Die L 108 zwischen Schramberg und Lauterbach bleibt gesperrt. Eine Prüfung am Donnerstag hat ergeben, dass die Sicherungsarbeiten am Hang über der Straße noch nicht weit genug sind, um die Strecke zum Schulbeginn am Montag freizugeben. Für Schülerinnen und Schüler richten Stadt und Landkreis stattdessen einen Sonderverkehr mit zwei Buslinien ein.
Seit dem Waldbrand am Tösberg am 16. August ist die Landesstraße zwischen Schramberg und Lauterbach dicht. Damals brannten nach Angaben der Einsatzkräfte rund 15 bis 20 Hektar Wald, zeitweise waren bis zu 400 Einsatzkräfte im Einsatz. Die Brandursache ist bis heute nicht geklärt.
Warum der Hang weiter als gefährlich gilt
Nach Darstellung der Stadt Schramberg hat das Feuer den Steilhang über der Straße destabilisiert. Die Hitze und große Mengen Löschwasser hätten Geröll und Felsbrocken gelöst, verkohlte Bäume seien umsturzgefährdet gewesen. Eine Durchfahrt wäre für Verkehrsteilnehmer zu gefährlich, heißt es zur Begründung der Sperrung.
An der Sicherung des Hangs arbeiten seither mehrere Spezialfirmen. Die Firma Hochleitner übernahm das Fällen der Bäume, ein Hubschrauber der Firma Wucher flog das Holz ab, die Firma Sachtleben räumte das Geröll. Die Unternehmen Peter Groß Bau und Spengler errichten die eigentliche Sicherung: eine Betonmauer mit Fangnetz. Koordiniert wird das Vorhaben von der Stadt Schramberg, dem Regierungspräsidium, der unteren Forstbehörde und dem Straßenbauamt.
Ziel aller Beteiligten war nach Angaben der Stadt von Anfang an, die Straße bis zum Schulanfang am 14. September wieder zu öffnen. Die Prüfung am Donnerstag ergab, dass die Schutzmaßnahmen dafür noch nicht ausreichen. Die Arbeiten am Hang laufen weiter. Ein neuer Termin für die Freigabe wurde nicht genannt.
Der Verkehr wird seit der Sperrung weiträumig über Hardt, Brogen, Langenschiltach und den Fohrenbühl umgeleitet.
Oberbürgermeisterin und Landrat verteidigen die Entscheidung
Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr räumt die Belastung ein: „Ich weiß, wie enttäuschend es für die Menschen in Lauterbach und Schramberg ist, dass die Straße weiterhin gesperrt bleiben muss. Die Umleitung ist gerade im Alltag und zum Schulbeginn eine massive Belastung.“ Zugleich habe man gesehen, „welche Kräfte der Waldbrand im Hang freigesetzt hat. Eine Freigabe, bei der Zweifel an der Sicherheit bestehen, können wir deshalb nicht verantworten.“
Landrat Christoph Keckeisen verweist ebenfalls auf die Sicherheit: „Die Versuchung ist angesichts der Belastungen groß, möglichst schnell eine Lösung zu finden. Aber eine Straße kann erst dann wieder freigegeben werden, wenn die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmenden gewährleistet ist.“ Wenn Fachleute zu dem Ergebnis kämen, dass die Schutzmaßnahmen noch nicht ausreichten, müsse man diese Entscheidung akzeptieren.
Zwei Sonderbuslinien ab Montagmorgen
Zum Schulstart am Montag richten die Verantwortlichen einen Sonderverkehr ein, der ausschließlich Schülerinnen und Schülern offensteht. Ab Montagmorgen verkehren zwei separate Buslinien: Eine startet in Sulzbach, die zweite in Lauterbach. Beide fahren über den Fohrenbühl und Reichenbach nach Schramberg.
Die Fahrzeiten seien so getaktet, dass die Schülerinnen und Schüler überwiegend pünktlich zur ersten Unterrichtsstunde ankämen, teilt die Stadt mit. Die Rückfahrt erfolgt gesammelt nach dem Ende der sechsten Stunde ab dem Busbahnhof Schramberg. Die Fahrpläne verteilen die Schramberger Schulen direkt an die Schülerinnen und Schüler.
Für den übrigen Verkehr – Berufspendler, Anlieger und den Wirtschaftsverkehr zwischen Lauterbach und Schramberg – bleibt es bei der Umleitung.
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