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Schramberger Stollen als „Kühloasen“? Omas for Future machen Vorschlag – Stadt reagiert

Die „Omas for Future“ schlagen vor, kühle Stollen im Schlossberg als Rückzugsorte bei Hitze zu nutzen. Die Stadt Schramberg würdigt die Idee, sieht eine Umsetzung derzeit aber skeptisch.

Stollen am Seilerwegle. Foto: David Kuhner
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Lesezeit 3 Min.

Angesichts zunehmender Hitzewellen bringen die Schramberger „Omas for Future“ eine ungewöhnliche Idee ins Gespräch: Kühle Stollen im Schlossberg könnten als Zufluchtsorte für besonders hitzegefährdete Menschen dienen. Die Stadtverwaltung begrüßt die Debatte über Hitzeschutz, sieht die konkrete Umsetzung aber kritisch.

Die Diskussion um den Umgang mit steigenden Temperaturen erreicht auch Schramberg. In einem Leserbrief an die NRWZ regt die Regionalgruppe der „Omas for Future“ an, ehemalige Stollenanlagen im Schlossberg als sogenannte „Kühloasen“ für Menschen zu nutzen, die unter extremer Hitze besonders leiden.

Hintergrund ist die zunehmende Zahl von Hitzetagen und Hitzewellen. Die Initiative verweist darauf, dass bereits Ende Mai in Teilen Deutschlands Temperaturen von über 30 Grad gemessen wurden. Besonders ältere Menschen, Schwangere, Kranke oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen seien bei großer Hitze oft in ihrer Mobilität eingeschränkt und gesundheitlich gefährdet.

Vorschlag: Kühle Stollen als Rückzugsorte

Konkret schlagen die „Omas for Future“ vor, die Stollen am Burgweg, am Rossgumpen und am Seilerwegle zu prüfen. Nach entsprechenden Umbauten könnten dort Aufenthaltsbereiche mit Sitz- und Liegemöglichkeiten entstehen. Denkbar seien außerdem Wasseranschlüsse, Toiletten und eine Beleuchtung. Die Räume könnten bei hohen Temperaturen rund um die Uhr geöffnet werden.

Aus Sicht der Initiative hätte das Konzept einen weiteren Vorteil: Die natürliche Kühle der Stollen würde ohne zusätzlichen Energieverbrauch auskommen und damit weder die Klimabelastung erhöhen noch hohe Betriebskosten verursachen.

Stadt verweist auf Sicherheits- und Prioritätsfragen

Auf Anfrage der NRWZ hat Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr zu dem Vorschlag Stellung genommen. Sie betont zunächst die Bedeutung des Themas Hitzeschutz. Die Stadt habe bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht, darunter die geplante Umgestaltung des Rathausplatzes sowie die Installation eines Trinkwasserbrunnens.

Zu den vorgeschlagenen Stollen erklärt Eisenlohr jedoch, dass diese derzeit nicht für eine öffentliche Nutzung geeignet seien. Die Anlagen seien teilweise ungesichert und erfüllten die Anforderungen an öffentlich zugängliche Räume nicht.

Eine Inbetriebnahme nach umfangreichen Umbauten sieht die Stadt „auf den ersten Blick eher nicht“. Schramberg habe zahlreiche laufende Projekte und müsse ihre Ressourcen gezielt einsetzen.

Offen für weitere Aufenthaltsorte bei Hitze

Gleichzeitig zeigt sich die Stadt offen für die grundsätzliche Idee zusätzlicher kühler Aufenthaltsorte. Eisenlohr verweist auf bestehende Angebote wie den Park der Zeiten mit seinen schattigen Bereichen. Auch Kirchen könnten während Hitzeperioden angenehme Rückzugsorte sein, sofern sie geöffnet sind.

Das Thema wird die Stadtverwaltung ohnehin weiter beschäftigen. Am 25. Juni befasst sich der Ausschuss für Umwelt und Technik mit dem Klimaschutz- und Klimawandelanpassungskonzept der Stadt. Hitzeschutz gehört dabei ausdrücklich zu den vorgesehenen Handlungsfeldern. Diskutiert werden könnten laut Stadtverwaltung unter anderem weitere Trinkwasserbrunnen oder zusätzliche Aufenthaltsorte für heiße Tage.

Zum Abschluss bedankt sich die Oberbürgermeisterin ausdrücklich bei den „Omas for Future“ für deren Engagement. Die Initiative leiste einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Anpassung an den Klimawandel.

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