Freitag, 19. April 2024

Bislang drei Corona-Fälle an der Rottweiler Konrad-Witz-Schule

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Das Gesundheitsamt Rottweil hat am Freitagnachmittag einen Zwischenstand bei den derzeit laufenden Corona-Testungen an der Konrad-Witz-Schule veröffentlicht. Demnach sind von den bis Freitagnachmittag vorliegenden weiteren Testergebnissen 36 negativ und einer positiv.

Damit sind nun drei Achtklässler positiv auf Corona getestet worden. Weitere Testungen laufen noch und sollen nun auch auf die Klassenstufe 6 ausgedehnt werden, da auch hier Kontakte zu infizierten Schülern bestanden.

Den ersten Fall meldete die Stadt am Mittwoch. Der Betroffene war mitsamt seiner Klasse und den entsprechenden Lehrkräften in Quarantäne, die Mitschüler sollten getestet werden. Eltern eines Schülers aus der betroffenen Klasse haben sich gemeldet. Sie machen der Schulverwaltung Vorwürfe, die wiederum ihre Sicht der Dinge schildert.

764 Corona-Fälle gibt es bislang im Landkreis Rottweil seit Beginn der Pandemie. Diese Zahl nennt das Gesundheitsamt. Aktuell seien 46 Fälle aktiv, drei mehr als am Vortag. Die Zahlen steigen mit Ende der Sommerferien wieder langsam. 27 Menschen starben im Landkreis bislang mit oder an Corona – eine Zahl, die glücklicherweise lange Zeit unverändert geblieben ist.

„Die Schulleitung hat alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie der Elternbeirat sind informiert. Die Betroffenen werden auf das Coronavirus getestet“, so die Stadtverwaltung bereits am Mittwoch. Sie wolle zeitnah informieren, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.

Die meisten Corona-Infizierten gibt es im Landkreis Rottweil aktuell in Rottweil selbst (zwölf aktive Fälle), Schramberg (neun), Dornhan, Sulz und Oberndorf (vier), Schenkenzell (drei Fälle). Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) liegt im Kreis Rottweil aktuell bei 11,5. Damit liegt der Landkreis im Mittelfeld aller Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg.

Kurz nach der Veröffentlichung in der NRWZ haben sich Eltern eines Schülers aus der 8a der Konrad-Witz-Schule Rottweil gemeldet, jener Klasse, die wegen einer Corona-Infektion seit heute in Quarantäne ist. Sie seien erst am Mittwochmorgen über den Corona-Fall und die verhängte Quarantäne von der Schule informiert worden, schreiben sie, und zwar gegen 8.30 Uhr. „Unsere Tochter war zu diesem Zeitpunkt längst in der Schule. Hätte unser Sohn nicht erst zur vierten Stunde Unterricht gehabt, wäre auch er in der Schule gewesen und hätte dort zumindest Kontakt mit Schülern gehabt, bis er heimgeschickt worden wäre.“

Hinweis: Ein Leser widerspricht dieser Darstellung. Die Schule habe die betroffenen Eltern bereits am Dienstagabend informiert, heißt es.

Bekannt gewesen sei die Infektion schon längere Zeit. „Dass der Corona-Fall ausgerufen wurde und die Quarantäne verhängt wird, war bereits gestern Abend der Fall“, so die Eltern in ihrer Mail an [email protected] weiter. Dass ein Schüler mit dem Coronavirus infiziert sei, habe der Achtklässler und Sohn der beiden ihnen bereits am Dienstag in der Mittagspause mitgeteilt

Sie seien zudem erst am Mittwochmorgen per E-Mail von der Schule informiert worden. „Es war nur reiner Zufall, dass wir heute Morgen die E-Mail-Konten gecheckt haben, was wir sonst normalerweise nicht machen.“ Das Vorgehen der Schule sei „ausgesprochen fragwürdig und muss auf alle Fälle irgendwann aufgearbeitet werden.“

UPDATE 2: Stefanie Heß, Konrektorin an der KWS, erklärt den zeitlichen Ablauf aus ihrer Sicht:

Am Dienstagabend gegen 20.30 Uhr hat das Gesundheitsamt mich über einen positiv getesteten Schüler an der KWS in Stufe 8 informiert. Nun griff der interne Ablaufplan für diese Sachlage.

Die Klassenlehrkräfte wurden informiert und diese haben daraufhin auf meine Anweisung die Eltern und Schüler der beiden Klassen per Email und per schul.cloud, das ist ein interner Messengerdienst bei uns an der Schule, über die Sachlage und die damit verbundene Quarantäne ab sofort bis auf weiteres informiert.

Parallel dazu wurden alle Lehrkräfte und Betreuungskräfte informiert, so wussten alle Beteiligten Personen am Dienstagabend Bescheid. Ebenfalls wurden die Klassen 7 und 10 über ihre Klassenlehrkräfte auf Anweisung meinerseits darüber informiert, dass sie am Mittwoch keinen Unterricht vor Ort haben werden, weil die Lehrkräfte, die diese Klassen unterrichtet hätten, sich in Quarantäne befinden. Die Klasse 10 startet heute wieder im Präsenzunterricht, die Klassen 7 am Montag.

Ebenfalls sind einige Lehrkräfte nun vom Gesundheitsamt als Kontaktperson der Gruppe 2 eingestuft worden und können, sofern ein negatives Testergebnis bis Ende der Woche vorliegt, ab nächster Woche wieder ihren Dienst vor Ort aufnehmen. In allen anderen Klassen hat der Unterricht planmäßig unter den geltenden Hygienevorgaben stattgefunden. Die einzelnen Klassengruppen sind weiterhin in sich geschlossen und nehmen ihre Pause in separat zugewiesenen Bereichen mit eigener Aufsicht wahr, in der Mensa findet das Mittagessen in Schichten mit Zwischenreinigung statt, die Nutzung der Ganztagesräume ist ebenfalls auf die einzelnen Kohorten aufgeteilt.

Auch hier widersprechen unsere Leser, die ein Kind in der betroffenen Klasse haben.

Diese Aussage von Frau Heß ist definitiv nicht richtig. Es stimmt, dass die Schul.Cloud-App und die WhatsApp-Gruppe der Schule für den Zweck der Information implementiert wurden, jedoch sind auch dort nicht alle Eltern Mitglieder. Meine Frau und ich haben seit Dienstag Frau Heß und dem Klassenlehrer der 8a der KWS wirklich in aller Ruhe versucht, zu verdeutlichen, warum wir hier ein Problem sehen.

Außerdem sind ab einer gewissen Uhrzeit die Schulmessenger für die Verbreitung einer wichtigen Information wie einer Quarantäne nicht mehr verlässlich.

Im Falle dieser Eltern kommt offenbar erschwerend hinzu, dass das betroffene Kind an einer Schädigung der Lungen leidet, seit Geburt, wie die Eltern weiter ausführen. Sie hätten sich daher gewünscht, dass sich im Falle einer bekannt gewordenen Corona-Infektion in der Klasse der Klassenlehrer „eine Stunde Zeit nimmt und alle Eltern sicherheitshalber anruft“.

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Peter Arnegger (gg)https://www.nrwz.de
... ist seit gut 25 Jahren Journalist. Mehr über ihn hier.

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