Die kurzfristige Aussetzung der staatlichen Heizungsförderung und die erneute Änderung der gesetzlichen Vorgaben sorgen im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk für scharfe Kritik. Auf dem Verbandstag des Fachverbands SHK Baden-Württemberg forderten Handwerksvertreter mehr Planungssicherheit für Betriebe und Hauseigentümer.
Stuttgart/Rust. Die kurzfristige Unterbrechung der Bundesförderung für den Heizungstausch stößt im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk (SHK) auf deutlichen Widerstand. Vertreter des Fachverbands SHK Baden-Württemberg kritisieren insbesondere die kurzfristige Abschaltung des Förderportals sowie die mehrfach geänderten politischen Pläne zum Gebäudeenergiegesetz.
Aus Sicht des Verbands erschweren die häufigen Änderungen eine verlässliche Beratung von Kunden und die Planung laufender Projekte. Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker sprach auf dem Verbandstag des Fachverbands im Europa-Park Rust von einem seit Monaten anhaltenden politischen Hin und Her. Betriebe und Kunden benötigten langfristig verlässliche Rahmenbedingungen.
Für zusätzlichen Ärger sorgt die kurzfristige Neuregelung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestags Änderungen beschlossen hatte, wurde das KfW-Förderportal vorübergehend geschlossen. Nach Angaben des Verbands bleibt es zunächst bis zum 21. Juli außer Betrieb. Welche Förderbedingungen danach gelten, war zum Zeitpunkt des Verbandstags noch nicht vollständig bekannt.
Mehrere Handwerksunternehmer berichteten von Problemen bei bereits laufenden Projekten. Teilweise hätten Kunden Aufträge bereits erteilt, die notwendigen Förderanträge konnten wegen der Abschaltung des Portals jedoch nicht mehr eingereicht werden. Nach Angaben mehrerer Obermeister und Geschäftsführer wenden sich nun Kunden an die Betriebe und machen sie für entgangene Fördergelder verantwortlich.
Der Verband fordert deshalb künftig verbindliche Übergangsfristen bei Änderungen der Förderprogramme. Förderbedingungen dürften nicht innerhalb weniger Stunden geändert werden, sondern müssten mit ausreichend Vorlauf angekündigt werden. Nur so könnten Betriebe Angebote kalkulieren und Kunden fundiert beraten.
Neben der Förderpolitik kritisiert der Fachverband auch die wiederholten Änderungen am Gebäudeenergiegesetz. Aus Sicht der SHK-Branche führen die politischen Richtungswechsel zu zusätzlicher Unsicherheit bei Eigentümern und Investoren. Dies verzögere Entscheidungen über Heizungsmodernisierungen und bremse den Ausbau klimafreundlicher Heiztechnik.
Die Heizungsbetriebe betonen zugleich, dass sie sich grundsätzlich für die Umsetzung der Wärmewende gut aufgestellt sehen. Investitionen in Personal und Technik seien erfolgt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung seien jedoch stabile politische Rahmenbedingungen, die über längere Zeit Bestand haben.
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