Narrenzunft Schramberg: Neue Pläne für 2024

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Die beiden mehr oder weniger ausgefallen Fasnetsjahre 2020 und 2021 haben nicht nur schlechtes für die Narrenzunft gebracht. Sie hätten auch zu neuen Erkenntnissen und Ideen geführt, meinte Zunftmeister Tobse Dold bei der Hauptversammlung am Freitagabend in der Villa Junghans. In seinen „Gedanken zur Fasnet“ war der wohl wichtigste Vorschlag, den Zunftball vom Fasnetsamstag um eine Woche vor zu verlegen.

Auch im Kleinen lebt die Fasnet

Besonders bei der letzten Fasnet habe die Narrenzunft wegen der Coronabedingungen neue Formen gesucht und erprobt, so Dold. Man sei in die Zinken zum Brezelsegen gegangen, habe am Fasnetssamstag mit Ziehgruppen in acht Lokalen für Stimmung gesorgt oder am Fasnetsmontag mit der Katzenmusik die Leute geweckt. „Oft reichen kleine Begegnungen“, so seine Erfahrung. „Die Fasnet lebt im Kleinen wie im Großen.“

Zunftball vorverlegen ab 2024

Gerade an die Erfahrung mit dem Samstagabend in den Wirtschaften wolle die Narrenzunft anknüpfen und die Lokalfasnet stärken. Andererseits sei die Erfahrung der letzten Jahre vor Corona gewesen, dass der Zunftball nicht mehr so ziehe wie früher. 2020 sei der Ball vom Programm und der Musik her sehr gut gewesen. Doch die Besucherzahlen eben nicht.

„Am Fasnetssamstag sind viele Gruppen schon sehr eingespannt“, glaubt Dold und nennt als Beispiele die Stadtmusik und die Da-Bach-Na-Fahrer. Auch die Zahl der Narren in Schramberg werde zurückgehen, fürchtet der Zunftmeister.

Deshalb sei der Elferrat zu dem Entschluss gekommen, ab 2024 den Zunftball eine Woche vor zu verlegen. Das sei ein Risiko, aber das wolle man eingehen. Weil für 2023 die Zunft bereits einen Besuch an diesem Samstag vor der Fasnet zugesagt habe, könne man die Idee erst im darauf folgenden Jahr umsetzen. Am Fasnetssamstag soll stattdessen die Kneipenfasnet steigen, „um die Wirtschaften zu beleben“.

Die Zunftmitglieder waren, wie Peter Renz „überrascht“ von der Idee. Doch Widerspruch gab es nicht. Die Beobachtung ihres Zunftmeisters, dass es eben nicht mehr gelingt, den Bärensaal restlos zu füllen wie in früheren Jahren, diese Beobachtung hat schließlich jede Närrin und jeder Narr machen können.

Nach dem offiziellen Teil kam eine Abordnung der Stadtmusik und spielte erstmals in dieser Saison den Schramberger Narrenmarsch. Der Wunsch ist groß, dass es  diesmal wieder eine unbeschwerte Fasnet geben wird.

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Martin Himmelheber (him)
... begann in den späten 70er Jahren als freier Mitarbeiter unter anderem bei der „Schwäbischen Zeitung“ in Schramberg. Mehr über ihn hier.