Nach einem Schockanruf hat eine Seniorin in St. Georgen am Dienstag, 22. September, einem Betrüger Bargeld übergeben. Wenige Stunden später nahm die Verkehrspolizei einen 19-jährigen Tatverdächtigen auf der Autobahn 81 bei Sindelfingen fest. Das teilen Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Konstanz gemeinsam mit.
Die Anrufer gaben sich als Vertreter einer Klinik aus. Sie erzählten der Frau, ihrem Sohn sei etwas zugestoßen, er müsse sofort operiert werden, und dafür brauche es Geld. Nur wenige Minuten nach dem Telefonat stand ein junger Mann vor ihr. Er stellte sich als Mitarbeiter eines Freiburger Klinikums vor und zeigte auf seinem Handy einen Klinikausweis, der nach Angaben der Polizei gefälscht war. Die Seniorin gab ihm einen vierstelligen Geldbetrag.
Der mutmaßliche Abholer war der Polizei offenbar nicht unbekannt. Andere Polizeibehörden ermittelten nach Angaben der Konstanzer Behörden bereits gegen ihn. Nach dem Betrug in St. Georgen lief sofort eine Fahndung an. Beamte der Verkehrspolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg stoppten den 19-Jährigen schließlich auf der A81 bei Sindelfingen. Am Mittwoch wurde der junge Mann auf Antrag der Staatsanwaltschaft Konstanz beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen vorgeführt. Anschließend brachte ihn die Polizei in die Justizvollzugsanstalt Freiburg.
Ob die Frau ihr Geld zurückbekommt und ob weitere Personen an der Tat beteiligt waren, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Die Ermittlungen dauern an.
So schützen Sie sich vor Schockanrufen
Die Polizei warnt erneut vor Anrufern, die sich als Mitarbeiter von Kliniken, als Ärzte, Polizisten, Staatsanwälte oder Angehörige ausgeben. Ob Enkeltrick oder Schockanruf: Ziel ist immer, an Bargeld, Wertsachen oder eine Überweisung zu kommen.
Die Empfehlungen der Polizei:
- Bei solchen Anrufen misstrauisch sein und das Gespräch beenden.
- Kein Geld und keine Wertsachen an Unbekannte übergeben.
- Im Zweifel selbst die Polizei unter 110 anrufen, nicht über eine Rückrufnummer des Anrufers.
- Angehörige unter der bekannten Nummer direkt kontaktieren.
Und: Kein Krankenhaus verlangt am Telefon Bargeld für eine Operation.
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