Vom Krankenhaus bis Busbahnhof: Langsam tut sich was

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Schramberg. Neben der Verleihung des Ehrenbriefs an Werner Storz und genauen Informationen zu einer möglichen Nutzung des ehemaligen Fabrikgebäudes von Pfaff und Schlauder durch den Landkreis hatte Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr noch eine Reihe anderer wichtiger Themen beim Sommerempfang angesprochen.

Krankenhaus und Planie – was kommt bis wann?

Zur möglichen Nachnutzung des seit 2011 leerstehenden Krankenhauses berichtete Eisenlohr, dass im Oktober 2022 eine Jury aus Gemeinderat, Verwaltung und Fachplanern einen möglichen Investor ausgewählt habe. Den Kaufpreis für das Areal hatte der Gemeinderat auf 1,8 Millionen Euro festgelegt. Als mögliche Nutzungen habe der Rat Wohnraum, Gastronomie und nicht störendes Gewerbe wie Büros, Hotel oder Praxen bestimmt.

Derzeit liefen die Verhandlungen mit dem Investor noch. Sie seien „recht anspruchsvoll“, weil es gleich um die abzuschließenden Verträge geht. Dabei werde festgelegt, welche Nutzung genau auf das Gelände kommt, welche Gebäude stehen bleiben und was rückgebaut werden muss. Im September möchte Eisenlohr dem Gemeinderat einen Vertragsentwurf vorlegen. Anschließend werde der Investor seine Pläne öffentlich machen.

Wann erwacht das Krankenhaus aus seinem Dornröschenschlaf? Archivfoto: him

In diesem Zusammenhang warb Eisenlohr, die Hauseigentümer in den Sanierungsgebieten Bühlepark und Am Brestenberg/Sängerstraße sollten die Fördermöglichkeiten beim Sanieren zu nutzen.
Schon einen Schritt weiter als beim Krankenhaus ist die Stadt bei der Planie. Dort werde die Firma Jägerbau aus Vorarlberg drei Mehrfamilienhäuser errichten. Der Baubeginn sei für Ende 2024 vorgesehen.

Radweg Talstadt-Sulgen

Ebenfalls schon weit gediehen sei der Forstweg Steighäusle am Sonnenberg. Komplett abgeschlossen sei der Wegebau Ende des Jahres. Er soll auch als bequemere Radverbindung von der Talstadt nach Sulgen dienen.

Villa Junghans: Entscheidung im Juli

Eher am Anfang steht das Sanierungsvorhaben an der Villa Junghans. Laut Eisenlohr habe die Stadtverwaltung nach Ende der Pacht durch die Familie Weisser Ende 2022 „sofort geschaut, was es braucht, um das Haus wieder verpachten zu können“. Vor einer erneuten Verpachtung wolle die Stadt das haus aber soweit sanieren, dass es auf fünf bis zehn Jahren ohne größere Reparaturen nutzbar sein wird.

Derzeit prüfe die Verwaltung noch den Brandschutz und die Gaststättenerlaubnis. Im Juli werde der Gemeinderat öffentlich beraten, wie es weiter geht. „Das Ziel ist und bleibt, die Villa so bald wie möglich wieder in einem ordentlichen Zustand für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen – am liebsten als Gastronomie und Hotel“, sagte Eisenlohr und erhielt dafür Applaus.

Auch die Gästezimmer in der Villa sind sanierungsbedürftig.

Vandalismus im Park

Mit Blick auf das Umfeld der Villa beklagte Eisenlohr den Vandalismus im Park der Zeiten, „das blinde Zerstören von Dingen“. Sie appellierte an die wahrscheinlich jugendlichen Täterinnen und Täter: „Wenn euch in Schramberg irgendwas nicht passt, wenn ihr Frust schiebt, nicht weiter wisst, oder Verbesserungen möchtet: Bitte meldet euch!“ Für das Geld, das die Beseitigung der Schäden koste, „könnten wir tolle Projekte anstoßen“.

Fahndungsplakat am Rathausplatz. Foto: him

Kitaneubau: erster Schritt beim Schulcampus

Der Schulcampus war ein weiteres Thema. Der Holzbau für die neue Kita stehe, jetzt kämen Dach, Fenster und Innenausbau. Zunächst werde die neue Kita, für die die Stadt auch noch einen Namen suche, mit einer Wärmepumpe beheizt, die den Strom von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach beziehe. Später könne die Kita zentral beheizt werden.

Vor einem Monat begannen die Holzbauarbeiten am neuen Kindergarten auf dem Schulcampusgelände. Nun ist der Holzbau schon fertig. Foto: him

Für den Schulhausneubau brauche die Stadt Zuschüsse. Dafür müssen aber erst die bisherigen Schulbauten der Erhard-Junghans-Schule und der Peter-Meyer-Schule „abgesprochen“ werden. Das heißt, eine Kommission muss die Gebäude so schlecht einstufen, dass der Neubau gerechtfertigt ist. Dann gebe es auch Landeszuschüsse. „Wenn nicht, dann nicht“, meinte Eisenlohr knapp.

Um das Parkproblem zu lösen sei nun ein Parkhaus auf dem Campus geplant. Eisenlohr erklärte: „Sobald wir für die Schule den Spatenstich setzen, können wir uns parallel nicht mehr viel leisten.“ Bei einem Gemeinderatsworkshop soll über eine mögliche Priorisierung von Projekten für die nächsten fünf, zehn oder mehr Jahre „im geschützten Rahmen“ diskutiert werden.

Gymnasium: es stockt und stottert

Das leidige Thema Sanierung Gymnasium und die Schadstoffe sprach Eisenlohr ebenfalls an. Das werde so teuer, dass die Maßnahme EU-weit ausgeschrieben werden müsse. Der Plan, in den Sommerferien durchzuarbeiten, wackle. Die eigentliche Sanierung beginne, nachdem die Schadstoffe beseitigt seien. Saniert würden nun endlich auch die Toiletten an der Grund- und Werkrealschule Sulgen für 600.000 Euro, kündigte Eisenlohr an.

Schattige Plätze in der Innenstadt

In der Innenstadt möchte sie weitere begrünte schattige Plätze schaffen. So soll an Stelle der abbruchreifen Häuser an der Marktstraße „ein Platz mit Bäumen, Spiel- und Sitzmöglichkeiten entstehen. Der Platz könnte Lademöglichkeiten für E-Bikes und zum Beispiel einen Trinkbrunnen bieten.“  Kostenfreies WLAN werde vielleicht auch Jugendliche anziehen.

Möglicherweise würde das Gebiet auch im Rahmen Sanierungsgebiets Sängerstraße/Am Brestenberg gefördert. Nicht weiter gekommen sei die Stadt bei der Revitalisierung der Schiltach, weil man beim Grunderwerb „keine großen Fortschritte“ erzielt habe.

Die Bürgerschaft soll mitreden, was auf dieser Wiese beim Tunnelausgang geschehen soll. Foto: him

Die durch den Abbruch mehrerer Gebäude an der Lauterbacher Straße beim Busbahnhof frei gewordene Fläche von 800 Quadratmeter sei erst einmal grün angesät worden. Im Rahmen einer Bürgerbeteiligung soll Ende September überlegt werden, was damit übergangsweise passieren soll.
Den „Erich-Hauser-Platz“ rund um die Hauser-Plastik beim Tunneleingang soll um die Jahreswende umgestaltet werden. Die einst geplanten Pop-up-Stores in der Fußgängerzone will Eisenlohr nun in diesem Jahr umsetzen.

Der künftige Erich Hauser Platz. Archiv-Foto: him

Zur Talstadtumfahrung berichtete Eisenlohr, das Regierungspräsidium habe die Vorplanung in Auftrag gegeben. Sie möchte, dass das RP einmal im Jahr über den Stand im Rat berichten soll.

Bürgerdialoge gehen weiter

In fast allen Stadtteilen habe es inzwischen Bürger-Dialoge gegeben. Am 11. Oktober sei die Talstadt an der Reihe. Da soll über die Fortschreibung des Stadtentwicklungsprogramms 2035 diskutiert werden. Am 20. Oktober gehe es bei einem Spaziergang um die künftige Entwicklung des Weiherwasens in Waldmössingen.
Mit der Ankündigung weiterer Termine und dem Dank an Gemeinderat und Ortschaftsräte, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung endete der kommunalpolitische Teil.

Auch das gehört dazu: Ein Schwätzle mit Bekannten. Foto: him
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