Rottweil – Ein vergleichsweise kleiner, aber ungewöhnlicher Einsatz hat die Feuerwehr Rottweil am Montagabend gegen 18.30 Uhr an den Bahnhof geführt. Ein Rollstuhlfahrer war zunächst in einem Aufzug eingeschlossen und benötigte anschließend Hilfe, um zu seinem Zug Richtung Villingen zu gelangen.
Nach Angaben der Einsatzleitung konnte die Feuerwehr den Mann rasch aus dem Aufzug befreien. Damit war der Einsatz allerdings noch nicht beendet: Zwei Feuerwehrleute trugen den Rollstuhlfahrer die Treppe hinauf zu Gleis 2, weitere Einsatzkräfte brachten seinen Rollstuhl nach oben.
Dort stellte sich heraus, dass an diesem Gleis kein Zug mehr abfahren würde – und zwar nicht nur an diesem Abend. Der Zugzielanzeiger wies als nächste Abfahrt von diesem Gleis einen Regionalexpress um 6.39 Uhr des folgenden Morgens aus. Der Zug, den der Mann ursprünglich hatte erreichen wollen, war zu diesem Zeitpunkt bereits rund 18 Minuten weg. Die nächste Verbindung sollte stattdessen von Gleis 4 starten. Also ging es für die Feuerwehrleute noch einmal zurück: Sie trugen den Mann wieder hinunter und halfen ihm anschließend, Gleis 4 zu erreichen.
Im Einsatz war lediglich die Besatzung eines Löschgruppenfahrzeugs.
Aufzüge am Bahnhof beschäftigen die Feuerwehr regelmäßig
Der Einsatz reiht sich in eine längere Serie ein. Die Feuerwehr Rottweil rückt nach eigenen Angaben etwa zehn- bis zwölfmal im Jahr aus, weil Menschen in Aufzügen feststecken – wobei die Kabine beim Eintreffen der Einsatzkräfte häufig bereits wieder leer ist.
Der Bahnhof taucht in dieser Statistik wiederholt auf. Am 13. August 2025 saß ein Mann im Aufzug zu den Gleisen 4 und 5 fest. Reguläre Öffnungsversuche scheiterten, die Feuerwehr musste die Türen aufstemmen und befreite ihn nach rund einer Dreiviertelstunde unverletzt. Der dabei beschädigte Aufzug wurde anschließend stillgelegt; er wartete auf Ersatzteile.
Schon im Dezember 2019 war die Feuerwehr zum Aufzug an Gleis 1 gerufen worden. Die betroffene Person kam dort wieder heraus, weil die Kabine schließlich doch weiterfuhr. Stadtbrandmeister Frank Müller nahm den extrem langsam fahrenden Aufzug damals außer Betrieb. Auch an diesem Aufzug hatte es zuvor wiederholt Befreiungen gegeben.
Betroffen ist nicht allein der Bahnhof. Im September 2018 befreite die Feuerwehr drei Mitarbeiter einer Medizintechnikfirma aus dem Aufzug einer radiologischen Praxis. Im Oktober 2024 blieb in einer privaten Tiefgarage in der Innenstadt ein Fahrzeugaufzug rund zehn Zentimeter unter Straßenniveau stehen. Und am 26. September 2025 führte ein größerer Stromausfall an einem einzigen Tag zu drei Befreiungen aus steckengebliebenen Aufzügen im Stadtgebiet.
Nach Informationen der NRWZ kommt es auch in Oberndorf und Sulz wiederholt zu Personenrettungen aus Aufzügen, auch an den dortigen Bahnhöfen.
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