Rottweil. Mobile Klimageräte sind in Hitzewochen schnell gekauft – effizient sind sie meist nicht. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät, vor der Anschaffung zu prüfen, ob ein Gerät überhaupt nötig ist und welche Bauart zur Wohnung passt. Wer zur Miete wohnt, braucht für die sparsamere Variante zudem die Zustimmung des Vermieters. Beratung dazu gibt es auch im Landkreis Rottweil, in Teilen kostenlos.
Erst die einfachen Mittel
Bevor ein Gerät ins Haus kommt, verweist die Verbraucherzentrale auf Maßnahmen, die wenig oder nichts kosten. Ein Ventilator senkt die Raumtemperatur zwar nicht, erzeugt aber durch die Luftbewegung einen Kühleffekt – bei deutlich geringerem Stromverbrauch als ein Klimagerät.
Außenliegende Rollläden oder Markisen halten einen Teil der Wärme draußen, weil sie die Sonne abfangen, bevor sie auf die Scheibe trifft. Dazu kommt das Lüften in der Nacht, möglichst quer durch die Wohnung und sobald die Außentemperatur unter die Innentemperatur fällt. So verlässt die tagsüber gespeicherte Wärme das Gebäude wieder.
Monoblock oder Splitgerät
Wer sich dennoch für ein Klimagerät entscheidet, hat zwei Grundtypen zur Wahl. Mobile Monoblock-Geräte lassen sich ohne Installationsaufwand aufstellen, der Abluftschlauch führt durch ein gekipptes Fenster nach draußen. Sie arbeiten nach Angaben der Verbraucherzentrale vergleichsweise ineffizient.
Fest installierte Splitgeräte, bei denen der lautere Teil außen an der Fassade sitzt, kühlen effizienter und leiser. Einbauen muss sie ein Fachbetrieb. In Mietwohnungen ist dafür in der Regel die Zustimmung der Vermieterin oder des Vermieters erforderlich – ein Eingriff in Fassade und Gebäudesubstanz lässt sich nicht im Alleingang erledigen.
Worauf es beim Kauf ankommt
Die Verbraucherzentrale nennt vier Kriterien: eine zur Raumgröße passende Kühlleistung, eine gute Energieeffizienz, eine möglichst geringe Lautstärke und ein möglichst klimafreundliches Kältemittel. Dazu kommt der laufende Stromverbrauch – er gehört in die Rechnung, nicht nur der Kaufpreis.
Damit ein Gerät effizient arbeitet und hygienisch einwandfrei bleibt, sind regelmäßige Reinigung und Wartung nötig.
Strom vom eigenen Dach
Gekühlt wird vor allem dann, wenn die Sonne scheint – also dann, wenn eine Photovoltaikanlage viel Strom liefert. Die Verbraucherzentrale hält die Kombination aus Klimagerät und PV-Anlage deshalb für sinnvoll. Ein Batteriespeicher kann den Betrieb in die Nachtstunden verlängern, und auch ein Steckersolargerät liefert nach Einschätzung der Beratungsstelle einen nennenswerten Beitrag.
Im Winter heizen – und dafür Geld bekommen
Die meisten Split-Klimaanlagen können ihren Kältekreis umkehren und damit auch heizen. Als Luft-Luft-Wärmepumpe kommen sie unter bestimmten Bedingungen für eine Förderung infrage.
Zur Einordnung: Die KfW führt Luft-Luft-Wärmepumpen – etwa Multisplit-Systeme – in ihrer Heizungsförderung für Wohngebäude (Programm 458) ausdrücklich als förderfähig auf. Die Grundförderung liegt bei 30 Prozent der förderfähigen Kosten, mit Boni sind in der Spitze bis zu 70 Prozent möglich. Gefördert wird dabei der Austausch der Heizung. Ein Klimagerät, das zusätzlich zur bestehenden Gas- oder Ölheizung eingebaut wird, fällt nicht darunter. Wer das für sein Haus prüfen will, sollte das vor der Auftragsvergabe mit einer Energieberatung klären.
Was baulich hilft
Längerfristig wirkt außenliegender Sonnenschutz am stärksten, weil er verhindert, dass sich das Gebäude durch direkte Einstrahlung aufheizt. Eine Wärmedämmung verlangsamt den Wärmeeintrag zusätzlich und senkt im Winter den Verbrauch.
Ihre Grenze zeigt sich bei langen Hitzewellen mit warmen Nächten: Kühlt ein Gebäude nachts nicht mehr aus, heizt es sich über mehrere Tage hinweg immer weiter auf. Dann, so die Verbraucherzentrale, könne eine aktive Kühlung sinnvoll sein.
Beratung in der Region
Die Klimaschutz- und Energieagentur Region Schwarzwald-Baar-Heuberg unterhält in Rottweil eine Niederlassung in der Steinhauserstraße 18. Sie bietet eine kostenlose persönliche Erstberatung an, unter anderem zu Heiztechnik, Dämmung und Fördermitteln. Termine gibt es telefonisch unter 0741 3203987-0.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale unterhält ebenfalls eine Beratungsstelle für den Landkreis Rottweil und berät online, telefonisch, per Video oder im persönlichen Gespräch. Für einkommensschwache Haushalte ist das Angebot mit entsprechendem Nachweis kostenfrei, sonst kostenpflichtig. Die bundesweite Hotline: 0800 809 802 400. Gefördert wird die Beratung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
