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Zwei-Meter-Regel für Mountainbiker: Leser fordern mehr legale Trails und mehr Rücksicht

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Lesezeit 5 Min.

Die Entscheidung des Landes, an der Zwei-Meter-Regel für Mountainbike-Fahrerinnen und -Fahrer festzuhalten, stößt bei NRWZ-Lesern auf Widerspruch. In den Kommentaren geht es um fehlende legale Angebote, gegenseitige Rücksichtnahme und die Frage, wie Wanderer und Mountainbiker den Wald miteinander nutzen können. Eine Leserin mahnt dabei das Bedürfnis nach Ruhe und Sicherheit an.

Rottweil. Mehr legale Trails schaffen, statt am pauschalen Verbot festzuhalten: Diese Forderung zieht sich durch mehrere Reaktionen auf den NRWZ-Bericht zur Zwei-Meter-Regel. Auf Facebook, Instagram und direkt auf NRWZ.de diskutieren Leser über die Entscheidung der Landesregierung. Während mehrere Kommentierende auf ein Miteinander von Wanderern und Radfahrern setzen, gibt es auch eine Gegenstimme: Wer zu Fuß auf schmalen Waldwegen unterwegs ist, soll dort Erholung finden können, ohne Fahrrädern ausweichen zu müssen.

Anlass ist die Absage des Landes an eine Abschaffung der Regel. Wie die NRWZ berichtet hat, wollen der Deutsche Alpenverein und der Deutsche Interessenverband Mountainbike eine Änderung erreichen. Nach der im Ausgangsbericht wiedergegebenen Aufstellung gibt es im Kreis Rottweil lediglich zwei Standorte mit behördlich genehmigten Singletrails.

„Lenkung statt pauschaler Verbote“

An diesem knappen Angebot setzt ein Kommentar auf Instagram an: „Wer Mountainbiker lenken will, muss legale, naturverträgliche Möglichkeiten schaffen.“ Diese sollten gemeinsam geplant werden, mit Rücksicht auf alle. Die Forderung lautet: „Lenkung statt pauschaler Verbote!“

Andere Kommentierende verweisen auf Orte, an denen das Miteinander ihrer Ansicht nach besser funktioniert. Auf Facebook nennt Steffen Stritt unter anderem Baiersbronn und die Gegend um Albstadt. Aus den Seealpen berichtet er von Begegnungen mit dem Rad und seinen Hunden. Seine Formel dafür: „Bonjour, langsam machen und ein Lächeln.“ Auch Mark Bläsius plädiert in seinem Kommentar auf NRWZ.de für gemeinsam genutzte Wege. Als Vorbild nennt er die Schweiz. „Gegenseitige Rücksichtsnahme ist dabei das Stichwort“, schreibt er.

Neben solchen Vorschlägen gibt es deutlichen Ärger über die Entscheidung. Mehrere Leser bezweifeln, dass sich die Zwei-Meter-Regel im Alltag wirksam kontrollieren lässt. Einzelne Kommentare gehen bis zur Ankündigung, die Vorschrift zu ignorieren. Ob und in welchem Umfang tatsächlich kontrolliert wird, lässt sich aus diesen Reaktionen allerdings nicht ableiten.

Rücksicht aus Sicht einer Wanderin

Dass Rücksichtnahme unterschiedlich verstanden wird, zeigt der Kommentar einer Leserin unter dem Namen Ylva. Sie schreibt, selbst gern Rad zu fahren. Bei einer ruhigen Waldwanderung möchte sie aber nicht gezwungen sein, auf einen Abhang auszuweichen, um einem Mountainbike Platz zu machen.

Ihr geht es um den Wald als Erholungsraum für unterschiedliche Altersgruppen. „Der Wald soll für jeden von Kind bis Greis ein Erholungsort bleiben in unserer sowieso schon hektischen Zeit“, schreibt sie. Damit setzt sie einen anderen Schwerpunkt als jene Kommentierenden, die vor allem eine Öffnung schmaler Wege fordern: Auch das Bedürfnis, dort ohne Begegnungen mit Fahrrädern unterwegs sein zu können, müsse berücksichtigt werden.

Leser meldet: Vier Trails an der Roten Steige fertig

Einen konkreten Hinweis zum örtlichen Angebot liefert Bläsius. Nach seinen Angaben sind die Strecken an der Roten Steige inzwischen vollständig fertiggestellt. Nach rund anderthalb Jahren Bauzeit könnten insgesamt vier Trails befahren werden. Der zuletzt eröffnete Arae Trail sei speziell für Kinder, Jugendliche, Familien und Einsteiger konzipiert. Damit beschreibt er einen neueren Stand als der Ausgangsbericht der NRWZ, der noch eine geplante Fertigstellung bis 2028 nennt. Eine gesonderte Bestätigung des aktuellen Bau- und Freigabestands durch den Verein liegt für diesen Nachbericht noch nicht vor. Vier einzelne Trails an der Roten Steige wären zudem weiterhin ein Standort, nicht vier zusätzliche Standorte im Landkreis.

Die Kommentare sind kein repräsentatives Meinungsbild. Sie zeigen aber, woran sich die Debatte unter den beteiligten Lesern entzündet: an der Frage, ob eine feste Wegbreite das Miteinander regeln soll oder ob mehr legale Angebote und gegenseitige Rücksicht die bessere Antwort sind.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
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