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Blick auf Deißlingen-Lauffen. Foto: Peter Arnegger

Daseinsvorsorge im Kreis Rottweil: Zwischen Spitzenplätzen und deutlichen Lücken

Große Unterschiede im Landkreis: Während Deißlingen bundesweit stark abschneidet, landen einige Gemeinden im Kreis Rottweil weit hinten.

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Wie gut ist das Leben vor Ort organisiert? Ein bundesweites Ranking zur Daseinsvorsorge zeigt für den Kreis Rottweil ein gemischtes Bild: Einige Kommunen schneiden überraschend stark ab – andere landen weit hinten. Auffällig: Während größere Orte bei Versorgung, Mobilität und Infrastruktur punkten, haben kleinere Gemeinden oft das Nachsehen.

Wer in Deutschland gut leben will, braucht mehr als eine schöne Landschaft und bezahlbaren Wohnraum. Entscheidend ist auch, wie gut der Alltag funktioniert: Gibt es Ärzte? Schulen? Einkaufsmöglichkeiten? Wie sieht es mit Mobilität, digitaler Infrastruktur und Freizeitangeboten aus?

Genau das bewertet der neue Daseinsvorsorge-Atlas, der bundesweit mehr als 10.000 Städte und Gemeinden vergleicht. Die Kriterien reichen von Bildung und Gesundheit über Mobilität bis hin zu Digitalisierung und Freizeitangeboten.

Kreis Rottweil: Deißlingen überraschend vorn

Im Kreis Rottweil landet Deißlingen auf Rang 376 bundesweit – und ist damit der bestplatzierte Ort im Landkreis. Auch Rottweil selbst (Platz 519) schneidet sehr gut ab.

Ebenfalls noch in der Spitzengruppe („sehr gut“) finden sich:

  • Zimmern ob Rottweil (1413)
  • Oberndorf (1639)
  • Vöhringen (1848)

Danach fällt das Ranking spürbar ab.

Im Mittelfeld:

  • Sulz (2918)
  • Schramberg (3447)
  • Villingendorf (3676)

Im unteren Bereich:

  • Schiltach (4596)
  • Dornhan (4820)
  • Dunningen (5165)
  • Aichhalden (5561)
  • Fluorn-Winzeln (6205)
  • Eschbronn (6213)

Schwach bewertet:

  • Wellendingen (6750)
  • Bösingen (6948)
  • Schenkenzell (6992)
  • Hardt (7452)
  • Lauterbach (7498)
  • Epfendorf (8116)

Schlusslicht im Landkreis:
Dietingen auf Rang 9281, eingestuft als „sehr schlecht“.

Ein Stadt-Land-Muster – aber nicht ganz

Das erwartbare Muster zeigt sich grundsätzlich: Größere Orte schneiden besser ab als kleinere Gemeinden. Das überrascht kaum – wo mehr Menschen leben, lohnt sich mehr Infrastruktur.

Doch es gibt Ausreißer.

Dass Deißlingen deutlich vor Schramberg landet, dürfte überraschen. Ebenso, dass einige kleine Gemeinden im Schwarzwald-Baar-Kreis oder im Kreis Tuttlingen deutlich besser abschneiden als größere Nachbarn.

Das zeigt: Nicht allein die Größe entscheidet, sondern auch die Nähe zu Zentren, Verkehrsachsen und bestehender Infrastruktur.

Vergleich mit den Nachbarn: Kreis Rottweil im Mittelfeld

Im regionalen Vergleich wirkt der Kreis Rottweil eher durchwachsen.

Schwarzwald-Baar-Kreis

Hier schneiden viele Kommunen stark ab:

  • Villingen-Schwenningen (599)
  • Hüfingen (1133)
  • Donaueschingen (1233)
  • Bad Dürrheim (1618)

Selbst kleinere Gemeinden wie Dauchingen oder Mönchweiler landen weit vorne.

Kreis Tuttlingen

Auch der Landkreis Tuttlingen zeigt ein solides Bild:

  • Trossingen (1136)
  • Wurmlingen (1192)
  • Tuttlingen (1366)
  • Mühlheim an der Donau (1473)

Allerdings gibt es dort auch extreme Ausreißer nach unten – mehrere Gemeinden landen unter den schlechtesten 1000 bundesweit.

Was misst das Ranking eigentlich?

Wichtig ist: Der Atlas misst nicht Lebensqualität im klassischen Sinn.

Es geht nicht darum, ob ein Ort schön ist, ruhig liegt oder ein starkes Vereinsleben hat.

Bewertet werden vielmehr harte Infrastruktur-Faktoren:

  • Bildungsangebote
  • Gesundheitsversorgung
  • Mobilität/Erreichbarkeit
  • digitale Infrastruktur
  • Freizeitangebote

Gerade ländliche Gemeinden können hier strukturelle Nachteile haben – selbst dann, wenn Einwohner ihren Wohnort subjektiv als lebenswert empfinden.

Politisch brisant

Für Kommunalpolitik und Regionalplanung ist das Ranking durchaus brisant.

Denn es zeigt, wo Versorgungslücken bestehen – und wo künftig Investitionen nötig sein könnten.

Gerade im ländlichen Raum sind Fragen wie diese zentral:

  • Wie bleibt ärztliche Versorgung gesichert?
  • Wie funktioniert Mobilität ohne eigenes Auto?
  • Wie digital ist der Alltag wirklich?
  • Was bleibt jungen Familien?

Der Atlas liefert darauf keine endgültigen Antworten – aber einen aufschlussreichen Fingerzeig.

Mehr zum Thema: „Diese Karte zeigt, wie gut Ihre Gemeinde versorgt ist„, „IW-Gemeindecheck: Wie gut ist meine Gemeinde versorgt?

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