Nach einer stundenlangen Fahndung hat die Polizei in der Nacht auf Donnerstag einen 31-jährigen Mann bei Bärenthal im Landkreis Tuttlingen festgenommen. Er soll in den vergangenen Tagen im Raum Tuttlingen mehrere Menschen verletzt und bedroht haben. Bei dem Einsatz wurden der Mann, eine Polizistin und ein unbeteiligter Radfahrer leicht verletzt.
Auslöser der nächtlichen Suche war nach Angaben des Polizeipräsidiums Konstanz ein weiterer Vorfall am Mittwochabend: Gegen 19 Uhr soll der Mann in Fridingen an der Donau erneut einen Menschen verletzt haben. Mehrere Streifen suchten daraufhin nach ihm. Rund eine Dreiviertelstunde später entdeckten Polizisten sein Auto auf einem Parkplatz an der L440 zwischen Fridingen und Bärenthal. Als sie ihn kontrollieren wollten, fuhr er laut Polizei gegen den Streifenwagen und entkam.
Radfahrer beim Wenden erfasst
Als die Beamten anschließend ihren Wagen wendeten, stießen sie mit einem Radfahrer zusammen, der zufällig auf dem Radweg vorbeikam. Der Mann stürzte und wurde leicht verletzt.
Hubschrauber über dem Donautal
Die Polizei suchte großräumig nach dem Flüchtigen, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz – zunächst ohne Erfolg. Gegen 2.30 Uhr fanden Beamte den 31-Jährigen schließlich an einem Waldweg bei Bärenthal. Er schlief in seinem Auto.
Heftige Gegenwehr bei der Festnahme
Die Polizisten forderten Verstärkung an, bevor sie den Mann in Gewahrsam nehmen wollten. Nach Polizeiangaben wehrte er sich heftig und versuchte erneut, mit dem Auto davonzufahren. Die Beamten verhinderten das und nahmen ihn vorläufig fest.
Der 31-Jährige wurde dabei leicht verletzt. Eine Polizistin erlitt Reizungen der Atemwege, weil bei dem Einsatz Pfefferspray verwendet wurde.
Ohne Führerschein und Zulassung unterwegs
Die Vorwürfe gegen den Mann reichen über den Mittwoch hinaus. Die Polizei ermittelt wegen mehrerer Taten in Tuttlingen und Umgebung, vor allem wegen Körperverletzung und Bedrohung, außerdem wegen Verkehrsdelikten. Das Auto, mit dem er fuhr, ist nicht zugelassen, einen gültigen Führerschein hat er nicht. Die Ermittler gehen zudem dem Verdacht nach, dass er bei seinen Fahrten unter dem Einfluss von Drogen oder Medikamenten stand.
Wegen seines Zustands soll der Mann noch am Donnerstag in eine psychiatrische Einrichtung gebracht werden.
Polizei bittet: keine privaten Fahndungsaufrufe
Der Polizei sind nach eigenen Angaben die Sorgen bekannt, die in den vergangenen Tagen in der Bevölkerung wegen des 31-Jährigen laut wurden. Sie bittet trotzdem darum, keine privaten Fahndungsaufrufe zu starten und keine persönlichen Daten zu verbreiten, insbesondere keine Wohnadressen und keine privaten Social-Media-Profile.
Die Ermittlungen dauern an.
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