Ein erkrankter Organist und zwei kurzfristig Aushelfende: So ging die Reihe von Orgelkonzerten in der Deißlinger Laurentiuskirche abwechslungsreich zu Ende. Marc Bungeroth Olmos und Emil Bakiev unterhielten gekonnt mit bekannten und weniger bekannten Orgelwerken und sprangen damit für ihren erkrankten Kollegen Christian Kotscherowski ein.
Deißlingen – Den Anfang machte Johann Sebastian Bachs bekannte Toccata und Fuge d-Moll BWV 565. Schon das markante Eingangsmotiv sorgte für Aufmerksamkeit. Danach entwickelte sich die kraftvolle Fuge, die den Raum gut ausfüllte und die Möglichkeiten der Orgel eindrucksvoll zeigte. Im Anschluss erklangen drei Stücke aus Max Regers Opus 59. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Stimmungen in dieser Musik sein können: Das Benedictus wirkte ruhig und nachdenklich, das Intermezzo brachte mehr Bewegung und Kontraste, und die Toccata zeigte die virtuose Seite des Instruments. Mit César Francks 3. Choral a-Moll folgte danach ein wichtiges Werk der französischen Orgelromantik. Hier wechselten sich leise, melodische Abschnitte mit großen Steigerungen ab. Dadurch entstand ein weiter Spannungsbogen, der vom Publikum aufmerksam aufgenommen wurde.
Zum Schluss wurde es noch einmal leichter und festlicher: Der Blumenwalzer aus Tschaikowskys Nussknacker-Suite erklang in einer farbenreichen Bearbeitung für Orgel. Dieser bekannte Walzer setzte einen heiteren Schlusspunkt und verabschiedete die Zuhörerinnen und Zuhörer in guter Stimmung. Das Konzert rundete die diesjährige Reihe passend ab. Insgesamt standen fünf Konzerte auf dem Programm, die einen breiten Einblick in die Orgelliteratur gaben – von klassischen Werken bis zu neuerer Musik. Die Abende waren gut besucht und kamen beim Publikum sehr gut an. Schon jetzt richtet sich der Blick auf das nächste Jahr: Das Organisationsteam arbeitet bereits an einer Fortsetzung der Konzertreihe in der kommenden Saison.
