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Neckarliner-Test beendet: Rottweil will das Bähnle zur Landesgartenschau zurück – Geld gibt die Stadt nicht

Der Neckarliner. Foto: pm
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Der Testbetrieb des Neckarliners, des Bähnles zwischen Berner Feld, historischer Innenstadt und Bahnhof, ist beendet. Er habe Verlust gemacht, sagt Roland Haag vom Brückenbetreiber Eberhardt. Stadt und Landesgartenschau-Gesellschaft wünschen sich das Angebot für 2027 und 2028 zurück, finanziell beteiligen wollen sie sich nicht.

„Der Neckarliner läuft dieses Jahr nicht mehr. Es war ein Test, das mal auszuprobieren.“ So fasst Roland Haag, Projektleiter bei Eberhardt Bewehrungsbau, die erste Saison des Rottweiler Bähnles zusammen. Das Unternehmen betreibt die Fußgängerhängebrücke Neckarline, die im April 2026 eröffnet wurde. Seither pendelte der Neckarliner zwischen der Haltestelle Testturm auf dem Berner Feld, dem Brückenparkplatz, der Haltestelle Seehof und der Unteren Hauptstraße, zuletzt auch zum Bahnhof. Darüber haben wir berichtet: „Der Neckarliner fährt oft leer – Stadtbus GmbH räumt Anlaufschwierigkeiten ein.

Die Genehmigung sei bis zum Ende der Sommerferien gelaufen, sagt Haag. Ein vorzeitiger Abbruch sei das nicht. „Es war eine Testphase, um auszuprobieren, wie so ein Teil überhaupt funktioniert. Ein Testballon. Wie man das eben macht, wenn man etwas ganz neu anfängt.“ Am Samstag, 19. September, war der Neckarliner nach Beobachtung der NRWZ allerdings noch einmal unterwegs. Vermutlich hing der Einsatz mit dem Brückenfest zusammen.

Zu wenige Fahrgäste – oder zu teuer

Wirtschaftlich ist die Bilanz des Tests eindeutig. „Aktuell fährt das Bähnle einen Verlust ein“, sagt Haag. Die Ursache lässt er offen: „Wir haben zu wenig Besucher, die mitfahren, oder einen zu hohen Preis – das kann man sehen, wie man will.“ Die Strecke zwischen Testturm und Brückenparkplatz war kostenlos. Ab der Haltestelle Seehof kostete die Fahrt 5 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern summiert sich das auf 18 Euro. Fahrgastzahlen hat bislang keiner der Beteiligten genannt, weder die Stadt noch die Betreiber.

Die Rollen sind dabei klar verteilt, zumindest in Haags Darstellung. „Die Stadtbus hat das für uns übernommen, aber nur Kundendienst und Fahrer. Die ganzen Kosten, den Verlust tragen wir.“ Über Stadtbus-Geschäftsführer Frank Wiest sagt er: „Nichts gegen den Stadtbus, das ist ein ordentlicher Deal, er hat uns da viel geholfen.“ Und weiter: „Aber wir müssen kalkulieren, ob es sich am Ende rechnet.“

Das Fahrzeug selbst gehört Firmenchef Günter Eberhardt privat. „Das ist eine andere Baustelle, da wird anders gerechnet“, sagt Haag. Wer den Betriebsverlust genau trägt, das Unternehmen oder Eberhardt persönlich, ließ eine schriftliche Nachfrage der NRWZ offen.

Schwieriger Start, enge Genehmigung

Schon der Auftakt war teuer. Bei der allerersten Fahrt zur Brückeneröffnung fiel das Bähnle aus, Haag spricht von einem Motorschaden und hohen Kosten. Hinzu kamen Hürden bei der Genehmigung. Nach Angaben von Stadtbus-Geschäftsführer Wiest war ursprünglich ein Betrieb von Montag bis Sonntag geplant, das Regierungspräsidium Freiburg habe aber nur Wochenenden und Feiertage genehmigt.

„Es geht auch um genehmigungsrechtliche Themen, um den Verkehr. Das war alles nicht ganz einfach“, sagt Haag. Dazu komme die Technik: „Das Bähnle ist für eine Strecke gebaut, die eher einen Kreis beschreibt. Und das Zügle braucht eher einen großen Wendekreis.“ Eine Anfrage der NRWZ beim Regierungspräsidium zu den Gründen der Beschränkung läuft. Mitte September hatte Wiest der NRWZ noch von einer typischen Anlaufphase gesprochen und mit dem neuen Bahnhofsanschluss mehr Fahrgäste erwartet. Eine Einstellung aus wirtschaftlichen Gründen hatte er schon damals nicht ausgeschlossen. Auf eine erneute Nachfrage zu Haags Darstellung hat Wiest bis Redaktionsschluss nicht geantwortet.

Stadt will das Bähnle zurück – ohne eigenes Geld

Bei der Stadt stößt das Angebot auf Zustimmung. „Sowohl die Stadt als auch die Landesgartenschau Rottweil 2028 gGmbH würden es begrüßen, wenn der Neckarliner im Sommer 2027 und während der Landesgartenschau 2028 wieder fahren könnte“, schreibt Bürgermeisterin Ines Gaehn, die zugleich eine von zwei Geschäftsführern der Gartenschau-Gesellschaft ist. Das Bähnle könne das Gartenschauerlebnis mit einem Besuch der historischen Innenstadt verbinden.

Unterstützen wolle man bei Streckenführung und Haltepunkten sowie durch die Einbindung in die Besucherinformation. Zahlen wollen Stadt und Gesellschaft nicht. „Eine finanzielle Beteiligung der Stadt oder der Landesgartenschaugesellschaft ist aktuell nicht vorgesehen“, so Gaehn. Man halte es damit wie bei der Hängebrücke und den meisten privaten touristischen Angeboten in der Stadt.

Wie es weitergeht

Bei Eberhardt ist die Entscheidung offen. „Jetzt müssen wir schauen, wie wir das Teil einsetzen: Macht es Sinn, macht es keinen Sinn?“, sagt Haag. Eine Rolle spielt dabei der bestehende Buspendelverkehr vom Berner Feld in die Stadt: „Der funktioniert ja schon. Aus dem Grund müssen wir uns einig werden.“

Am Projekt selbst halte man fest, betont Haag. Der Neckarliner sei „eine Idee von Eberhardt, wie man Menschen zusammenführen kann“. Günter Eberhardt sei weiterhin regelmäßig vor Ort. „Wir sind an allen unseren Brücken präsent.“

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