„ZWISCHENRÄUME – Kunst in den Arkaden des Viadukts. Fotomontage: Hakdesign

Landesgartenschau 2028: Rottweil plant Kunst am Hang, im Viadukt und im Bahnwaggon

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Bildende Kunst soll bei der Landesgartenschau Rottweil 2028 an mehreren Orten im Gelände und in der Stadt zu sehen sein. Geplant sind Projekte mit regionalem Bezug sowie Wettbewerbe, die sich an Kunstschaffende aus Baden-Württemberg und darüber hinaus richten. Ein erster Baustein wird bereits in diesem Herbst sichtbar – in Form eines umgebauten Eisenbahnwaggons.

Für die Vorbereitung des Kunstprogramms ist ein Kunstausschuss zuständig, der gemeinsam mit dem Landesgartenschau-Team arbeitet. Ihm gehören nach Angaben der Stadt Kulturamtsleiter Marco Schaffert an, Johannes Waldschütz als Stabsbereichsleiter Archiv, Kultur und Tourismus beim Landratsamt Rottweil, Juliane Flittner als Geschäftsführerin der Kunststiftung Erich Hauser, Forum-Kunst-Geschäftsführer und Künstler Jürgen Knubben sowie Tobias Kammerer, Josef Schuldis, Michael Grimm und Rob Hak.

Das Konzept sieht mehrere Ebenen vor. „Uns war wichtig, dass zum einen die Region abgebildet ist, aber auch Baden-Württemberg. Auch nationale und internationale Künstler sollen zum Zug kommen“, sagt Knubben.

Skulpturen am Hang zur Bahnhofstraße

Konkret weit fortgeschritten ist das Projekt „skulpTOURhang“ am Hang in Richtung Bahnhofstraße. Die Sockel dafür sind laut Mitteilung bereits hergestellt. Veranstalter ist die Stadt Rottweil zusammen mit dem Landesgartenschau-Team, kuratiert wird das Vorhaben von Waldschütz und Knubben.

Bewerben können sich Bildhauerinnen und Bildhauer, die in der Region leben oder aus ihr stammen. Vorgesehen sind Standorte für unterschiedlich große Arbeiten; eine Jury soll insgesamt 15 Werke auswählen. Fünf Positionen stehen bereits fest.

Dazu zählen das Glaswindspiel von H. Julius Schittenhelm und die „Diotima“ von Siegfried Haas – beide sollen an ihren früheren Standorten wieder aufgebaut werden. Hinzu kommen zwei Baumglocken des vor wenigen Monaten gestorbenen Künstlers Josef Bücheler. Diese habe er nach Angaben von Kulturamtsleiter Schaffert noch eigens für die Landesgartenschau angefertigt. Die Jugendkunstschule KREISEL soll eine Windharfe gestalten.

Eine Änderung gibt es bei einem weiteren geplanten Beitrag: Ursprünglich sollte der Künstler Franz Bucher vertreten sein. Da seine Arbeiten überwiegend aus Holz bestehen und damit für eine dauerhafte Präsentation im Freien nur eingeschränkt geeignet sind, soll stattdessen eine Steinskulptur seines Bruders Willi Bucher gezeigt werden.

Waldschütz verweist auf den Standort: Mit dem Format werde ein „bisher wenig wahrgenommener Naturort“ mit bildhauerischen Arbeiten verbunden. Zugleich könne das Projekt zeigen, wie viele Bildhauerinnen und Bildhauer mit unterschiedlichen Ansätzen im Landkreis Rottweil arbeiten. Durch die Sichtachsen entstünden „immer wieder neue Blickbeziehungen“.

Wettbewerb für die Arkaden des Viadukts

Ein zweites Wettbewerbsprojekt trägt den Titel „ZWISCHENRÄUME – Kunst in den Arkaden des Viadukts“ und wird von Knubben kuratiert. Veranstalter sind das Forum Kunst und die Kreisparkasse Rottweil in Zusammenarbeit mit der Stadt. Unterstützt wird das Vorhaben laut Mitteilung vom Wissenschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg.

Der Wettbewerb ist zweistufig angelegt. Zunächst sollen die rund 500 Mitglieder des Künstlerbundes Baden-Württemberg angesprochen werden. Zehn Künstlerinnen und Künstler sollen am Ende je einen Viaduktbogen gestalten, entscheiden soll eine Jury. Inhaltlicher Rahmen ist das Thema „Natur und Technik“.

Waggon fährt am 4. Oktober nach Ellwangen

Sichtbar wird das Kunstprogramm schon vor 2028: Ab September soll ein ehemaliger Waggon der NESA und der Eisenbahnfreunde Zollernbahn für das Projekt „KULTUR im ZUG“ umgestaltet werden. Veranstalter sind die Stadt Rottweil und das Landesgartenschau-Team, die Idee stammt von Knubben.

Der Waggon soll Kunst- und Kulturschaffenden, dem Handwerk und Vereinen Raum für wechselnde Präsentationen bieten und bei rund 25 bis 40 Fahrten eingesetzt werden. Außerhalb der Fahrten ist er am Bahnhof stationiert und soll auch für Veranstaltungen genutzt werden können.

Die erste Fahrt ist für den 4. Oktober vorgesehen, wenn ein Dampfzug mit mehreren hundert Fahrgästen zur Landesgartenschau nach Ellwangen fährt. Der Termin hat eine zusätzliche Note: Die Landesgartenschau in Ellwangen läuft seit dem 24. April und endet genau an diesem 4. Oktober – die Rottweiler Premierenfahrt fällt damit auf den Schlusstag der laufenden Schau.

Was aus den „Platzhaltern“ wird

Weiterlaufen soll die „Platzhalter“-Kunst, mit der seit einigen Jahren an verschiedenen Orten in Rottweil auf die Landesgartenschau hingewiesen wird. Sie soll bis zum Ende der Gartenschau zu sehen sein. Die Installation von Otmar Hörl auf dem Bockshof wurde inzwischen zurückgebaut; dort soll später eine neue Installation mit Hörls Rosen entstehen.

Offen ist bislang, wie sich der Landkreis Rottweil künstlerisch auf dem Gelände präsentiert. Die Möglichkeiten würden derzeit geprüft, heißt es. Denkbar seien nach Angaben von Waldschütz ein Kunstcontainer oder ein „Landesgartenschauatelier“ in der Langhalle des historischen Bahnbetriebsgebäudes, in dem Künstlerinnen und Künstler für jeweils eine oder zwei Wochen arbeiten und Einblick in ihre Arbeit geben könnten.

Ergänzt werden soll das Programm durch eine Jahresausstellung des Forum Kunst Rottweil unter dem Titel „Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose“, ebenfalls kuratiert von Knubben.

Einordnung

Kunst im öffentlichen Raum ist in Rottweil kein neues Thema. Die Skulpturenmeile in der Königstraße und weitere Standorte im Stadtgebiet bilden dafür den Rahmen, an den die Gartenschau-Projekte anknüpfen sollen.

Bis zur Landesgartenschau 2028 sind es noch rund zwei Jahre. Termine für die Ausschreibungen, Angaben zu Jury-Besetzungen, Honoraren und Kosten der Kunstprojekte nennt die Stadt bislang nicht. Auch wie viele der Arbeiten nach der Gartenschau dauerhaft in Rottweil bleiben, ist offen.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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