Am 27. Juni 1526, diesen Samstag auf den Tag genau vor 500 Jahren also, wurde der Wallfahrtort Maria Hochheim erstmals erwähnt. Von diesem Datum weiß man erst seit Kurzem. Nun wird das 500-jährige Jubiläum gefeiert – am 5. Juli in Verbindung mit dem Fest Mariä Heimsuchung, dem Namenstagsfest der Kapelle auf Maria Hochheim.
Recherchen von Eugen Künkele und Dr. Andreas Linsenmann haben ein bislang unbekanntes Erstnennungsdatum von Maria Hochheim ans Licht gebracht. Lange galt eine Notiz aus den Rottweiler Ratsprotokollen von 1588 als frühester schriftlicher Nachweis des Wallfahrtsorts. Nun ist ein Vermerk des Bistums Konstanz in den Blick geraten, das die Kapelle von Maria Hochheim bereits mit dem Datum 27. Juni 1526 bezeugt – als Ort, den es bereits gab, der also sicher noch älter ist.
Die Entdeckung fällt in eine Zeit, in der die Neubelebung des traditionsreichen Ortes weitere Dynamik gewinnt. Mit einem neu entwickelten Leitbild und konkreten Zukunftsplänen konnte die Neubelebung des Wallfahrtsorts als LEADER-Förderprojekt qualifiziert werden. Damit stehen erhebliche Mittel aus dem EU-geförderten Regionalentwicklungsprogramm in Aussicht. Die endgültige Bewilligung des Förderantrags steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Regierungspräsidiums.
Wallfahrtsort und Lebensort
Ein neu entwickeltes Leitbild für Maria Hochheim verfolgt das Ziel, Maria Hochheim wieder zu einem lebendigen Ort der Begegnung zu machen. Neben seiner Bedeutung als Wallfahrtsstätte soll der Ort künftig verstärkt Raum für kulturelle und gesellschaftliche Aktivitäten bieten. Geplant sind regelmäßige Veranstaltungen für unterschiedliche Altersgruppen, ergänzt durch einfache gastronomische Angebote sowie Musik und Kultur.
Die religiösen Wurzeln bleiben dabei ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Die Zukunft des Ortes liegt gerade in der Verbindung von Tradition und neuen Formen des Miteinanders – sowohl innerhalb der Gemeinde als auch in die Region hinein.
Mesnerhaus als Schlüsselprojekt
Im Mittelpunkt der Wiederbelebung steht das Mesnerhaus. Seine Instandsetzung ist weit mehr als eine bauliche Maßnahme: Sie steht symbolisch für die Zukunft des gesamten Wallfahrtsorts.
Wie groß die Unterstützung für die Instandsetzung ist, zeigte sich in den vergangenen Wochen. Zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer beteiligten sich am Rückbau der einsturzgefährdeten Wiederkehr. Dank dieses Engagements präsentiert sich das Mesnerhaus pünktlich zur Jubiläumsfeier in deutlich verbessertem Zustand.
Jubiläumsfeier mit Reiterprozession am 5. Juli
Anlässlich des Patroziniums der Kapelle veranstaltet der „Freundeskreis Maria Hochheim e. V.“ am Sonntag, 5. Juli, eine Jubiläumsfeier mit Reiterprozession. Reiterinnen und Reiter aus Rottweil und der Umgebung erinnern dabei an die jahrhundertealte Tradition der Wallfahrt nach Maria Hochheim. Herzlich eingeladen sind außerdem Fußwallfahrer, Pilgerinnen und Pilger mit dem Fahrrad sowie weitere Reiterinnen und Reiter aus der Seelsorgeeinheit Dietingen und der gesamten Region.
Der Festtag beginnt um 14 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Anschließend bietet Architekt Alfons Bürk eine Baustellenführung an. Um 15 Uhr hält Dr. Andreas Linsenmann einen Festvortrag und stellt die neu aufgelegte und um ein Drittel umfangreicher gewordene Publikation über den Wallfahrtsort vor. Höhepunkt des Tages ist der Festgottesdienst um 16 Uhr mit Ehrengast Weihbischof em. Dr. Johannes Kreidler. Im Rahmen der Feier wird der Segen für Mensch, Tier und die Natur gespendet.
Der „Freundeskreis Maria Hochheim e. V.“ freut sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher sowie auf einen festlichen und besinnlichen Nachmittag im Zeichen des Jubiläums. Die Teilnehmenden werden gebeten, wettergerechte Kleidung mitzubringen.
