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Listerien-Rückruf bei Lidl ausgeweitet – Forellenfilets auch in Baden-Württemberg verkauft

Aldi Süd, Norma, Edeka und Rewe nehmen zudem Frischkäse-Ringe zurück. Außerdem: Alnatura kommt in Netto-Filialen im Südwesten.

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NRWZ Shopping-News der Woche. iStock-Foto

Lidl hat seinen Rückruf von Forellenfilets der Marke Nautica ausgeweitet: Betroffen sind nun drei weitere Verbrauchsdaten, verkauft wurde die Ware auch in Baden-Württemberg. Nachgewiesen wurden Listerien, die vor allem für Schwangere, Kleinkinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich werden können. Parallel nehmen Aldi Süd, Norma, Edeka und Rewe Frischkäse-Ringe des Herstellers Arla zurück, weil in einer Mandelmischung Insekten stecken könnten. Beides lässt sich in Filialen im Kreis Rottweil zurückgeben.

Rückrufe: Listerien bei Lidl, Insekten im Frischkäse

Den ersten Rückruf hatte der Hersteller Danforel A/S am 20. Oktober veröffentlicht: Er betraf die Nautica Regenbogen Forellenfilets in den Sorten Natur und Pfeffer, jeweils 125 Gramm, mit dem Verbrauchsdatum 20. Oktober 2026. Am 23. Oktober kam die Erweiterung. Sie gilt für die Sorte Natur mit den Verbrauchsdaten 31. Oktober, 1. November und 3. November 2026. Verkauft wurde die Ware nach Angaben des Verbraucherportals produktwarnung.eu in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz; die Ruhr Nachrichten führen in ihrem Rückruf-Ticker zusätzlich das Saarland auf. Andere Danforel-Produkte und andere Artikel der Marke Nautica sind nicht betroffen.

Vom Verzehr wird abgeraten. Die Rückgabe ist in jeder Lidl-Filiale möglich, der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet; das Unternehmen nennt die Hotline 00800 5435 5435. Eine Listeriose kann Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen, aber auch grippeähnliche Beschwerden, die teils erst Wochen nach dem Verzehr auftreten. Wer solche Symptome bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen.

Der zweite Rückruf der Woche läuft über vier der acht großen Ketten. Arla Foods Deutschland nimmt drei Frischkäse-Ringe zurück, bei denen in der Mandelmischung eines Zulieferers Insekten stecken können: den Castello Ananas & Mandel Frischkäse Ring mit 1.000 Gramm und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 16. Dezember 2026, der vor allem an Großverbraucher sowie an Edeka und Unternehmen der Rewe Group geliefert wurde, den Milsani Ananas-Papaya Ring mit 125 Gramm und den Daten 25. und 30. November 2026, verkauft bei Aldi Süd, sowie den Viking Ananas-Mandel Ring mit 125 Gramm und dem Datum 30. November 2026, verkauft bei Norma. Alle Packungen tragen die Kennung DK M277 EU. Arla bezeichnet die Produkte nach Unternehmensangaben als gesundheitlich unbedenklich und den Rückruf als Vorsichtsmaßnahme. Die Details hat das Verbraucherportal news.de aufgeschlüsselt.

Vier weitere Rückrufe der Woche nennen keine der acht Ketten als Verkaufsstelle. Der Importeur Badiel nimmt gemahlenen Sumach der Marke Ikleel Algabal in der 200-Gramm-Packung zurück, Charge ME2552508 mit Mindesthaltbarkeit 1. September 2027: Nachgewiesen wurden die nicht zugelassenen Farbstoffe Sudan I und IV sowie E 122 und E 124. Go Asia ruft zerkleinerten getrockneten Tintenfisch in der 75-Gramm-Packung zurück, weil das Produkt als nicht zugelassen eingestuft wurde. Der Hennererhof in Schliersee nimmt Dinkel Spaghetti mit Wildkräutern, 500 Gramm mit Mindesthaltbarkeit Juli 2028, wegen Salmonellen in einer Kräuter-Charge zurück. Und bei TK Maxx betrifft es gemahlenen Bialetti-Kaffee mit Karamellgeschmack, Charge LC5 BD149T mit Datum 29. Mai 2027, wegen des Schimmelpilzgifts Ochratoxin A.

Was im Kreis Rottweil zählt

Der Lokalbezug der Woche liegt in den Rückgabemöglichkeiten. Lidl betreibt im Kreis unter anderem Filialen in Rottweil und in Schramberg, und die Rücknahme der Forellenfilets ist an jeder Kasse ohne Kassenbon möglich – unabhängig davon, wo die Packung gekauft wurde. Dasselbe gilt für die Frischkäse-Ringe: Aldi Süd, Norma, Edeka und Rewe sind im Kreis Rottweil mit Märkten vertreten. Weil Baden-Württemberg beim Lidl-Rückruf ausdrücklich als Verkaufsgebiet genannt wird, ist nicht auszuschließen, dass betroffene Ware auch hier über die Theke gegangen ist.

Neue Standortentscheidungen für den Kreis haben die acht großen Ketten in dieser Woche nicht mitgeteilt. Das größte Einzelhandelsprojekt bleibt der geplante Netto-Markt in Dietingen, zu dem bereits die Zufahrt gebaut wird. In Oberndorf am Neckar hat Edeka Südwest den früheren Real-Standort in der Friedrich-List-Straße angemietet und will dort ein E center mit rund 5.900 Quadratmetern Fläche eröffnen; genannt war zuletzt der Jahreswechsel 2026/2027, ein genaues Datum nannte das Unternehmen in dieser Woche nicht. Der Rewe-Markt an der Schramberger Straße in Rottweil, seit dem Frühjahr in Betrieb, ist von den Meldungen dieser Woche nicht berührt.

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Aldi

Aldi Süd setzt seine Kampagne gegen Bonus-Apps der Konkurrenz fort. In neuen Social-Media-Spots kriechen blaue Wesen aus Smartphones, verlangen persönliche Daten für exklusive Rabatte, schalten unaufgefordert Push-Nachrichten ein und treiben Kundinnen und Kunden zu ungeplanten Einkäufen. Das Fachmagazin Campaign Germany verweist auf die Ähnlichkeit der Figuren zu den Maskottchen von Payback. Der Discounter selbst nennt die Kampagne nach Unternehmensangaben eine Metapher für einen Markt, in dem digitale Bonus-Angebote um jede Sekunde Aufmerksamkeit konkurrieren. Aldi Süd verzichtet bislang auf ein eigenes Bonusprogramm.

Im Rückruf der Arla-Frischkäse-Ringe ist Aldi Süd mit dem Milsani Ananas-Papaya Ring betroffen, siehe oben. Für Leserinnen und Leser im Kreis Rottweil ist dabei relevant, dass hier ausschließlich Filialen von Aldi Süd vertreten sind.

Edeka

Für Edeka-Kundinnen und -Kunden mit Tegut-Bezug läuft diese Woche die entscheidende Frist. Der letzte Verkaufstag der meisten Tegut-Märkte ist Freitag, der 30. Oktober, in Thüringen der 29. Oktober. Der Abschiedsrabatt von 50 Prozent galt bis zum 25. Oktober, seit dem 26. Oktober sind Restbestände um 75 Prozent reduziert – allerdings nur in den künftigen Netto- und den meisten künftigen Edeka-Märkten. Punkte im Tegut-Programm tebonus lassen sich bis zum 31. Oktober sammeln und bis zum 28. November einlösen; Pfandbons sind an den ausstellenden Markt gebunden und verlieren mit der Übergabe ihren Wert. Das Supermarktblog hat die Fristen im Einzelnen aufgelistet. Märkte im Kreis Rottweil sind davon nicht betroffen.

Dass Edeka Südwest auch außerhalb Baden-Württembergs expandiert, zeigt eine Mitteilung vom 23. Oktober: Am Frankfurter Flughafen eröffnet die Regionalgesellschaft am 6. November in Terminal 1 einen Markt, der nach kurzer Umbauphase einen früheren Tegut-Standort übernimmt. Mehrere weitere Eröffnungen meldete das Unternehmen für Frankfurt und Hanau.

Beim Arla-Rückruf ist Edeka über den 1.000-Gramm-Ring der Marke Castello betroffen.

Kaufland

Kaufland besetzt einen Vorstandsposten, der seit Januar offen war. Bojan Luncer übernimmt zum 1. November das Ressort Länder und verantwortet damit die sieben ausländischen Landesgesellschaften in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei, Bulgarien, Kroatien und der Republik Moldau. Luncer war von 2020 bis 2024 Vorsitzender der Geschäftsführung von Real und begleitete dort die Zerlegung des Unternehmens sowie die Übernahme eines Teils der Standorte durch Kaufland. Zuvor hatte er Lidl in Kroatien aufgebaut und saß von 2013 bis 2017 im Lidl-Vorstand. Das Deutschlandgeschäft ist von der Personalie nicht berührt; es bleibt bei Ivan Chernev, der direkt an den Vorstandsvorsitzenden Frank Schumann berichtet.

Der Babynahrungs-Rückruf des Händlers läuft weiter. Betroffen sind Chargen von Aptamil und Milumil sowie Produkte der Nestlé-Marke Beba, Auslöser ist in allen Fällen das Bakteriengift Cereulid. Die Verbraucherzentrale NRW hatte dem Konzern vorgeworfen, zu schwach gewarnt zu haben; wir haben den Fall in der vergangenen Ausgabe und zuvor mit Blick auf die Rottweiler Filiale in der Saline aufgeschrieben. Neue Chargen hat Kaufland in dieser Woche nicht nachgemeldet.

Lidl

Neben dem Rückruf der Forellenfilets, der oben steht, kommt eine Meldung aus Baden-Württemberg: Lidl hat am 14. Oktober in Kirchheim unter Teck im Landkreis Esslingen Richtfest für den Ausbau seines Verwaltungs- und Warenverteilzentrums gefeiert, ein Jahr nach dem Spatenstich. Die Lagerfläche wächst nach Unternehmensangaben von 43.000 auf rund 52.000 Quadratmeter, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. Künftig sollen von dort 140 statt 80 Filialen versorgt werden, das Trockensortiment wird vollautomatisiert. Rund 100 Stellen in Logistik und Verwaltung kommen hinzu. Fertig werden soll der Umbau Mitte 2029. Angekündigt sind außerdem eine Photovoltaikanlage auf den Dächern, 16.000 Quadratmeter Dachbegrünung und eine Wärmeversorgung über die Abwärme der Kälteanlage.

Netto

Netto Marken-Discount nimmt die Bio-Marke Alnatura in sein Sortiment im Süden auf. Seit Mitte Oktober stehen bis zu 80 Alnatura-Artikel in rund 260 ausgewählten Filialen in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs, nach einem Start in Berlin sind es damit mehr als 500 Märkte bundesweit. Im Regal sind nach Unternehmensangaben vor allem Grundnahrungsmittel wie Haferflocken, Reis, Nudeln, Mehl und Couscous, Kochzutaten wie Tomatenstücke, Passata, Kichererbsen und Kokosmilch, dazu Haferdrink, Müsli, Cornflakes, Reiswaffeln, Schokolade, Müsliriegel, Olivenöl, Chiasamen und Agavensirup. Bis zum 14. November gibt es in den neu beteiligten Filialen 44-fach Payback-Punkte auf das Alnatura-Sortiment. Eine Filialliste hat Netto nicht veröffentlicht; ob Märkte im Kreis Rottweil dabei sind, lässt sich der Mitteilung nicht entnehmen.

Zweite Meldung des Discounters: ein Adventskalender, der ausschließlich Eigenmarken enthält. Hinter den 24 Türchen stecken 29 Produkte aus den Bereichen Lebensmittel, Drogerie und Wellness, unter anderem der Marken BioBio, Pasta Rey, Max Balance und Blüte-Zeit. Der Kalender kostet 49,90 Euro inklusive Versand bei einem Warenwert von rund 68 Euro und ist nur über die digitale Vorteilswelt des Unternehmens zu bekommen, nicht in den Filialen.

Norma

Von Norma liegt in dieser Woche keine eigene Mitteilung vor. Der Discounter ist über den Viking Ananas-Mandel Ring am Arla-Rückruf beteiligt, Einzelheiten stehen oben. Die zuletzt angekündigte dauerhafte Preissenkung bei Wurst- und Schinkenartikeln vom 7. Oktober gilt unverändert.

Penny

Von der Tegut-Aufteilung profitiert Penny kaum. Von den 38 Märkten, die das Bundeskartellamt der Rewe Group zum Erwerb freigegeben hat, werden nach der Liste des Noch-Eigentümers nur zwei zu Penny-Filialen: der Markt im Kassler City Center an der Wilhelmshöher Allee und der Standort Laufach in Unterfranken. Das hat das Supermarktblog ausgewertet. Eine eigene Pressemitteilung hat der Discounter seit Mitte September nicht veröffentlicht, und in den Rückrufen dieser Woche kommt er nicht vor.

Rewe

Nach der Kartellfreigabe vom 14. Oktober steht fest, wie sich die 38 Tegut-Standorte verteilen: 36 werden zu Rewe-Märkten, zwei zu Penny-Filialen. Angemeldet hatte die Rewe Group 40 Märkte; die Standorte Marburg-Ketzerbach und Schlüchtern darf der Konzern vier Jahre lang nicht erwerben oder anmieten. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Das Unternehmen erklärte nach eigenen Angaben, allen betroffenen Tegut-Beschäftigten Arbeitsplätze anbieten und regionale Lieferantenbeziehungen fortführen zu wollen. Wann die Märkte übergehen, ist offen.

Im Liefergeschäft stellt Rewe die Kühlung um: Der Lieferservice setzt seit Mitte Oktober neue Kühlboxen ein, die nach Unternehmensangaben weniger Trockeneis benötigen. Beim Arla-Rückruf sind Unternehmen der Rewe Group über den Castello-Ring betroffen. Neuigkeiten für den Kreis Rottweil gab es von Rewe in dieser Woche nicht.

Autor / Quelle:NRWZ-Redaktion
Unter dem Label NRWZ-Redaktion beziehungsweise NRWZ-Redaktion Schramberg veröffentlichen wir Beiträge aus der Feder eines der Redakteure der NRWZ. Sie sind von allgemeiner, nachrichtlicher Natur und keine Autorenbeiträge im eigentlichen Sinne. Die Redaktion erreichen Sie unter redaktion@NRWZ.de beziehungsweise schramberg@NRWZ.de

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