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Neue Hitzewelle in Baden-Württemberg: Land richtet Taskforce für Hitzeschutz ein

Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand will Krankenhäuser, Pflegeheime, Kommunen und Gesundheitsämter besser auf extreme Hitze vorbereiten.

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Baden-Württemberg stellt sich auf weitere heiße Tage ein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden bereits zum Wochenende wieder Temperaturen von mehr als 30 Grad erwartet. Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand hat deshalb eine Taskforce eingerichtet, die bestehende Hitzeschutzmaßnahmen im Land besser bündeln und ausbauen soll.

Auch für die Region Rottweil ist erneut mit hochsommerlichen Temperaturen zu rechnen. Die aktuelle Wetterprognose nennt für Rottweil am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils Höchstwerte um 32 Grad, am Montag bis zu 33 Grad. In Stuttgart werden am Wochenende sogar bis zu 34 Grad erwartet, am Montag bis zu 35 Grad.

Nach Angaben des Ministeriums soll die neue Taskforce zunächst erfassen, wo es bereits funktionierende Hitzeschutzkonzepte gibt und wo zusätzlicher Bedarf besteht. Dabei soll es unter anderem um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, den Öffentlichen Gesundheitsdienst und die Versorgung mit Arzneimitteln gehen. Grundlage dafür sollen auch Erfahrungen aus der Juni-Hitzewelle sein.

Hildenbrand sprach am Donnerstag in Stuttgart von einer Aufgabe, die über kurzfristige Warnungen hinausgehe. Durch den Klimawandel nähmen Extremhitzeereignisse zu. Ziel sei es, hitzebedingte Erkrankungen und Todesfälle zu vermeiden, Einrichtungen handlungsfähig zu halten und die Folgen extremer Hitze für Gesellschaft und Gesundheitswesen zu begrenzen.

Konkret sollen aus der Analyse Maßnahmen folgen. Genannt werden Hitzeschutzpläne für Einrichtungen sowie Hinweise auf bestehende bauliche Fördermöglichkeiten, etwa im Rahmen der Krankenhausförderung. Eine zentrale Rolle soll das Kompetenzzentrum „Klimawandel und Gesundheit“ übernehmen, das seit 2022 beim Landesgesundheitsamt angesiedelt ist.

Viele Einrichtungen hätten bereits auf die Belastung durch Hitze reagiert, so das Ministerium. Krankenhäuser und Pflegeheime arbeiteten teils eng mit Feuerwehren und Gesundheitsämtern zusammen. Einige hätten sogenannte Hot-Spots identifiziert, also Orte mit erhöhtem Risiko für besonders gefährdete Menschen. Andere hätten bereits Hitzeaktionspläne oder interne Arbeitsgruppen eingerichtet.

Ein weiterer Punkt ist der Umgang mit Medikamenten. Hohe Temperaturen können Qualität, Stabilität und Wirksamkeit von Arzneimitteln beeinträchtigen. Medikamente sollten deshalb entsprechend den Herstellerangaben gelagert werden. Das betrifft nicht nur Apotheken und Einrichtungen, sondern auch Privathaushalte.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen, vor allem wenn sie allein leben, chronisch oder psychisch kranke Menschen, Pflegebedürftige, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, Obdachlose sowie Menschen, die körperlich schwer oder im Freien arbeiten.

Das Gesundheitsministerium ruft dazu auf, bei großer Hitze ausreichend zu trinken, direkte Mittagssonne zu meiden, körperliche Anstrengung möglichst zu reduzieren und auf gefährdete Menschen im Umfeld zu achten. Bereits Mitte Juni hatte das Ministerium vor Hitzewellen mit Temperaturen bis 35 Grad und warmen Nächten gewarnt. Tropennächte gelten als besonders belastend, weil sich der Körper nachts schlechter erholen kann.

Auch Kommunen spielen beim Hitzeschutz eine wichtige Rolle. Nach Angaben des Ministeriums setzen viele Städte und Gemeinden bereits Maßnahmen um oder arbeiten an Hitzeaktionsplänen. Das Landesgesundheitsamt hat dazu bereits zweimal eine landesweite Umfrage zu geplanten und umgesetzten kommunalen Hitzeschutzmaßnahmen durchgeführt.

Für Bürgerinnen und Bürger gilt: Warnzeichen wie starke Erschöpfung, Schwindel, Verwirrtheit, Übelkeit oder eine deutlich erhöhte Körpertemperatur sollten ernst genommen werden. In solchen Fällen kann medizinische Hilfe nötig sein.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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