelette“. Auch im weiteren Verlauf sorgten die Absolvent mit musikalischen Beiträgen unterstützt vom Leitungsteam von Chor und Band für einen würdigen und stimmungsvollen Rahmen.

In seiner Entlassrede griff Realschulrektor Andreas Kienzler die aktuelle Fußball-Weltmeisterschaft auf. Große Namen und Talent allein seien noch keine Garantie für Erfolg. Entscheidend seien vielmehr Vorbereitung, Haltung, Zusammenspiel und ein Umfeld, das Leistung ermögliche. Für die Absolvent sei die Entlassfeier nun ein ganz persönlicher Finaltag: Nach Gruppenphasen, K.-o.-Runden, Verlängerungen und manchem gefühlten Elfmeterschießen hielten sie am Ende ihren eigenen Titel in den Händen – den erfolgreichen Schulabschluss.

Erfolg entstehe dabei nur selten in einzelnen Glanzmomenten, betonte Kienzler. Häufig entscheide er sich an ganz gewöhnlichen Tagen: dann, wenn man trotz Rückschlägen weiterlerne, Verantwortung übernehme und sein Ziel nicht aus den Augen verliere. Wie eine erfolgreiche Mannschaft hätten auch die Schüler Menschen benötigt, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Die Klassen- und Fachlehrkräfte hätten dabei die Rolle der Trainer, der Kommentatoren und gleichzeitig oft auch die der Physiotherapeuten übernommen: Sie hätten gefordert, gefördert, korrigiert, motiviert und immer wieder deutlich gemacht, dass Entwicklung nicht von allein geschehe.

Ein ganz besonderer Dank gebühre den Eltern, die über viele Jahre mitgefiebert, Erfolge gefeiert, Enttäuschungen mitgetragen und sich bisweilen vermutlich mehr Sorgen um Klassenarbeiten gemacht hätten als ihre Kinder selbst. Gewürdigt wurden ebenso die Mitarbeiterinnen des Sekretariats, der Hausmeister, die Schulsozialarbeit, die Ganztagesbetreuung und alle weiteren Personen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass Schule weit mehr als Unterricht ist.

Mit einem Augenzwinkern beschrieb Kienzler den Hausmeister als eine Mischung aus Platzwart, Zeugwart, Sicherheitsdienst und Krisenmanager, der wesentlich dazu beigetragen habe, dass das „Stadion Schule“ jeden Morgen wieder bespielbar gewesen sei.

Besonders hob der Schulleiter auch das Engagement der Abschlussklassen während der Social-Payback-Tage hervor. Nachdem die Prüfungen abgeschlossen waren, hätten die Jugendlichen der Schulgemeinschaft etwas zurückgegeben. Damit hätten sie gezeigt, dass Gemeinschaft nur funktioniere, wenn Menschen nicht ausschließlich fragen, was sie selbst davon hätten, sondern auch bereit seien, sich für andere einzubringen.

Ein Abschluss sei jedoch nicht das Ende einer Entwicklung, sondern auch die Bestätigung, dass eine weitere Etappe erreicht worden sei. Nicht alle Lebenswege verliefen gleich schnell oder geradlinig. Entscheidend sei, die Folgen des eigenen Handelns auf sich und die anderen immer wieder zu hinterfragen und seinen Weg anzupassen oder bewusst und verantwortlich weiterzugehen. In einer Zeit, in der soziale Medien häufig den Eindruck vermittelten, Erfolg müsse schnell und mühelos entstehen, erinnerte Kienzler daran, dass sich der Wert eines Menschen weder an der Zahl seiner Follower noch am Kontostand oder an einer einzelnen Note bemesse. Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Respekt, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, für andere einzustehen, seien Eigenschaften, die auf keinem Zeugnis erschienen und dennoch für das weitere Leben von großer Bedeutung seien.

Im Mittelpunkt der Feier stand dann die Übergabe der Abschlusszeugnisse; überreicht von den Klassenlehrkräften Herrn Ehinger für die Klasse 10a, Frau Ruoff für die Klasse 10b, Herrn Singer für die Klasse 10c, Frau Uhl für die Klasse 10d; konnten 30 Preise – also Endschnitte mit einer 1 vor dem Komma – und 30 Lobe vergeben werden. Die Hauptschulabsolventwurden von Frau Ruppelt als Klassenlehrkraft begleitet; auch hier gab es noch zweimal ein Lob.

Bereits zum zehnten Mal verlieh die Realschule auch in diesem ihre Sonderpreise. Schulleiter Kienzler betonte, Schule lebe von Menschen, die Verantwortung übernähmen und nicht fragten: „Was bringt mir das?“, sondern: „Wo kann ich helfen?“ Manche der Geehrten hätten sichtbar im Vordergrund gestanden, andere leise und verlässlich im Hintergrund gewirkt. Allen gemeinsam sei, dass sie Gemeinschaft aktiv gelebt hätten und sich in besonderer Weise für ihre Klassen, einzelne Mitschüleroder die gesamte Schulgemeinschaft eingesetzt hatten.

Robin Tetzner erhielt den Sonderpreis „Gelebter Leitsatz –‚Gemeinsam Entwicklungs-chancen wahrnehmen‘“. Luisa Schneider wurde für ihr außergewöhnliches Engagement für Schulchor und Band ausgezeichnet. David Bühler erhielt den Sonderpreis „Gelebte Haltung“. Als Schulbeste wurden gleich drei Schülerausgezeichnet: Laura Reinauer (10a), David Bühler (10c) und Luisa Günther (10d) – alle drei erreichten den „fast perfekten“ Schnitt von 1,1

Einen weiteren musikalischen Höhepunkt setzte Luisa Schneider mit ihrem Solostück „Angel“. Frau Lausmann, als Vertreterin der Elternschaft, richtete den Blick anschließend auf den gemeinsamen Weg von den ersten Schultagen bis zum Abschluss. Im Mittelpunkt ihrer Ansprache stand der Gedanke: „Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln. Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.“ Mit viel Humor erinnerte sie an zu große Schulranzen, morgendliche Weckversuche, vorbereitete Pausenbrote, kurzfristig benötigtes Bargeld für Schulaktionen, Hausaufgaben und Präsentationen sowie an die häufig knappe Antwort „gut“ auf die elterliche Frage nach dem Schultag.

Gleichzeitig seien die Kinder mit jedem Schuljahr selbstständiger geworden. Sie hätten den Wechsel auf die weiterführende Schule, neue Klassenzusammensetzungen, das Schullandheim, die Pubertät und schließlich die Abschlussprüfungen gemeistert. Unterstützt worden seien sie dabei von Lehrkräften, die sie nicht nur als Schüler, sondern auch als Menschen wahrgenommen und sie durch Erfolge, Krisen und Konflikte begleitet hätten.

Die Eltern könnten nun mit großem Stolz auf das Erreichte ihrer Kinder blicken. Der Abschluss sei ein Erfolg, den ihnen niemand mehr nehmen könne. Nun beginne für manche eine Ausbildung, für andere der Besuch einer weiterführenden Schule. Dabei sei es nicht notwendig, bereits heute den perfekten Lebensweg zu kennen. Wichtiger seien Neugier, Mut, Offenheit und Menschen, die einen auf dem weiteren Weg begleiteten.

Auch für die Eltern bedeute der Abschlusstag einen kleinen Abschied: „Wir lassen euch nicht los, aber wir lassen euch fliegen.“ Sie würden künftig nicht mehr bei jedem Schritt neben ihren Kindern stehen, aber weiterhin da sein, wenn Hilfe, eine Umarmung, ein Weg nach Hause, eine gefüllte Kühlschranktür oder frische Wäsche benötigt würden.

Mit einem gemeinsamen großen Auftritt aller Absolvent fand die Feier ihren musikalischen Abschluss. Zunächst präsentierten sie „Story of My Life“. Unmittelbar anschließend begleiteten sie mit „Don’t Worry“ den Auszug aus dem Festsaal. So wurden die 108 Absolvent mit den besten Wünschen für Gesundheit, Glück und Erfolg in ihren neuen Lebensabschnitt verabschiedet. Sie dürfen ihre Wurzeln mitnehmen – und von nun an ihre Flügel nutzen.

2026 hsa 9a
Autor / Quelle:Pressemitteilung (pm)
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