Ein Weißstorch aus der Gegend von Geislingen ist in der aktuellen Hitzeperiode völlig entkräftet am Straßenrand gefunden worden. Anwohner brachten das Tier in Sicherheit, der Tierschutzverein Sulz organisierte die tierärztliche Erstversorgung. Nach Vereinsangaben sitzen bei Sulz-Mühlheim aktuell zwei weitere, noch flugunfähige Jungstörche im Nest – wegen der Hitze wird ihnen die Nahrung knapp.
Wie der Storchenbeauftragte Hartmut Polet berichtet, entdeckten aufmerksame Anwohner den Storch am Ortsrand von Geislingen, direkt neben Gelben Säcken am Straßenrand. Das Tier sei völlig entkräftet gewesen. Die Finder setzten den Storch in eine Kiste und suchten nach einer Anlaufstelle für das Tier.
Über den Erlebnispark Ried erreichten sie schließlich Polet, der in der Region als Storchenbeauftragter tätig ist. Gemeinsam mit einem weiteren Kontakt, Ludwig Schrägle, organisierte er den Transport zur Tierärztin Dr. Anne von Stromberg, deren Praxis in Sulz-Holzhausen liegt. Dort wurde der Storch laut Verein noch am späten Abend erstversorgt.
Weitertransport in die Pflegestation
Nach der Behandlung kam der Storch zunächst in einem eigens gebauten Nest im ehemaligen Schweinestall der Familie Polet in Sulz-Mühlheim unter. Am folgenden Morgen sei er weiter in eine Pflegestation für Wildvögel in Mössingen gebracht worden, teilte Polet mit. Dort werde der Storch nun weiter betreut.
Zwei Jungstörche mit Futterproblemen
Im Nest bei Sulz-Mühlheim sitzen nach Angaben des Tierschutzvereins derzeit noch zwei weitere Jungstörche, die noch nicht fliegen können. Wegen der anhaltenden Hitze werde die Futtersuche für die Altvögel schwieriger, es bestehe akuter Futtermangel, so der Verein.
Anhaltende Hitze und Trockenheit erschweren Störchen grundsätzlich die Jagd nach Fröschen, Insekten und Kleintieren, die einen Großteil ihrer Nahrung ausmachen. Ausgetrocknete Wiesen und Gewässer verringern das Nahrungsangebot gerade in der Zeit, in der Jungvögel besonders viel Energie benötigen.


