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Müde, erschöpft, dauergestresst: Warum Erholung kein Luxus ist

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Mehr als jeder Zweite in Deutschland fühlt sich heute gestresster als noch vor ein bis zwei Jahren. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Krankenkasse KKH. Vom 5. bis 9. Oktober gibt es eine kostenlose Online-Aktionswoche zur mentalen Gesundheit – und auch im Kreis Rottweil gibt es Anlaufstellen für Menschen, denen der Alltag über den Kopf wächst.

Rottweil. Der Akku ist leer, aber der Alltag läuft weiter – dieses Gefühl kennen offenbar viele. Für eine repräsentative Online-Befragung hat die KKH Kaufmännische Krankenkasse rund 1.000 Menschen ab 18 Jahren befragt. Das Ergebnis: 54 Prozent geben an, heute mehr Stress zu erleben als vor ein bis zwei Jahren. Die Folgen sind längst spürbar. 61 Prozent berichten von Müdigkeit oder Schlafstörungen, 57 Prozent fühlen sich erschöpft oder ausgebrannt. Mehr als jeder Dritte kämpft mit gedrückter Stimmung – die im schlimmsten Fall in eine depressive Verstimmung übergehen kann.

Wissen ist da, Zeit fehlt

Bemerkenswert ist die Lücke zwischen Einsicht und Handeln: Fast 70 Prozent der Befragten halten es für wichtig, langfristig etwas für ihre Gesundheit zu tun. Doch nur ein Drittel nimmt sich auch in stressigen Phasen tatsächlich die Zeit dafür. 43 Prozent nennen fehlende Erholungszeit ausdrücklich als Belastung.

Daraus kann ein Teufelskreis entstehen: Wer stark belastet ist, zieht sich häufig zurück – Treffen mit Freunden oder Familie fühlen sich dann wie eine zusätzliche Anstrengung an. Dabei gelten stabile soziale Beziehungen als eines der wirksamsten Mittel gegen Stress. Hinzu kommt die Nachrichtenlage: Krieg, Klimawandel, steigende Preise und die ständige Konfrontation mit Krisenmeldungen halten viele Menschen in einer Art Daueralarm.

Kostenlose Online-Woche zur mentalen Gesundheit

Die KKH nutzt die Umfrage als Anlass für die digitale Mental Health Week vom 5. bis 9. Oktober 2026. Das Angebot ist kostenlos und steht nicht nur Versicherten der Kasse offen. Fünf Tage lang gibt es mehr als 40 Vorträge, Impulse und Mitmachangebote – etwa zur Frage, wie Social Media auf die Psyche wirkt, wie sich Ängste überwinden lassen oder was hinter dem Trendbegriff Longevity steckt. Angekündigt sind Referentinnen und Referenten wie Mathias Mester, Jonas Deichmann, Prof. Dr. Ingo Froböse und Prof. Dr. Jutta Heller sowie Themen wie Männergesundheit, Einsatz von Smart Devices, gewaltfreie Kommunikation und toxische Empathie. Wer einen Programmpunkt verpasst, kann ihn im Nachgang als Aufzeichnung abrufen – der Zugriff auf die On-Demand-Inhalte ist bis mindestens 25. Oktober 2026 möglich.

Anmeldung und Programm: kkh.de (Suchbegriff „Mental Health Week“) beziehungsweise mental-health-week.de

Was jeder selbst tun kann

Ein Patentrezept gegen Dauerstress gibt es nicht. Hilfreich ist, sich Erholung fest im Kalender einzuplanen – auch dann, wenn scheinbar keine Zeit dafür ist. Regelmäßiger Austausch im Familien- oder Freundeskreis stärkt die eigene Widerstandskraft. Und wer merkt, dass Erschöpfung, Schlafprobleme oder gedrückte Stimmung über Wochen anhalten, sollte sich nicht scheuen, professionelle Unterstützung zu suchen – zunächst beim Hausarzt oder bei einer Beratungsstelle.

Anlaufstellen im Kreis Rottweil

  • Psychologische Familien- und Lebensberatung der Caritas, Königstraße 47, Rottweil, Tel. 0741 / 246-130. Bei der Paar- und Lebensberatung ist das erste Gespräch grundsätzlich kostenfrei; für weitere Termine wird eine Kostenbeteiligung im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten vereinbart – an Geld soll die Beratung nicht scheitern. Beratungstermine gibt es in Rottweil, Oberndorf und Schramberg.
  • Sozialpsychiatrischer Dienst für den Landkreis Rottweil, Schwenninger Straße 55, 78628 Rottweil, Tel. 0741 / 241-2864 oder über das Vinzenz-von-Paul-Hospital, Tel. 0741 / 241-0
  • IBB-Stelle Rottweil (Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle): Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörige im Landkreis Rottweil; informiert und berät über wohnortnahe Hilfs- und Unterstützungsangebote. Die Mitarbeitenden arbeiten ehrenamtlich, unabhängig, kostenlos und vertraulich. Erreichbar per E-Mail an kontakt@ibb-rottweil.de und telefonisch unter 0741 20679977 (Anrufbeantworter).
  • TelefonSeelsorge: 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang erreichbar, jeder kann sich unabhängig von Alter, Geschlecht und Glaubensangehörigkeit melden – Tel. 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222, kostenlos und anonym.
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