Mit einem ganz neuen Angebot startet der Kinderschutzbund nach den Sommerferien: Der Samstags-Kids-Club bietet dann für Kinder von fünf bis 12 Jahren eine ganztägige Betreuung inklusive Mittagessen.
Rottweil – „Wir sind in einer Phase des Umbruchs“, sagt Christine Ott, die seit diesem Jahr gemeinsam mit Meryem Musan den Vorstand des Kinderschutzbundes übernommen hat. Die Idee der Samstagsbetreuung stammt von drei Ukrainerinnen, Olga Overchuk und Viktoria Yakymenko und Natalia Ilchenko, die mit einem fertigen Konzept zum Verein kamen, denn viele ihrer Landsleute sind im Dienstleistungsgewerbe tätig und arbeiten deshalb auch samstags, wenn Kindergärten und Schulen geschlossen sind. Zudem haben die geflüchteten Familien meist keine Großeltern um die Ecke, wie Vorsitzende Christine Ott betont.
Beim Kinderschutzbund stießen sie damit auf offene Türen und Ohren, zumal sich der Verein wegen der Streichung städtischer Zuschüsse umorientieren musste. Der lange Jahre gut laufende Kinderpark musste deshalb eingestellt werden. Für viele Familien fehlt dadurch auch eine wichtige Schnittstelle zu anderen Hilfsangeboten. Also orientiert sich der Verein nun neu: Die Räume in der ehemaligen Praxis Schumacher im Stadtgraben sind aus Kinderparkzeiten für die Betreuung eingerichtet, nun wird es noch eine Leseecke und einen Chillraum geben. Und für die dann größeren Kinder im Samstags-Club noch ein paar neue Spielsachen.
Auch die Küche ist dank einer großzügigen Spende gut ausgestattet, denn zu einem ganztägigen Betreuungsangebot gehört selbstverständlich auch ein Mittagessen, das im Kids-Club gemeinsam gekocht wird. Vom Konzept war man sehr angetan beim Kinderschutzbund, „die drei Frauen sind ja ausgebildete psychologische und pädagogische Fachkräfte, und sie sind auch hier schon sehr aktiv“, daher war die Sache auch komplett durchdacht.
Neu beim Kinderschutzbund wird ab September auch die Sozialpädagogin Maxi Fleig sein, sie übernimmt unter anderem die Koordination von Familienpaten und dem begleiteten Umgang, den die ausgebildeten Ehrenamtlichen getrennt lebenden Eltern ermöglichen. Die Familienpaten unterstützen Familien in anstrengenden Lebenssituationen, nehmen sich Zeit für die Kinder und entlasten die Eltern. „Es geht darum, ihnen einmal pro Woche ein unbeschwertes Miteinander zu ermöglichen“, so Christine Ott. Die Arbeit der Ehrenamtlichen erfolgt hier in enger Abstimmung mit den Jugendämtern, wo sie auch Fortbildungen und Supervision bekommen: „Wir freuen uns über neue Ehrenamtliche“, betonen die Vorsitzenden Christine Ott und Meryem Musan, denn viele der jetzigen Helferinnen wollen altersbedingt aufhören.
Zum Angebot des Kinderschutzbunds gehören zudem der Kleiderladen mit Kinderkleidung und das Spiel-Café sowie die Babysitterkurse. Und weil das neue Vorstandsteam auch frischen Wind in den Verein bringt, sind einige Veranstaltungen geplant, an denen sich der Kinderschutzbund bekannter machen will: Beim Parking-Day am 18. September wird man einen der dann gesperrten Parkplätze bespielen, für den Weltkindertag gibt es ein großes Fest im Stadtgraben, und am 8. November präsentiert man sich bei der Familienmesse in Göllsdorf.
Das Programm für den Weltkindertag am 20. September steht übrigens schon weitestgehend fest: Gefeiert wird von 14 bis 16.30 Uhr, um 14 Uhr und um 16 Uhr führt Christoph Franks Zauberbühne den Zirkus Kunterbunt auf, dazwischen gibt es Spiele und Kreativangebote wie das Glücksgläserbasteln mit dem Verein Frauen helfen Frauen. Maxi Fleig liest Fünfminutengeschichten, und für Livemusik sorgt Fintan Lucy.
Mehr über den Kinderschutzbund und seine Angebote findet man hier: www.kinderschutzbund-rottweil.de
