Als zweifache Titelverteidigerin reiste Janina Hettich-Walz zu den Wettbewerben um die deutschen Meisterschaften im Biathlon am Notschrei im heimischen Schwarzwald. Wer gedacht hatte dass die herausragende Leistung aus dem Vorjahr nicht zu toppen ist, der irrte gewaltig.
Im sogenannten kurzen Einzel über 12,5 Kilometer gab es bei Schießfehler dieses Jahr keine Strafzeiten, sondern Strafrunden. Janina Hettich-Walz war in diesem Wettbewerb läuferisch eine Klasse für sich. Trotz dreier Schießfehler bei vier Schießeinlagen sicherte sie sich überlegen den ersten Titel bei den Meisterschaften. Mit einer starken Leistung auf den Silberrang lief Johanna Puff mit einem Rückstand von bereits 1:05 Minute (2 Fehler) vor Julia Tannheimer (+ 1:08 Minute, 5 Fehler) über die Ziellinie.
Den Sprint über 7,5 Kilometer eröffnete Janina Hettich-Walz mit einer perfekten Serie im Liegendanschlag. Wie schon am Vortag präsentierte sie sich auf der nicht einfach zu laufenden Schleife am Notschrei in einer sehr guten Frühform. Einen Schießfehler verbunden mit einer Strafrunde konnte sie verschmerzen. Damit verteidigte sie ihren Vorjahrestitel im Sprint ebenfalls. Wie im Einzel gewann Johanna Puff mit einem Rückstand von 0:22 Minute (1 Fehler) die Silbermedaille, dieses Mal vor Julia Kink (+ 0:25 Minute, 1 Fehler).
Zweimal in die Strafrunde
Vor einer großen Zuschauerkulisse am Sonntag wollte Janina Hettich-Walz den Hattrick komplett machen. Mit zwei fehlerfreien Schießen baute sie den Vorsprung, immer an der Spitze laufend, kontinuierlich auf über eine Minute aus. Stehend musste sie zwar jeweils einmal in die Strafrunde, dadurch war ihr Sieg jedoch nicht mehr gefährdet. Erneut war Johanna Puff ihre stärkste Konkurrentin, die nur eine einzige Scheibe verfehlte und letztlich 0:26 Minute zurück lag. Dank einer wieder sehr guten Laufleistung sicherte sich Julia Tannheimer trotz 5 Strafrunden den Bronzerang (+ 1:14 Minute).
Enttäuschend verliefen die Wettbewerbe für die etablierten Weltcupstarterinnen Vanessa Voigt, Selina Grotian und Marlene Fichtner, die in allen Wettbewerben keine Chance hatten, in den jeweiligen Kampf um die Podestplätze einzugreifen.
Auch wenn die deutschen Meisterschaften nicht direkt in die Nominierung für den Weltcup einfließen, waren sie doch ein ersten Fingerzeig auf dem Weg in die neue Saison.
Mehr als zufrieden darf Janina Hettich-Walz mit dem perfekten Meisterschaftswochenende sein. Jetzt gilt es für sie die Form im Training zu halten und auszubauen, damit sie der enorm starken Konkurrenz im Weltcup trotzen kann und um ihr Ziel, dort um vordere Plätze mitzulaufen und zu schießen, erreichen zu können.

