Deutschlands Hunde werden kleiner – der Rottweiler kommt in der Statistik kaum noch vor

Mischlinge stellen 43 Prozent aller Hunde. In Rottweil kostet der erste Hund 132 Euro Steuer im Jahr, in Schramberg wurde zum Jahresbeginn erhöht.

Autor / Quelle:
Lesezeit 5 Min.
Bild von Pexels auf Pixabay

Zehn Millionen Hunde leben nach Angaben der Heimtierbranche in deutschen Haushalten – und sie werden im Schnitt kleiner. Der Anteil der Hunde über 26 Kilogramm ist binnen fünf Jahren von einem Viertel auf 19 Prozent gesunken. Unter den häufigsten Rassen taucht ausgerechnet jene nicht auf, die ihren Namen aus dem Landkreis hat: der Rottweiler.

LANDKREIS ROTTWEIL. Der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) und der Zentralverband der Heimtierbranche (ZZF) haben ihre Zahlen zur Hundehaltung für das Jahr 2025 vorgelegt. Danach lebten zehn Millionen Hunde in 8,3 Millionen Haushalten. Eine amtliche Statistik dazu gibt es nicht – die Angaben stammen aus Marktforschung im Auftrag der beiden Verbände, die die Heimtierbranche wirtschaftlich vertreten. Auf kommunaler Ebene lässt sich die Zahl der Hunde nur über die Hundesteuer ablesen.

Mischlinge dominieren, die Rassen liegen dicht beieinander

Häufigster Hund in deutschen Haushalten ist demnach der Mischling mit einem Anteil von 43 Prozent. Dahinter folgen mehrere Rassen nahezu gleichauf: Labrador Retriever, Deutscher Schäferhund und Chihuahua kommen jeweils auf rund fünf Prozent. Jack oder Parson Russell Terrier, Golden Retriever und Dackel liegen bei je drei Prozent.

Die Reihenfolge ist damit ähnlich wie 2024. Angesichts der geringen Abstände zwischen den Rassen sind einzelne Positionswechsel wenig aussagekräftig.

Große Hunde werden seltener

Deutlicher ist der Trend bei der Größe. Rund ein Drittel aller Hunde in Deutschland wiegt zwischen fünf und zehn Kilogramm – ein Wert, der seit Jahren stabil ist. Der Anteil der Hunde über 26 Kilogramm ist dagegen zurückgegangen: von einem Viertel vor fünf Jahren auf jetzt 19 Prozent. Sehr kleine Hunde unter fünf Kilogramm, etwa Chihuahua oder Yorkshire Terrier, machen acht Prozent aus.

Als Grund nennt IVH-Geschäftsführerin Katrin Langner die Lebensumstände der Halter: Wohnsituation und Aktivitätslevel spielten bei der Wahl des Hundes eine immer größere Rolle. Belegt wird diese Deutung in der Mitteilung der Verbände nicht.

Der Rottweiler: bekannt, aber selten

In der Aufstellung der häufigsten Hunde fehlt eine Rasse, die ihren Namen der ältesten Stadt Baden-Württembergs verdankt. Der Rottweiler geht auf Treib- und Metzgerhunde zurück, die Vieh zu den Märkten der Region begleiteten – daher der frühere Name „Rottweiler Metzgerhund“.

In der Zuchtstatistik des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) wurden 2024 bundesweit 1.259 Rottweiler-Welpen eingetragen. Zum Vergleich: Beim Deutschen Schäferhund waren es 6.316, beim Labrador Retriever 2.367. Die VDH-Zahlen erfassen allerdings nur Welpen aus Zuchtvereinen des Verbands, nicht den gesamten Bestand.

Mit rund 50 Kilogramm bei ausgewachsenen Rüden fällt der Rottweiler in genau die Gewichtsklasse, die anteilig schrumpft. Auf der Liste der Hunde, die die baden-württembergische Polizeiverordnung als Kampfhunde einstuft, steht die Rasse nicht.

Was ein Hund im Kreis Rottweil kostet

  • Rottweil: 132 Euro Hundesteuer im Jahr für den ersten Hund, 264 Euro für jeden weiteren.
  • Schramberg: seit 1. Januar 2026 132 Euro für den ersten Hund, 288 Euro für jeden weiteren, 1.720 Euro für einen Kampfhund.
  • Anmeldung: Jeder Hund, der älter als drei Monate ist, muss bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung angemeldet werden – in Rottweil innerhalb eines Monats. Wer das versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
  • Steuermarke: Sie muss sichtbar am Halsband befestigt sein.

Die Sätze unterscheiden sich von Kommune zu Kommune. Maßgeblich ist jeweils die örtliche Satzung.

Charakter statt Ranking

Die Verbände raten dazu, sich bei der Anschaffung nicht an Beliebtheitslisten zu orientieren. Rassen unterschieden sich beim Bewegungsbedarf, beim Temperament und beim Pflegeaufwand deutlich, bei Mischlingen seien die Ansprüche noch schwerer einzuschätzen. Wer einen Hund kaufe, solle auf Anbieter achten, die Auskunft über Charakter und Bedürfnisse des Tieres geben können.

Wer keinen Welpen sucht, findet auch in der Region Alternativen: Tierheime und Tierschutzvereine vermitteln Hunde, deren Wesen und Bedarf bereits eingeschätzt sind.

Quellen: IVH/ZZF, VDH-Welpenstatistik 2024, Stadt Rottweil, Stadt Schramberg, Polizeiverordnung des Innenministeriums und des Ministeriums für Ländlichen Raum Baden-Württemberg über das Halten gefährlicher Hunde.

Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meistbewertet

Danke, dass Sie die NRWZ lesen.

NRWZ.de ist kostenlos. Damit das so bleibt, brauchen wir Werbeeinnahmen — die funktionieren besser mit Ihrer Einwilligung. Nutzen Sie NRWZ kostenlos mit Werbung oder unterstützen Sie unsere Redaktion mit einer Steady-Mitgliedschaft und lesen dafür werbefrei.

Kostenlos mit Werbung

Der kostenlose Zugang wird durch Werbung finanziert. Dafür bitten wir um Ihre Einwilligung in die dafür notwendigen Cookies und Dienste.

Bereits Mitglied? Dann können Sie sich direkt einloggen:

Werbefrei mit Steady

Mit Steady unterstützen Sie unabhängigen Lokaljournalismus aus der Region und lesen NRWZ ohne Werbung*.

*Frei von Werbung über die externen Anbieter Google und Taboola. Lokale Werbung zeigen wir im Interesse unserer Direktkunden weiterhin an.

Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und im Impressum.