Stoffgemälde in Hula-Hoop-Reifen, zu Kunstwerken umgearbeitete alte Druckplatten und gewebtes Lametta: Birgit Herzberg-Jochums Werke bestechen durch enorme Kreativität und Ausdruckskraft. Zu sehen sind sie jetzt im Atelier Mitte in der Hohlengrabengasse.
Rottweil – „Früher war mehr Lametta“, nennt sie die Quadrate, und geht damit ein auf die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Menschen, „jeder speichert die Dinge anders ab“, und so kommt es schließlich zur Geschichtsklitterung, die bei Birgit Herzberg-Jochum zur Glitterung wird und damit auch glitzern und schimmern darf. Die Quadrate, gewebt oder aus ihren eigenen alten Druckplatten geschnitten, werfen Schatten hinter sich und werden so zur Dopplung, die je nach Lichteinfall immer wieder andere Perspektiven zeigt.
So spielt sie mit Worten, mit Licht und Materialien, verarbeitet ihre Blumen-Geschenke, die sie in ihrem Stuttgarter Atelier trocknet und dann zu eigenen kleinen Gärten werden lässt, bemalt transparente Stoffe und spannt sie dann zwischen hölzerne Hula-Hoop-Reifen, zuvor jedoch zerschlitzt sie sie, um sie dann wieder zusammenzufügen. Und zeigt so die Narben, „die uns letztendlich ausmachen. Wir sind die Summe von alldem.“
Die Ausstellung „Fragil“ im Atelier Mitte, Hohlengrabengasse 3, ist dienstags und freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Die Finissage findet am Sonntag, 19. Juli um 17 Uhr statt. Mehr über die Künstlerin findet man unter https://truecolours.de
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