Rottweil – Die Quelle für die Asbest-Fasern im Rottweiler Berufsschulzentrum ist gefunden: Verarbeitetes Asbest in der Decke der Tiefgarage, freigesetzt durch Arbeiten an einem rollstuhlgerechten WC. So jedenfalls der Befund des Experten Peter Nitz vor dem Kreistag. Nach seiner Einschätzung kann der Schulbetrieb bis spätestens 17. November aufgenommen werden.
Nitz ist Geschäftsführer der Firma NCO, einer Fachfirma für Schadstoffsanierung. Diese hat sich das Schulzentrum genau angeschaut, viele Proben gesammelt und die meist belasteten Bereiche identifiziert. Der Einbau der Asbest-haltigen Elemente muss demnach bei der ersten Bauphase erfolgt sein – was damals noch erlaubt war. Die Funde waren demnach vor allem im Bereich des Technischen Gymnasiums in der Erich-Hauser-Gewerbeschule. Dort waren die am meisten belasteten Räume zu finden. Gemessen wurden Konzentrationen von über 1000 Fasern je Kubikmeter Raumluft (F/m3). Belastet sind außerdem Lüftungskanäle.
Seine Planung ist unterteilt in Prioritäten eins und zwei. Prio 1 betrifft die Ebene 5 komplett. In dieser Woche werden die Staubabdruckproben ausgewertet und die Asbestreinigung durch eine zugelassene Asbest-Fachfirma vorbereitet. In der kommenden Woche finden dann die Reinigung statt und sodann die Messungen, ob die schädlichen Fasern wirklich überwiegend beseitigt sind. Wenn dem so ist, können nach den Ferien, am 2. November, diese Räume wieder für den Schulbetrieb freigegeben werden. Der Reinigungserfolg wird unterhalb einer Belastung von 500 F/m3 festgestellt – unbedenklich auch in Wohnräumen.
In der „Prio 2“ geht es etwas länger: Hier geht es um technische Räume in der Ebene 1, bei denen auch Laborausstattung gereinigt werden muss. Das ist aufwendiger. Die Freigabe dieser Räume für den Schulbetrieb ist daher auf 16. November vorgesehen. Die Restbereiche sollen dann laut dem Sachverständigen bis Ende des Jahres gesäubert sein.
Ob eine Asbest-Sanierung notwendig wird, sei noch nicht sicher. Nitz bezeichnete das als „worst case“. Eine solche Sanierung in der Tiefgarage dauere sechs bis acht Wochen und könnte dann vorgezogen werden, aber auch in den Sommerferien erfolgen.
Einige Räume sind bereits freigegeben. Hier war die Konzentration unbedenklich.
