Rottweil/Villingen-Schwenningen. Im Kreis Rottweil waren im Oktober 2.691 Menschen arbeitslos gemeldet – 160 weniger als im September. Die Arbeitslosenquote sank um zwei Zehntel auf 3,3 Prozent und ist damit die niedrigste im Agenturbezirk. Die Arbeitsagentur spricht von der üblichen Herbstbelebung, rechnet aber nicht mit einer schnellen Erholung: Betriebe melden weniger offene Stellen, und die Zahl der Beschäftigten geht zurück.

Gegenüber September entspricht der Rückgang im Kreis Rottweil einem Minus von rund 5,6 Prozent. Damit liegt die Zahl der Arbeitslosen auch wieder unter dem Stand vom Juli, als 2.751 Menschen arbeitslos gemeldet waren und die Quote bei 3,4 Prozent lag.
Bezirk: weniger als im September, mehr als vor einem Jahr
Im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen, zu dem neben dem Kreis Rottweil der Schwarzwald-Baar-Kreis und der Kreis Tuttlingen gehören, waren im Oktober 13.475 Menschen arbeitslos. Das sind 437 weniger als im Vormonat (minus 3,1 Prozent), aber 293 mehr als im Oktober 2025. Die Quote sank um ein Zehntel auf 4,7 Prozent.
Im Oktober meldeten sich 2.931 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 3.365 beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Nach Angaben der Agentur ist das ein typisches Herbstmuster: Nach den Sommerferien stellen Betriebe wieder verstärkt ein, viele junge Menschen beginnen eine Ausbildung oder finden nach dem Abschluss eine Stelle. Entsprechend ging die Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren (minus 4,4 Prozent) und bei den Frauen (minus 4 Prozent) am deutlichsten zurück.
Wer eine Stelle als Fachkraft fand, kam am häufigsten in Berufen der Maschinenbau- und Betriebstechnik unter (199), gefolgt von Berufskraftfahrern (92), der Metallbearbeitung (87), dem Verkauf (80) sowie Büro und Sekretariat (63).
Weniger offene Stellen, weniger Beschäftigte
„Auch wenn es aktuell kleine Lichtblicke am Arbeitsmarkt gibt, die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz bleibt herausfordernd“, sagt Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur. Viele Unternehmen seien trotz einer sich stabilisierenden Konjunktur verunsichert und hielten sich bei Neueinstellungen zurück. Mit einer schnellen Belebung des Arbeitsmarktes sei nicht zu rechnen.
Die Zahlen stützen diese Einschätzung. Arbeitgeber meldeten im Oktober 800 neue Stellen, 127 weniger als im September. Insgesamt waren im Bezirk 3.581 Stellen zur Vermittlung gemeldet, 85 weniger als im Vormonat.
Auch die Beschäftigung schrumpft. Die jüngsten verfügbaren Daten stammen von Ende April: Damals waren im Bezirk 215.559 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 134 weniger als im Monat davor und 1.064 weniger als ein Jahr zuvor. Den stärksten Zuwachs verzeichneten Heime und Sozialwesen (plus 4,6 Prozent), den größten Rückgang das Verarbeitende Gewerbe (minus 2,3 Prozent) – jene Branche, die die Wirtschaft der Region besonders prägt.
Scholz verweist auf Fördermöglichkeiten für Beschäftigte, die sich beim Wechsel in einen anderen Beruf weiterqualifizieren müssen. Über sogenannte regionale Arbeitsmarktdrehscheiben wollen die Arbeitsagenturen gemeinsam mit Partnern Menschen, deren Stelle wegfällt, möglichst direkt in Betriebe vermitteln, die Personal suchen – ohne Umweg über die Arbeitslosigkeit. Informationen für Unternehmen und Beschäftigte bietet die Agentur auf ihrer Internetseite.
Arbeitsagentur und Jobcenter
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III), für die die Arbeitsagentur zuständig ist, waren 6.990 Menschen arbeitslos gemeldet, 274 weniger als im September. In der Grundsicherung (SGB II), die die Jobcenter betreuen, waren es 6.485, ein Minus von 163. Damit betreuen die Jobcenter 48 Prozent aller Arbeitslosen im Bezirk.
Kurzarbeit
Vom 1. bis 26. Oktober zeigten Betriebe im Bezirk für 245 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit an. Eine solche Anzeige ist Voraussetzung für Kurzarbeit, sagt aber noch nichts darüber aus, ob sie tatsächlich in Anspruch genommen wird.
Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit liegen nur mit Verzögerung vor, derzeit bis Juni 2026. Nach vorläufigen, hochgerechneten Daten erhielten im Juni 3.820 Beschäftigte im Bezirk konjunkturelles Kurzarbeitergeld – rund 300 mehr als im Mai, aber rund 3.000 weniger als im Juni 2025 (6.860).
Die drei Kreise im Überblick
- Kreis Rottweil: 2.691 Arbeitslose (minus 160), Quote 3,3 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte)
- Schwarzwald-Baar-Kreis: 6.153 Arbeitslose (minus 119), Quote 5,0 Prozent (minus 0,1 Prozentpunkte)
- Kreis Tuttlingen: 4.631 Arbeitslose (minus 158), Quote 5,5 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte)
Alle Veränderungen beziehen sich auf den Vormonat September. Quelle: Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen.