Die Landesstraße 108 zwischen Lauterbach und Schramberg bleibt nach dem Waldbrand vorerst komplett gesperrt. Nach Angaben der Gemeinde Lauterbach geht die Gefahr nicht nur von möglichem Steinschlag aus: Im steilen Hang oberhalb der Straße brennen einzelne Bäume noch, andere sind durch das Feuer geschädigt. Mit einer Freigabe noch in dieser Woche rechnet das Straßenbauamt nicht.
Die Sperrung der L 108 trifft Lauterbach hart. Berufspendler, Betriebe, Gäste und der Nahverkehr sind betroffen – und in wenigen Tagen beginnt die Schule. Die Gemeinde steht deshalb nach eigenen Angaben in engem Austausch mit dem Straßenbauamt des Landratsamts Rottweil. Bürgermeister Jürgen Leichtle habe sich auch am Donnerstag über den aktuellen Stand informiert.
Geologen begutachten den Hang
Bereits am Dienstagmittag haben drei Geologen des Landesamtes für Geologie den vom Brand betroffenen Bereich begutachtet. Begleitet wurden sie laut Gemeinde vom zuständigen Revierförster, von der Feuerwehr Schramberg und von der Straßenmeisterei Schramberg. Eine fachliche Stellungnahme wird kurzfristig erwartet.
Standsicherheit der Bäume nicht von außen erkennbar
Nach Auskunft des Straßenbauamtes, die die Gemeinde wiedergibt, ist der mögliche Steinschlag nicht der einzige Grund für die Vollsperrung. Ein besonderes Problem seien die teilweise noch brennenden und die durch das Feuer geschädigten Bäume im steilen Hang oberhalb der Landesstraße.
Ihre Standsicherheit lasse sich von außen nicht zuverlässig beurteilen. Die betroffenen Bäume müssten deshalb einzeln überprüft werden. Wegen der Hanglage könnten umstürzende Bäume oder herabfallendes Material unmittelbar auf die darunter verlaufende Straße gelangen.
Halbseitige Öffnung wird geprüft
Bei den bisherigen Untersuchungen wurden nach Darstellung der Gemeinde bereits kurzfristige Sicherungsmaßnahmen erörtert. Dazu gehört die Frage, ob technische Lösungen wie Prallwände zu einem späteren Zeitpunkt eine halbseitige Verkehrsführung ermöglichen könnten.
Fest steht nach der aktuellen Auskunft des Straßenbauamtes: Mit einer Wiederfreigabe der L 108 noch im Laufe dieser Woche ist nicht zu rechnen. Auch eine halbseitige Öffnung würde Vorarbeiten erfordern und käme erst infrage, wenn sie aus Sicherheitsgründen vertretbar ist.
Umleitung über den Fohrenbühl
Für den motorisierten Verkehr und für Fußgänger sind nach schriftlicher Mitteilung des Straßenbauamtes in Zusammenarbeit mit der Stadt Schramberg Umleitungen eingerichtet worden. Von Hornberg kommend ist die Erreichbarkeit Lauterbachs über den Fohrenbühl ausgeschildert. Dort finden sich auch Hinweise auf die Erreichbarkeit der Gastronomiebetriebe auf dem Fohrenbühl.
„Sicherheit muss an erster Stelle stehen“
Bürgermeister Jürgen Leichtle verweist auf die Folgen für die Gemeinde: „Die Auswirkungen der Sperrung auf Lauterbach sind erheblich. Trotzdem muss bei der derzeitigen Gefahrenlage die Sicherheit an erster Stelle stehen.“ Er werde sich für eine schnellstmögliche und zugleich sichere Lösung einsetzen. „Entscheidend ist jetzt, dass auf Grundlage der fachlichen Bewertung die erforderlichen weiteren Schritte ohne vermeidbare Verzögerungen eingeleitet werden.“
Die Gemeinde kündigt an, die Bevölkerung über ihre Internetseite und ihre Social-Media-Kanäle über wesentliche neue Entwicklungen zu informieren, sobald belastbare Informationen der Behörden vorliegen. Bis dahin bittet die Verwaltung darum, die bestehenden Absperrungen unbedingt zu beachten.
